Blick auf Muxia vom Hügel Corpiño hinter der Stadt

Spanien: Finisterre bis Muxia — Von einem Ende der Welt ans andere

Posted: 14. November 2021 by Annika

Fin­is­terre und Mux­ia sind ein krö­nen­der Abschluss dieser lan­gen Reise auf einem der Jakob­swege oder auch eine schöne Wan­derung für sich allein. Die Son­nenun­tergänge an bei­den Orten sind ein Traum. Let­ztes Jahr sind wir von San­ti­a­go de Com­postela bis nach Fin­is­terre gelaufen, dem “Ende der Welt”. Aber auch Mux­ia an der Cos­ta da Morte ist sehr schön und noch weniger fre­quen­tiert. So nehmen wir dieses Jahr den Weg zwis­chen Fin­is­terre und Mux­ia in Angriff. 

Wir fahren mit dem Bus nach Fin­is­terre (7 Euro, buch­bar über Flixbus) um am näch­sten Tag nach Mux­ia zu wan­dern. Am Abend sitzen wir mit Wein und Bier an den Klip­pen vom Kap Fin­is­terre mit seinem Leucht­turm und genießen den Son­nenun­ter­gang über dem Atlantik. Früher endete für die Men­schen hier die Welt. Es sich leicht zu sehen warum.

Weg nach Muxia

Am näch­sten Tag machen wir uns auf nach Mux­ia, wo es eben­falls sehr schön sein soll. Viele sprechen von Fin­is­terre als dem “touris­tis­chen” Ende des Jakob­sweg und dem “spir­ituellen” Ende in Mux­ia. Es sind 28km zwis­chen den zwei Orten. Von unser­er Unterkun­ft fol­gen wir der Straße, die nach links oben abzweigt und uns durch kleine Sied­lun­gen führt. Dann gehen wir auf einem Wald­weg bergauf bis wir Bux­an erre­ichen, wo wir in einem Café einkehren.

Dieses Café funk­tion­iert auf Spenden­ba­sis und es ist Selb­st­be­di­enung ange­sagt. Man nimmt sich also was man will und bezahlt dann was man will. Zwei Katzen gibt es auch. Wir haben den per­fek­ten Zeit­punkt für eine Pause aus­gewählt, denn schon bald kommt ein kräftiger Schauer runter. Wir warten ihn ab und machen uns dann wieder auf den Weg, auch wenn der Abschied von den kusche­li­gen Katzen schw­er fällt.

Dann fol­gen wir weit­er der Straße und haben bald einen wun­der­schö­nen Aus­blick auf den Strand, der nicht weit neben uns ver­läuft. Wir gelan­gen wieder auf einen Wald­weg bis wir Canosa erre­ichen wo wir aus Man­gel an Weg­weis­ern den falschen Abzweig nehmen. Laut Karte soll der Weg aber auch wieder auf den Camino stoßen. Nun­ja, nach ein­er Weile endet der Weg im Busch. Nur Tram­pel­spuren im Gras sind zu sehen, denen wir aber nicht trauen. Also laufen wir zurück und kehren dann auf den Camino zurück. Dieser führt uns wieder durch Wald bergab nach Lires, wo wir Mit­tagspause an ein­er Kirche machen. Genau jet­zt entschei­det sich jemand laut zu sensen, was unser­er Mit­tagspause die erhoffte Ruhe nimmt.

Kurz darauf über­queren wir einen Fluss über eine Brücke. Nun geht’s wieder ansteigend durch den Wald. Abwech­sel­nd auf Wald­we­gen und Straßen wan­dern wir san­ft ansteigend hin­auf bis zum höch­sten Punkt auf 270m. Spek­takulär ist es allerd­ings nicht, wir sehen nur ein paar Win­dräder. Hier tre­f­fen wir auf eine Spanierin, die den Weg mit Bal­leri­nas und rosa Glitzer­ruck­sack geht. Sie kann kaum Englisch, aber irgend­wie ver­ständi­gen wir uns. Sie hat nicht mal ein Tele­fon um Her­ber­gen zu buchen, sie ver­lässt sich auf andere Pil­ger, die ihr ihres lei­hen. Aber immer­hin ist sie auf die Art schon weit gekom­men — sie ist vor zwei Monat­en in Madrid los­ge­laufen. Ist für mich kaum zu glauben. Sie erkundigt sich auch immer wieder wie weit es noch nach Mux­ia ist, denn sie ist schon ganz schön fertig.

Zurück an die Küste

Wir wan­dern bergab durch licht­en Euka­lyp­tuswald bis wir an den schö­nen Strand Pra­ia de Louri­do kom­men. Einziger Wer­mut­stropfen ist eine große Hote­lan­lage im West­en des Strands. Wir hal­ten unsere Füße ins eiskalte Wass­er, für mehr ist es echt zu frisch. Auch in Spanien ist der Herb­st einge­zo­gen, mit­tler­weile haben wir tagsüber nur noch 20°C.

Der Rest des Weges ver­läuft an der Straße mit schö­nen Blick­en auf die fel­sige Küste. So erre­ichen wir Mux­ia. Die Häuschen zwis­chen den Felsen lassen eher an Island denn an Spanien denken. Die Küste hier heißt Cos­ta da Morte, die Küste des Todes, weil es hier bere­its viele Schiff­sunglücke gab.

Das Ende der Welt in Muxia

Am Abend besteigen wir den fel­si­gen Hügel Cor­piño hin­ter der Stadt. Der Auf­stieg ist dur­chaus aben­teuer­lich, mit Krax­el­stellen über plat­tige Felsen. Ich frage mich schon wie wir hier im Dunkeln wieder run­terkom­men wollen, aber als wir oben sind sehen wir einen ein­fachen Fußweg, der von der anderen Seite hin­auf führt. Von hier oben haben wir einen wun­der­schö­nen Blick auf die Häuser von Mux­ia, die fel­sige Küste und dem Heilig­tum San­tu­ario de Nosa Seño­ra da Bar­ca. Dann gehen wir hinab und nehmen das Heilig­tum, den Leucht­turm und die Felsen an die die Wellen schla­gen, näher in Augenschein.

Wir find­en einen schö­nen Platz und schauen uns von dort den Son­nenun­ter­gang an. Es ist wirk­lich ein beson­der­er Ort und defin­i­tiv eine Reise wert, egal ob zu Fuß oder mit dem Bus. Was schön­er ist — Fin­is­terre oder Mux­ia — lässt sich so nicht sagen. Jed­er Ort ist auf seine Weise magisch und einzi­gar­tig. Wer also Zeit hat sollte bei­de besuchen.

Am näch­sten Tag nehmen wir den 6:30 Uhr Bus und San­ti­a­go um dann nach Por­to weiterzufahren.

Übri­gens gibt es auch eine Vari­ante, die direkt an der Küste ent­lang führt: Der Camino dos Faros. Der Leucht­turmweg führt in 52,2km von Fin­is­terre nach Mux­ia. Lei­der habe ich diese Vari­ante zu spät ent­deckt, son­st wäre das sich­er eine schöne Alter­na­tive zum Camino im Inland. Ins­ge­samt hat der Weg sog­ar 200km, von Fin­is­terre bis nach Malpi­ca im Nor­den. Hier find­et ihr alles zum Camino dos Faros.

Hier find­et ihr alles zur Wan­derung von San­ti­a­go de Com­postela nach Fin­is­terre (unten im Artikel).


FAKTEN ZUR TOUR
Wan­derung Fin­is­terre nach Muxia
Gehzeit: 6h
Länge: 28km
Höhen­meter: 614hm
Aus­gangspunkt: Finisterre
Schwierigkeit: Einfach

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