Slowenien: Tasty Ljubljana

Posted: 24. August 2017

Ljubl­jana ist mit nicht ein­mal 300.000 Ein­wohn­ern eine ziem­lich kleine Haupt­stadt, was sie jedoch ein­deutig mit eine Menge Flair wettmacht. Die Ljubl­jan­ca schlän­gelt sich durch die hüb­sche aut­ofreie Innen­stadt, die man inner­halb kürzester Zeit fußläu­fig erkun­den kann. Über allem thront die Burg, die schöne Aus­blicke auf die Stadt bietet. Außer­dem find­en sich viele Köstlichkeit­en in den Gassen Ljubl­janas ver­bor­gen.

Nach unserem Aufen­thalt in der Karstre­gion fahren wir weit­er in die “Grüne Haupt­stadt Europas”. Wir find­en einen Stellplatz außer­halb der Stadt und fahren mit dem Taxi in die Innen­stadt (4,50€) von Slowe­niens Haupt­stadt. Die gesamte Innen­stadt ist aut­ofreie Fußgänger­zone, sodass wir den Rest zu Fuß an der Ljubl­jan­i­ca ent­lang zurück leg­en. 2016 hat Ljubl­jana den Titel “Green Cap­i­tal of Europe” erhal­ten. Über­all gibt es Trinkwass­er um nicht auf Wasser­flaschen angewiesen zu sein. Ljubl­jana hat außer­dem eine Zero-Waste Strate­gie unter der ein­fach alles recy­cled wird.

Der grün schim­mernde Ljubl­jan­i­ca Fluss wird flankiert von zahlre­ichen Cafés und Restau­rants und weiße Fußgänger­brück­en kreuzen sie in regelmäßi­gen Abstän­den.

Foodmarkt

Im Som­mer find­et jeden Fre­itag der Food­markt Odpr­ta Kuh­na (Offene Küche) neben dem großen Mark­t­platz statt, der einen Besuch wert ist. Hier find­en sich aller­lei Leck­ere­in, die von ver­schiede­nen slowenis­chen Köchen frisch zubre­it­et wer­den. Von asi­atisch, über slowenisch bishin zu mod­ern­er veg­an­er Küche wird hier alles ange­boten. Um die 30 Restau­rants, Gasthäuser und Köche bieten ihre Kochkun­st hier an. Ein wahres Paradies für Schleck­er­mä­ulchen wie uns. Wir mumpfeln uns durch ver­schiedene Stände. Von slowenis­chen Gericht­en wie Kut­teln und gefüllte Papri­ka, über viet­name­sis­che Sala­tröllchen und Kuchen bishin zu indis­chen Wraps. Dazu gibt’s slowenis­chen Wein oder Craft-Bier.
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Weitere Leckereien

Aber auch wenn der Food­markt ger­ade nicht stat­tfind­en sollte, find­et ihr über­all slowenis­che Leck­ereien in der Haupt­stadt. Bei “Klobasar­na” bekommt ihr neben der tra­di­tionellen Krain­er Wurst auch ver­schiedene Arten von slowenis­chen Strudel (Štruk­li) mit Quark, Mohn und  Nüssen.

Weit­ere richtig leckere slowenis­che Gerichte sind Jota — ein Ein­topf aus Sauer­kraut, Kartof­feln und Bohnen und Palatčinka — Palatschinken. Dazu ein slowenis­ches Bier (Union oder Lasko) oder einen Wein.

Sommermusik

Im Som­mer find­en zahlre­iche kosten­lose Musik­fes­ti­vals statt wie auch das Ima­go Slove­ni­ae mit Konz­erten in der ganzen Stadt. Wir find­en eine gute Jazz Band auf dem Platz Stari trg, trinken dazu ein Bier und sitzen noch lange in der abendlichen Som­mer­luft.
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Ljubljana Free Tour

Trotz sein­er über­schaubaren Größe wird in Ljubl­jana eine über­raschend gut besuchte Free Tour ange­boten. In den zwei Stun­den der Tour muss man nicht weit laufen, bekommt aber viel Inter­es­santes über Land, Geschichte und Kul­tur zu hören.

Wir tre­f­fen uns vor der pinken Kirche auf einem Platz auf dem es prak­tisch immer reg­net. Es han­delt sich um eine Kun­stin­stal­la­tion, die als prak­tisch an heißen Som­merta­gen emp­fun­den wurde und deshalb immer noch hier ist. An grauen Tagen wie heute ist der Anblick freilich eher trost­los. Auf dem nach ihm benan­nten Platz ste­ht auch die Stat­ue von dem slowenis­chen Dichter Prešeren. Slowe­nien hat auf­grund langer Fremd­herrschaft nicht viele große slowenis­che Poli­tik­er oder Herrsch­er, weshalb ihr Held eben ein Dichter ist.

In der Gasse gegenüber find­et sich eine Büste von Juli­ja, die aus einem Fen­ster schaut. Es ist das ein­stige Wohn­haus ihrer Fam­i­lie. Juli­ja ist die Frau in die sich Prešeren unglück­lich ver­liebte und sie wurde zu sein­er Muse. Noch immer schaut er zu ihr hinüber, unerr­e­icht. Wohlbe­merkt ist Juli­ja min­der­jährig gewe­sen als sie sich trafen und er bere­its fast 40. So oder so, er gilt als slowenis­ch­er Nationaldichter mit seinen Liebes- und Naturgedicht­en.

Wir sehen den Kon­gress­platz und auf dem Weg gibt’s eine Probe von slowenis­chen Likör — Feige und Blaubeere. Slowe­nien hat mehr zu bieten als nur Slivovic und mir schmeckt der Feigen­likör so gut, dass ich später gle­ich eine Flasche mit­nehme.

Wir erkun­den die zahlre­ichen Brück­en, die wie vieles in der Stadt vom Architek­ten Jože Plečnik stam­men. Der slowenis­che Architekt wollte die neue Haupt­stadt der Slowe­nen mod­ern aber auch nach dem Vor­bild des antiken Athens gestal­ten. Am bekan­ntesten mögen hier die Drei Brück­en in der Innen­stadt sein. Ursprünglich war es nur eine Brücke, auf­grund des betrieb­ssamen Verkehrs wur­den jedoch jew­eils rechts und links Fußgänger­brück­en hinzuge­fügt. Nun, da die Innen­stadt aut­ofrei ist, sind es eben drei Fußgänger­brück­en. Auch die Nation­al­bib­lio­thek ist ein bekan­ntes Bauw­erk, da ihr durch mehrere Gestein­sarten zu ein­er beson­deren Fas­sade ver­holfen wird.

Auf der Drachen­brücke sind vier große Drachen abgeildet. Ljubl­jana hat eine beson­dere Beziehung zu diesen Fabel­we­sen. Nein, Ljubl­jana wurde nicht etwa von den Tar­garyens gegrün­det, aber von einem anderen bekan­nten Sagen­held. Der Drache ist eine entsch­iedene Fig­ur in ihrem Enste­hungsmythos.

Als sich der griechis­che Sagen­held Jason und seine Arg­onaut­en mit dem ger­aubten Gold­e­nen Vlies auf dem Rück­weg nach Hause befan­den, trafen sie in einem Moor auf einen Drachen. Jason tötete den Drachen und errichtete daraufhin dem Gott Apol­lo einen Tem­pel. Um ihn herum ent­stand dann eine Stadt. Jason grün­dete die Drachen­brud­er­schaft, deren erste Mit­glieder die Arg­onaut­en und die Bewohn­er der Pfahlbausied­lun­gen im Laibach­er Moor waren. Seit­dem sind 3.000 Jahre ver­strichen, die Stadt wuchs stetig und entwick­elte sich zum heuti­gen Ljubl­jana.

Schließlich gelan­gen wir zum großen Mark­t­platz wo Gemüse und Obst aus der Umge­bung ange­boten wird. Die zen­trale St. Niko­laus Kathe­drale befind­et sich gle­ich dahin­ter. Die großen Bronzetüren sind noch rel­a­tiv neu und zeigen die slowenis­che Geschichte. Der Vatikan war übri­gens der erste Staat, der die Unab­hängigkeit Slowe­niens anerkan­nt hat.
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Ljubljana Schloss

Hin­ter der Innen­stadt thront das Schloss auf einem 375m hohen Hügel. Man kann von der Innen­stadt zu Fuß auf einem steilen Pfad zum Beispiel von der Štu­den­tovs­ka hin­auf gehen oder die Zah­n­rad­bahn hin­ter dem Markt nehmen. Oben eröffnet sich eine wun­der­schöne Aus­sicht auf die Stadt. Das Schloss­gelände kann kosten­frei betreten, für die Museen und den Wacht­turm muss Ein­tritt gezahlt wer­den.

Ljubljana Graffiti Bezirk

In Metelko­va gelangt man in ein alter­na­tives Vier­tel in dem Graf­fi­ti-Kün­stler sich ausge­to­bt haben. Ursprünglich war es Kaser­nen­gelände, das in den 90ern beset­zt wurde und nun ein autonomes Zen­trum ist. In diesem Hin­ter­hof find­en sich nicht nur bunte Graf­fi­tis, son­dern des nachts ist auch ordentlich was in den umgeben­den Bars und Clubs los.

Ins­ge­samt ist Ljubl­jana ein­fach furcht­bar entspan­nt. Man kann sich gut ein­fach treiben lassen, ein biss­chen rum­bum­meln, viele Köstlichkeit­en aus­pro­bieren und dem Treiben aus den zahlre­ichen Cafés ent­lang der Ljubl­jan­ca zuse­hen.


UNSER SLOWENIEN-ROADTRIP
Zum Teil 1 — Bären­beobach­tung und Höhlen in der Karst­land­schaft
Zum Teil 3 – Aben­teuer Soča
Zum Teil 4 — Aben­teuer rund um Bled
Zum Teil 5 — Triglav, Bestei­gung eines 7 Sum­mits der Alpen

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