Gipfel des Rauhkopfs

Rauhkopf: Freestyle auf einen einsamen Gipfel

Posted: 22. Februar 2022 by Annika

Die Tour auf den Rauhkopf ist für das Spitz­ingseee­bi­et über­raschend ein­sam und die Aus­sicht ste­ht den höheren Gipfeln dort in Nichts nach. Vom fel­si­gen Gipfel hat man einen her­rlichen Aus­blick, der bis zum Rofan, Kar­wen­del und Wet­ter­steinge­birge reicht. Eigentlich war für heute die Bestei­gung des Hochmiesing geplant. Auf­grund Ver­laufens im Schnee lan­den wir aber am Rauhkopf, der unver­hofft schön ist. Dabei nehmen wir nicht die ein­fach­ste Route, aber auf jeden Fall die direkteste.

Das Schöne am Spitz­ingseege­bi­et ist, dass man nicht viel Wald hin­ter sich zu brin­gen hat und schnell im offe­nen Gelände mit wun­der­schön­er Aus­sicht ist. Die Park­platzsi­t­u­a­tion an schö­nen Woch­enen­den ist jedoch katas­trophal. Hier tre­f­fen Ski­fahrer, Ski­tourenge­her, Wan­der­er und Schlit­ten­fahrer aufeinan­der und dementsprechend sind bei diesem Traumwet­ter heute alle Park­plätze kom­plett belegt — vom Spitz­ingsat­tel über den Seepark­platz und Tauben­stein­bah­n­park­platz bis hin zum Park­platz an der Kirche im Ort. Uns bleibt also nichts anderes übrig als 170hm weit­er unten an einem Park­platz am Aus­sicht­spunkt an der Spitz­ingseestraße zu parken. So ver­brin­gen wir die ersten 20 Minuten damit an der Straße zum Spitz­ingsat­tel hin­aufzuge­hen. Bei dem regen Verkehr nicht sehr angenehm.

Vom Spitzingsattel zum Rauhkopf

Am Spitz­ingsat­tel wen­den wir uns nun nach links Rich­tung Wal­drand. Wir brin­gen den ersten steilen Hang hin­ter uns und stapfen bere­its hier durch tiefen Schnee. Im Wald ange­langt fol­gt eine Querung auf einem schmalen Pfad bis wir ins offene Gelände hin­aus­treten. Hier haben wir bere­its eine wun­der­schöne Aus­sicht auf die umliegende Berg­welt des Spitz­ingsees. Wir fol­gen den Fußstapfen im Schnee und überse­hen dabei einen Abzweig Rich­tung Tauben­stein­sat­tel zu dem wir eigentlich woll­ten um von dort weit­er zum Hochmiesing zu gehen. Wir gehen zu weit links und gelan­gen zu einem Sat­tel unter­halb der Wilden Fräulein. Dann ver­lieren wir wieder einige Höhen­meter indem wir hinab in eine Mulde wan­dern. Dort kom­men wir an der kleinen Rauhkopfhütte vor­bei, die im Win­ter am Woch­enende Getränke und ein­fache Mahlzeit­en bietet. Links von uns ragen die Gipfel von Jägerkamp und Aiplspitz auf.

Da wir nun schon hier gelandet sind beschließen wir den Weg weit­erzuge­hen anstatt hinüber zum Tauben­stein zu schwenken, was einen nochma­li­gen Höhen­ver­lust bedeuten würde. Der eigentliche Weg gin­ge hier nun ger­adewegs auf den Sat­tel des Tanzecks zu und dann nach rechts zum Rauhkopf hin­auf. Wir nehmen aber den direk­ten Weg, der gle­ichzeit­ig auch der steil­ste ist, direkt auf den Gipfel des Rauhkopfs zu. Es hat einen Grund warum wir in der ganzen Gegend nur Ski­tourenge­her sehen. Immer wieder sinken wir im tiefen Schnee ein. Außer uns scheint hier noch kein­er lang gelaufen zu sein, denn außer Abfahrtsskispuren ist hier nichts auszu­machen. Wir stapfen also durch den tiefen Schnee über die Piste, ver­fluchen dabei ein ums andere Mal unsere Weg­pla­nung, kämpfen uns aber tapfer voran. Dabei beschließen wir wenig­stens zum Gipfel des Rauhkopfs zu gehen, auch wenn wir danach höchst­wahrschein­lich nicht weit­erge­hen werden.

Gipfel des Rauhkopfs

So erre­ichen wir den Rück­en des Rauhkopfs und die Bergsta­tion des ehe­ma­li­gen Lifts. Hier ist der Schnee abge­blasen und es geht sich deut­lich ein­fach­er. Wir spazieren über eine kleine Anhöhe und erre­ichen dann den kurzen und schmalen Gipfel­grat auf dem wir zum Gipfelkreuz des Rauhkopfs hinüber gehen. Die Aus­sicht von hier ist der Wahnsinn, ich frage mich warum der Gipfel so sel­ten Besuch erhält. Er ste­ht im Schat­ten der deut­lich bekan­nteren Rot­wand und des Tauben­steins, ste­ht bei­den aber in punk­to Aus­blick in nichts nach. Ich kein biss­chen böse darüber, dass wir hier gelandet sind, denn es ist wun­der­schön und vor allem einsam.

Der Voll­mond ste­ht am Him­mel und unser Blick geht zu unserem eigentlichen Ziel gegenüber — dem Hochmiesing, daneben die Rot­wand, davor der Tauben­stein. Auf der anderen Seite sehen wir Blanken­stein und Ris­serko­gel, ein Stück weit­er Brech­er­spitz und Boden­schneid. In der Ferne kön­nen wir die Gipfel von Rofan, Wet­ter­stein Ziller­tal erken­nen. Auf­grund des Spazier­gangs an der Straße liegen nun bere­its 800hm hin­ter uns und wir sind uns einig es für heute dabei bewen­den zu lassen. Durch den tiefen Schnee war der Auf­stieg ordentlich anstren­gend und hat länger gedauert als geplant. Von hier müsste man nun hin­unter zum Tauben­stein­sat­tel und noch weit­er runter zum (lei­der geschlosse­nen) Tauben­stein­haus gehen um dann von dort noch weit­er zum Hochmiesing zu wan­dern, was noch über 300 Höhen­meter und 1,5h Fuß­marsch bedeuten würde. Darauf verzicht­en wir heute.

Abstieg über Taubensteinsattel

Für den Abstieg wählen wir nun den ursprünglich geplanten Weg und steigen steil durch ein Wald­stück zum Tauben­stein­sat­tel ab. Man kön­nte nun noch den fel­si­gen Gipfel des Tauben­steins mit­nehmen. Von hier geht es nun zügig über die Piste hin­unter. Der Schnee hier ist jedoch eben­so tief wie auf der anderen Seite und der Auf­stieg wäre auch hier anstren­gend gewor­den. Wir erre­ichen eine ebene Wald­schneise und hal­ten uns dann rechts um wieder zurück zum Auf­stiegsweg und somit zum Spitz­ingsat­tel zu gelangen.


FAKTEN ZUR TOUR
Berg­tour Rauhkopf (1.689m)
Gehzeit: 2,5h (1,5h Auf­stieg, 1h Abstieg)
Höhen­meter: 650hm
Aus­gangspunkt: Spitz­ingsat­tel (1.129m) am Spitzingsee
Schwierigkeit: T2 — Bergwandern

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