Neuseeland: Routeburn Track von Hütte zu Hütte

Posted: 13. Februar 2008 by Annika

Endlich ist es soweit: Der Start des Route­burn Tracks. Der Route­burn Track führt 32km durch die Mt Aspir­ing und Fiord­land Nation­al Parks.

Wir starten im West­en, wo uns ein Bus in ein­er 4‑stündigen Fahrt hin­bringt. Wir fahren durch ein Silent-Hill-ähn­lich­es Dorf und bekom­men langsam Angst, dass das Wet­ter mies wird. Zwis­chen­durch scheint doch wieder die Sonne, aber als wir am Start ankom­men, liegen die Berge in den tiefhän­gen­den Wolken und es ist kühl im Ver­gle­ich zu den let­zten Tagen. Es gibt zwei Möglichkeit­en den Route­burn Track zu bewälti­gen — mit Zelt oder gemütlich auf den Hüt­ten über­nacht­en. Für unseren ersten Mehrtages­track entschei­den wir uns für die Vari­ante der Hüt­ten. So müssen wir nur einen dün­nen Schlaf­sack und Essen mitnehmen.

1. Etappe: The Divide bis Lake McKen­zie Hut
Es geht 15 Minuten bergauf, in denen sich schnell bemerk­bar macht, wie schwierig es ist, mit einem schw­eren Ruck­sack zu laufen. Es kneift schon nach den ersten Schrit­ten an den Schul­tern und bringt mich trotz der Küh­le zum Schwitzen.

Von hier aus gibt es einen Seit­en­trip zur Key Sum­mit, von wo man eine schöne Aus­sicht haben soll. Aber nicht heute, da alles in Wolken liegt und man nur wenige Meter vom Weges­rand schauen kann. Aus diesem Grund laufen wir weit­er bis zur ersten Hütte, wo wir uns mit Blick auf den Lake How­den stärken.

Weit­er geht es dann einen seichteren Weg ent­lang von Schlucht­en, in die man auf­grund der Wolken nicht guck­en kann und an unzäh­li­gen kleineren Wasser­fällen vor­bei. Dann kom­men die 174m hohen Ear­land Falls, die das optis­che High­light des Tages bieten. Wenn man ein biss­chen wartet, bis die Wolken sich ver­zo­gen haben, sieht man sog­ar den Anfang der Wasserfälle.

Durch offenes Grasland und Wald laufen wir weit­er zur McKen­zie Hütte, unser­er Stätte für die Nacht. Ziem­lich erschöpft kom­men wir dort nach etwa 5 Stun­den Weg an. Die Hütte liegt am wun­der­schö­nen Lake McKen­zie, der von den umliegen­den hohen Bergen umrahmt wird, die mit Schnee besprenkelt sind. Viel von den tollen Aus­sicht­en kann man heute lei­der noch nicht sehen, aber der Anblick des Sees entschädigt alles.

Nach ein­er Stärkung in der Hütte, laufe ich noch um den See, bis hin zu einem ges­pal­te­nen Felsen. Die Wolken verziehen sich sog­ar soweit, dass man die Spitzen der umliegen­den Berge sehen kann. Der See selb­st liegt blau-grün-schim­mernd in diesem Tal.

 

2. Etappe: Lake McKen­zie bis Route­burn Falls Hut — Großar­tige Aussichten
Die ganze Nacht hat es heftig gereg­net und die Wet­ter­aus­sicht­en für diesen Tag ver­heißen nichts Anderes. In der Tat haben wir aber wun­der­bare Aus­sicht­en auf den Lake McKen­zie, denn wir klet­tern einen steilen Zick-Zack-Pfad links des Sees hin­auf. Oben ange­langt sind zwar wieder dichte Wolken am Him­mel, aber sie geben für ein paar Momente den Blick auf hohe schneebe­deck­te Berge frei.

Es zeigt sich sog­ar die Sonne und von Regen ist keine Spur. Nun führt wieder ein seichter­er Weg, der von einem let­zten steilen Stück abgelöst wird bis Har­ris Sad­dle, der in 1.255m Höhe liegt. Von hier sieht man schon so einiges und nach ein­er Stärkung erk­limme ich den Con­i­cal Hill (1.515m). Ein steil­er und fel­siger Weg, der eher bek­let­tert als belaufen wird, führt vor­bei am Lake Har­ris hin­auf zu der wun­der­baren Aus­sicht. Man fühlt sich als stünde man an der Spitze der Welt.

Wir sehen den Lake Har­ris, das Hol­ly­ford Val­ley, Lake McK­er­row in der Ferne, schneebe­deck­te Berge und das Unglaublich­ste – das Meer! Wir sehen wahrhaftig die Wellen in der Mar­tins Bay brechen. Nur für einen kurzen Moment bevor die Wolken wieder davor ziehen. Diese Aus­blicke waren den Auf­stieg wirk­lich wert. Hin­unter geht es nicht viel schneller als hin­auf, da man auf­grund der vie­len Felsen vor­sichtig sein muss.

Dann wird wieder das schwere Gepäck geschul­tert, das am Har­ris Sad­dle Shel­ter auf mich wartet, und es geht für weit­ere 1 ½ Stun­den hin­unter bis zur Route­burn Falls Hut, die direkt an vie­len wun­der­baren Wasser­fällen liegt, die aus dem oben gele­ge­nen Lake Har­ris entsprin­gen und in eine tiefe Schlucht fließen.

3. Etappe: Route­burn Falls Hut bis Route­burn Shel­ter — Neuschnee
Über Nacht hat es hier oben geschneit und beim Früh­stück haben wir Blick auf die frisch bepud­erten Berge. Man kann über das gesamte Tal bis hin zu ein­er riesi­gen Fel­swand blick­en. Ziem­lich kalt ist es dafür heute Morgen.

Heute gibt es den ersten Tag tat­säch­lich ein wenig Regen, der aber eher ein Nieseln ist. Der Weg bis ans Ende ist nicht mehr weit, sodass man gemäch­lich früh­stück­en und dann auf­brechen kann. Das Ende liegt nur 3,5 Stun­den ent­fer­nt und der Ruck­sack ist mit­tler­weile auch viel leichter geworden.

Über zwei Schwing­brück­en geht es bis zur Route­burn Flats Hütte, wo wir eine kurze Pause ein­le­gen um dann weit­er nach unten zu laufen. Am wun­der­bar grü­nen Bridal Veil Stream führt der Weg über einige Brück­en ent­lang. Der Weg hier ist ein­fach, keine Felsen, wenig Steine, seichter Wald­bo­den und ohne wesentlichen Abstieg. Eine Erhol­ung nach dem Weg, der oft nur aus einem großen Felsen bestand, bei dem man vor­sichtig sein musste, dass man nicht abrutscht.

Auf dem gesamten Track geht es über viele kleine Flüsse, die direkt über den Weg führen, man patscht durch viele Flüsse und erstaunlich wenig Schlamm. Der Track lebt von den grandiosen Aus­sicht­en, die man bei gutem Wet­ter hat.

Halb zwei gelan­gen wir zum Route­burn Shel­ter, wo uns um zwei der Bus zurück nach Queen­stown bringt. Nach zwei Stun­den kom­men wir dort an — sog­ar die Berge um den Lake Wakatipu hier sind mit Schnee über­zo­gen wor­den, der wie Pud­erzuck­er wirkt.

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