Grassmarket

Schottland: Sonniges Edinburgh

Posted: 4. März 2009

In Edin­burgh lacht die Sonne vom Him­mel und der sel­bige ist strahlend blau. Unglaublich­er Emp­fang für ein Land in dem es zwei Drit­tel des Jahres reg­nen soll. Wir check­en in ein Hos­tel im Zen­trum ein um dann die Stadt zu erkun­den. Als erstes natür­lich mit einem Chai Lat­te im nächst gele­ge­nen Star­bucks auf der Roy­al Mile.

Free Tour

Während wir in der Sonne an unserem Chai nip­pen, sam­melt sich vor uns eine Stadt-Tour, die als gratis ange­priesen wird. Spon­tan beschließen wir mitzu­machen, lassen den Chai in Bech­er zum Mit­nehmen umfüllen und schließen uns an. Die meis­ten Sehenswürdigkeit­en befind­en sich in der Alt­stadt und man muss nicht lange laufen um sie zu erkunden.Diese Gratis Touren wer­den in vie­len Städten Europas ange­boten und finanzieren sich über Trinkgeld, wie wir später erfahren. Jed­er soll nur soviel bezahlen wie er es für angemessen hält, was Unter­hal­tungswert der Tour und eigene Finanzen bet­rifft. Diese Idee stammt aus Deutsch­land und wir sind sofort begeis­tert von diesem Konzept. Unsere Führerin kommt aus Kana­da und heißt Ruth. Ruth ist etwas beleibter, aber ein umso mitreißen­der und fröh­lich­er Men­sch. Ihr gelingt es ihre Liebe zu Edin­burgh auch auf uns zu über­tra­gen. Außer­dem freut sie sich fürchter­lich über das schöne Wet­ter, was ungewöhn­lich lange anhält.

Royal Mile

Wir laufen auf der Roy­al Mile ent­lang, eine Straße die im 16. Jahrhun­dert von den Köni­gen benutzt wurde um vom Schloss zum Palast zu gelan­gen. Hier kann man sich in den zahlre­ichen Seit­en­gassen, düsteren Gän­gen und Hin­ter­höfen ver­lieren. Wir kom­men am Mer­cat Cross vor­bei, an das früher Diebe und Gesin­del mit dem Ohr genagelt wur­den. So waren sie dem Spott und dem fauli­gen Obst der Pas­san­ten aus­ge­set­zt. Sie kon­nten sich befreien indem sie ihr Ohr vom Kreuz abris­sen, tru­gen dabei aber eine Narbe davon, die sie für alle Zeit­en als Ver­brech­er kennze­ich­nete.

Mehr lustig als inter­es­sant ist die Anek­dote, die uns Ruth zu einem gepflasterten Herz auf dem Boden erzählt. Hier spuck­en die Schot­ten hin um Glück zu haben. Ein junger Mann dachte eher an Roman­tik und kni­ete sich mit­ten in das Herz um sein­er Lieb­sten einen Antrag zu machen. Sie nahm an und bei­de liefen glück­lich davon. Eine der Tour­grup­pen kam ger­ade vor­bei und kon­nte sich vor Lachen kaum hal­ten. Ob die bei­den je erfahren wer­den, worauf sie ihre Ver­lobung beschlossen haben, wün­scht man ihnen nicht.

Edinburgh Castle

Wir kom­men bis an das Schloss, das über Edin­burgh thront. Von dem Hügel auf dem das Schloss ste­ht, hat man eine wun­der­bare Aus­sicht auf das Meer und umliegende Hügel. Die Sonne trägt ihren Teil dazu bei den Anblick so schön wie möglich zu gestal­ten. Von hier aus sieht man auch die vier Türme des alten Col­leges, das Joanne K. Rowl­ing als Inspi­ra­tion für die vier Häuser von Hog­warts, der Zauber­schule aus Har­ry Pot­ter, gedi­ent haben soll. Dazu muss man wis­sen, dass Rowl­ing den ganzen ersten Band in einem Café in Edin­burgh geschrieben haben soll.

Nicht nur, dass Edin­burgh eine der schön­sten Städte der Welt sein soll, auch die Lage zwis­chen schneebe­deck­ten Bergen und dem Meer, die die Stadt umgeben, machen diese Stadt zu einem pit­toreskem Anblick. Ich habe mich auf Anhieb in diese Stadt ver­liebt.

Grassmarket

Weit­er geht’s zum Grass­mar­ket – ein Platz, der gerne benutzt wurde um Leute öffentlich zu erhän­gen. So zum Beispiel auch „Half Hanged Mary“, nach der ein Pub auf diesem Platz benan­nt wurde. Sie bekam ein une­he­lich­es Kind, dessen Tot­ge­burt sie nicht melden wollte und somit den Leich­nam des Kindes ver­steck­te. Allerd­ings wurde das tote Kind bis zu Mary zurück­ver­fol­gt und sie wurde öffentlich erhängt und für tot erk­lärt. Allerd­ings erwachte sie kurze Zeit später – bere­its im Sarg – zum Leben und da sie offiziell bere­its für tot befun­den wurde, durfte sie nicht noch ein­mal gehängt wer­den und genoss ihr zweites Leben. Weit­er­hin find­et man hier auch einen Vin­tage Store, in dem wir viel Spaß haben beim Begutacht­en der alt­modis­chen Klei­dung und so manchem schrä­gen Lumpen bei dem man sich kaum vorstellen kann, dass man daraus noch was machen kön­nte.

Mit­tag gibt’s auch hier – im „Oink!“. Dort liegt ein Span­fer­kel deko­ra­tiv im Schaufen­ster, dessen Fleisch frisch abge­tren­nt und im Brötchen verkauft wird. Ein­deutig empfehlenswert, auch wenn es etwas gruselig klingt. Gruselig ist auch ein Teil der Geschichte Edin­burghs. Aller­lei schräge Gestal­ten trieben hier schon ihr Unwe­sen. Zum Beispiel Men­schen, die andere umbracht­en um aus deren Leich­na­men Kap­i­tal zu schla­gen. Die medi­zinis­che Uni­ver­sität bezahlte gut, um immer wieder neue Leichen für Sezierübun­gen zu haben. So dacht­en sich zwei Män­ner ein­fach Reisende und Pros­ti­tu­ierte zu ermor­den, die kein­er ver­mis­sen würde, um sie dann zu Geld zu machen. Sie boten ihnen eine Stadt­führung und ein paar Drinks an, und bracht­en sie danach um die Ecke.

Grassmarket
Grass­mar­ket

Stadtpark

Sehr schön ist auch der Stadt­park mit Blick auf den Alt­stadtk­ern, das Schloss sowie die goth­is­che Architek­tur Edin­burghs und bunte blühende Krokusse. Hier sitzen wir in der Sonne auf ein­er Bank und genießen das Leben. Nach der dreistündi­gen Tour begeben wir uns auf die Suche nach einem Super­markt, allerd­ings ohne Erfolg. In der ganzen Stadt riecht es nach Pop­corn und all­ge­mein nach Essen. Es ist als gäbe es irgend­wo eine riesige Beduf­tungs­mas­chine, die den Touris­ten Hunger machen soll, damit sie ihr Geld in den zahlre­ichen Pubs lassen. Sehr auf­fäl­lig sind auch die vie­len Sou­venir­lä­den, die alle­samt schot­tis­che Kilts verkaufen. Min­destens alle 10m find­et sich ein ander­er Sou­venir­laden, der das gle­iche verkauft und man kommt nicht umhin sich zu fra­gen wie die sich alle hal­ten kön­nen.

 

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