Schellschlicht: Überschreitung eines Ammergauer Klassikers

Posted: 21. September 2019

Die Tour auf die Schellschlicht in den Ammer­gauer Alpen ist erstaunlich ein­sam, obwohl sie ein her­vor­ra­gen­der Aus­sichts­berg ist. Die Über­schre­itung bietet einige aus­ge­set­zte Stellen und macht die Wan­derung zu ein­er abwech­slungsre­ichen Rund­tour.

Schon von unten kann man den gewalti­gen Fels­gipfel der Schellschlicht erken­nen. Der Gipfel scheint unendlich weit ent­fer­nt zu sein. Ein bre­it­er Fahrweg führt uns zuerst recht eben bis zu ein­er Abzwei­gung, die uns rechts in den Wald hinein führt. Wir steigen steil im Wald bergauf und gelan­gen schließlich in offenes Gelände in dem wir einen Blick auf den Gipfel sowie eine wil­dro­man­tis­che Schlucht mit Wasser­fall haben.

Nach zahlre­ichen Ser­pen­ti­nen erre­ichen den Sunken­sat­tel von wo an der Weg am Kamm in Schro­fen­gelände führt. Hier haben wir bere­its eine schöne Aus­sicht auf die Zugspitze und die Ammer­gauer Alpen. Ab hier führt der Weg durch Fels­gelände, wobei auch immer mal wieder abgestiegen wer­den muss und sich die Höhen­meter sum­mieren. Der Gipfel scheint ständig weit­er weg zu rück­en, immer wieder taucht eine weit­ere Fel­sza­cke auf, die es auf steilen und schot­tri­gen Pfaden zu über­winden gilt. Diese geröl­li­gen rutschi­gen Pfade sind auch der Grund warum wir den Weg so herum gehen und nicht zuerst über das Brand­joch steigen. Ich kann mir gut vorstellen, dass sie im Abstieg sehr unan­genehm sind. Hier ist es rat­sam gut auf die blass­roten Markierun­gen zu acht­en um sich nicht zu ver­steigen.

Am Gipfel haben wir eine fan­tastis­che Aus­sicht auf die Ammer­gauer Berge, All­gäu, Kar­wen­del, Zugspitze, Mieminger und Lech­taler und der Plansee glitzert in der Ferne. Viele Gipfel davon habe ich bere­its bestiegen und kann sie so leicht benen­nen – vom Daniel über die Hoch­plat­te bis zur Son­nen­spitze. Nach ein­er hal­ben Stunde tür­men sich Wolken auf, die ver­dammt schnell auf uns zukom­men und in erstaunlich kurz­er Zeit die kom­plette Sicht nehmen. Anfangs geben die waber­nen Wolken­schwaden immer wieder ein kleines Sicht­fen­ster frei, was dur­chaus sehr atmo­sphärisch wirkt, schließlich ist die Sicht aber kom­plett weg.

Überschreitung der Schellschlicht

Wir über­schre­it­en den Gipfel und es fol­gt gle­ich eine ein­fache zwei Meter hohe Klet­ter­stelle, die es abzusteigen gilt. Wir wan­dern durch eine dicke Wolken­schicht den West­grat ent­lang und bis auf den näch­sten Fel­sturm vor uns kön­nen wir nichts erken­nen. Die Wolken schluck­en sämtliche Geräusche, es ist still und außer uns ist kein­er unter­wegs. Es ist schade, dass wir nichts mehr sehen kön­nen, denn die Über­schre­itung ist sich­er sehr aus­sicht­sre­ich. Ent­lang des Grats geht es immer mal wieder auf und ab und fügt der Wan­derung noch ein paar Höhen­meter hinzu. Der Pfad führt uns über Brand­joch und hohen Brand hinab, die uns heute kein­er­lei Aus­sicht bieten. Wir über­winden eine weit­ere Klet­ter­stelle, die uns über Eisen­tritte und Draht­seil fünf Meter hinab führt.

Wir erre­ichen die idyl­lis­che Schel­lalm und kom­men langsam aus den Wolken her­aus. Bis wir unten sind haben sich die Wolken größ­ten­teils ver­zo­gen, nur über der Schellschlicht hän­gen sie noch. So haben wir noch Aus­blicke zum Wet­ter­stein, das wieder in Sonne getaucht wird. Am Ende des Abstiegs gelan­gen wir zu ein­er Brücke, die uns über eine tief einge­grabene Schlucht führt. Wasser­fälle ergießen sich unter uns in zahlre­iche Gumpen. Kurz darauf erre­ichen wir wieder den Fahrweg und das Ende der Tour.


FAKTEN ZUR TOUR
Berg­tour Schellschlicht (2.053m)
Gehzeit: 5h
Höhen­meter: 1.350 hm
Aus­gangspunkt: Wan­der­park­platz in Griesen (815m)
Schwierigkeit: T3+ — anspruchsvolles Berg­wan­dern

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