Ski & Climb: Frühjahrstour im Griesner Kar und Klettern am Nachmittag

Posted: 14. April 2015

Früh­jahrs­touren sind immer ein ambiva­lentes Unternehmen. Man sollte früh starten und gegen Mit­tag wieder unten sein. Schnee liegt ohne­hin nur noch in schat­ti­gen, nord­seit­i­gen Karen. Im Wilden Kaiser wird man da fündig, z.B. im Gries­ner Kar.

Aufstieg ins Griesner Kar

Der Auf­stieg startet am Ende der Maut­straße ins Kaiser­bach­tal, an der Griesen­er Alm. Hin­ter dem Park­platz geht’s nach links über den Bach und auf einen ersten Wiesen­hang. Erst­mals wird es hier etwas steil­er bis wir auf schmale Pfaden in den Wald gelan­gen. Nach dem Wald befind­en wir uns schon im Gries­ner Kar. Hier geht es stetig steil, in Spitzkehren, bergauf. Rechts und links wer­den wir von steilen Felsewän­den flankiert. Hier geht es allerd­ings zu wie auf ein­er Ski­touren-Auto­bahn. In der gerin­gen Höhe geht zu der Jahreszeit nicht mehr viel, zumal es die let­zten Tage sehr warm war. Das Gries­ner Kar ist ein typ­is­ch­er Früh­jahrsklas­sik­er, das wis­sen nicht nur wir. Dementsprechend ist bere­its am Park­platz die Hölle los, Ein­samkeit find­et sich hier nicht. Der Schnee ist nass und schw­er und wir rutschen beim Auf­stieg immer wieder weg. Das größte Vergnü­gen ist es tat­säch­lich heute nicht, aber land­schaftlich ist die Tour über­aus reizvoll. Gut ist aber, dass es mor­gens noch grau bewölkt ist und somit der Auf­stieg nicht allzu schweißtreibend ist.

Im Fels-Amphitheater am Kleinkaiser

In dieser Kulisse geht es hin­auf bis der Fel­sklotz des Kleinkaisers vor uns ste­ht, rechts um diesen herum gelangt man auf direk­tem Weg zum Goinger Törl, nach links herum gelangt man zur Fritz Pflaum Hütte. So kann man den Kleinkaiser her­vor­ra­gend umrun­den. Wir steuern zuerst die Hütte an und genießen bei ein­er Pause die Sonne, die pünk­tlich die Wolken ver­trieben hat. Von hier sieht man direkt zum Kleinen Törl, zu dem es noch steil­er als zum Goinger Törl hin­aufge­ht. Hier ist es heute aber nicht zu empfehlen hin­aufzuge­hen, hat bish­er wohl auch noch kein­er getan. Allerd­ings gehen viele noch in ver­schiedene schat­tige Rin­nen hinein um dort abz­u­fahren. Vielle­icht haben sie da noch Pow­der gefun­den, wer weiß? Schw­er vorzustellen bei dem nassen Schnee.

Nach der Pause gehen wir hin­ter dem Kleinkaiser ent­lang. Nun kön­nen wir über einen 35° Hang zum Goinger Törl hin­auf­steigen oder rechts am Kleinkaiser wieder zurück über die Auf­stiegsroute.

Abfahrt

Wir entschei­den uns wieder abz­u­fahren, wir sehen den steilen Auf­stieg zum Törl nicht als lohnenswert an. Der Schnee ist schw­er und nass und dementsprechend unspaßig ist die Abfahrt. Weit­er unten geht’s dann bess­er, wo weniger Schnee ist. Unten im Wald gibt’s ordentliche Buck­elpis­ten, die mir beim Rumhüpfen viel Spaß macht. Die anderen find­en das eher nicht so spaßig :)

So sind wir am frühen Vor­mit­tag wieder unten, set­zen uns auf die Son­nen­terasse der Gries­ner Alm und mumpfeln zufrieden.

Klettern in der Nachmittagssonne

Da wir noch den Nach­mitag vor uns haben, beschließen wir noch Klet­tern zu gehen. Wir haben für den Plan B, falls die Ski­tour nicht geklappt hätte, ohne­hin Klet­ter­sachen eingepackt. Wir zück­en den Klet­ter­führer und entschei­den uns für die Zeller­wand bei Schlech­ing, die ohne­hin auf dem Weg zurück liegt.

Die Wand bietet über 160 Grup­pen in mehreren Sek­toren, hier ist für jeden was dabei — 3. bis zum 10. Grad, die meis­ten jedoch im 6. bis 8. Grad. Wir gehen an den Sek­tor des soge­nan­nten Übungswan­dls, der viele Routen im 4. bis 6. Grad und gute Absicherung bietet. Per­fekt für uns.

Zu beacht­en ist jedoch, dass Mehr­seil­län­gen in der Vogel­brutzeit vom 15.02. bis 30.06. nur bis zum ersten Stand­platz gek­let­tert wer­den dür­fen.

Fazit

Ein per­fek­ter Son­ntag — Vor­mit­tags Ski­tour, nach­mit­tags Klet­tern. Zwei völ­lig ver­schiedene Wel­ten, Schnee und Son­nen­klet­tern im T‑Shirt. Super Früh­lingskom­bi. Trotz vie­len Men­schen auf der Ski­tour eine lohnenswerte Früh­jahrsalter­na­tive zu den weit ent­fer­n­ten 3.000ern.


FAKTEN ZU DEN TOUREN
Ski­tour Gries­ner Kar zum Goinger Törl
Gehzeit: 3h
Höhen­meter: 1100 m
Expo­si­tion: N bis NO
Aus­gangspunkt: Gries­ner Alm im Kaiser­bach­tal (1.024m), Wilder Kaiser (Öster­re­ich)
Mehr zur Tour gibt’s hier.

Klet­terge­bi­et Zeller­wand
Stan­dort: Schlech­ing, Ort­steil Met­ten­ham, am Camp­ing­platz
Zustieg: Hin­ter dem Camp­ing­platz auf einem kleinen Steig zur Forststraße, dann ein Pfad in den Wald hin­auf zu den einzel­nen Sek­toren der Wand.
Routen: 163 Routen, II bis X
Mehr zur Zeller­wand gibt’s hier.

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