Sri Lanka: Der heilige Tempel von Kataragama

Posted: 1. Dezember 2016 by Annika

Neben zahlre­ichen Stu­pas in Tis­sa befind­et sich nur wenige Kilo­me­ter weit­er der heilig­ste Tem­pel Sri Lankas in Kataraga­ma. Kataraga­ma ist die wichtig­ste religiöse Pil­ger­stätte Sri Lankas und sowohl für Bud­dhis­ten, Mus­lime als auch Hin­dus ein heiliger Ort. Ein Trip nach Kataraga­ma ist ide­al nach ein­er mor­gendlichen Safari im Bun­dala oder Yala Nationalpark.

Das ganze Jahr über strö­men die Gläu­bi­gen hier­her, um ihren Göt­tern zu huldigen, die Erfül­lung von Wün­schen oder Verge­bung von Sün­den zu erbit­ten. Per­fekt ist es Kataraga­ma zur Zeit des großen zehn­tägi­gen Fes­ti­vals Esala Per­a­hera im Juli/August zu besuchen, da es nicht so touris­tisch ist wie das in Kandy. Kataraga­ma bildet den End­punkt der jährlichen Pil­ger­reise, die von Jaffna über die Ostküste und durch die Nation­al­parks ver­läuft. Es gibt aber auch täglich um 10:30 Uhr, 18:30 Uhr und 22:30 Uhr eine Puja-Zer­e­monie, bei der die Gläu­bi­gen Kokos­nüsse auf den Ein­gangsstufen zertrüm­mern, was Glück brin­gen soll. Skan­da (auch Kataraga­ma genan­nt) ist ein Kriegs­gott und wird vor allem von Hin­dus verehrt. Da alle Hin­dus auch Bud­dha verehren, wen­den sie sich mit ihren Bit­ten auch an ihn — und sog­ar die Musilme fühlen sich im Heilig­tum integriert.

Auf dem Weg nach Kataragama
Der Hotelbe­sitzer stellt uns net­ter­weise wieder seinen Roller zur Ver­fü­gung damit wir nach Kataraga­ma gelan­gen kön­nen. Alter­na­tiv fährt der lokale Bus in die Stadt. Die etwa 15km lange Fahrt führt uns durch kleine Dör­fer und dauert eine halbe Stunde. Wir parken den Roller zwis­chen den Stän­den die Obstschalen als Opfer­gaben verkaufen. Durch einen Park, in dem Hun­dewelpen spie­len und Büf­fel umher laufen, gehen wir zur Brücke, die zu den Tem­pelan­la­gen führt. Es gibt dem Gelände auch eine weiße Moschee, die wir aber nicht betreten. Auf dem Platz in der Mitte find­et eine Ver­anstal­tung statt. Kinder in Verklei­dung führen auf ein­er Tri­bune etwas vor. Davor sitzen die Eltern und sehen zu. Wir gehen in einen kleinen Tem­pel der mit blink­enden Lichtern geschmückt ist. Sieht ein biss­chen nach Las Vegas aus.

Der heilige Maha Devale
Skan­da resi­diert im heilig­sten, aber eher schmuck­losen Maha Devale, der sog­ar ohne eine bildliche Darstel­lung des Kriegs­gotts auskommt — ein weißer, qua­dratis­ch­er und fast unschein­bar­er Tem­pel­bau, der von ein­er mit Ele­fan­ten und Pfauen verzierten Mauer umgeben ist. Hier wer­den Blu­men und Früchte darge­bracht, während die hier rußen­den Öllam­p­en schon seit ewigen Zeit­en bren­nen sollen. In der Mitte des Tem­pels ste­ht ein großer Bod­hi Baum in dem Hanu­man Affen herum­sprin­gen, die es vor allem auf Reste von zer­schla­ge­nen Kokos­nüssen abge­se­hen haben. Kokos­nüsse wer­den inbrün­stig in die Gebete ein­be­zo­gen und zärtlich geküsst um dann mit voller Wucht auf dem Boden zer­schmettert zu werden.

Wir gehen eine lange Allee ent­lang, die durch eine Grü­nan­lage führt. Dabei sehen wir einen Ele­fan­ten und Nashorn­vögel. Die Allee führt zum bud­dhis­tis­chen Heilig­tum Kiri Vihara (Milch-Tem­pel). Wir umrun­den die weiße ein­mal im Uhrzeigersinn. Der Boden ist sehr heiß und da wir bar­fuß sind bren­nen uns die Fuß­sohlen. Auch son­st läuft uns der Schweiß herunter.

Wir gehen zu den Tem­peln zurück und kom­men an weit­eren kleinen Tem­peln vor­bei. Unter anderem einem Ganesch- und Vish­nu-Schrein. Auch ein kleines Archäol­o­gis­ches Muse­um befind­et sich auf dem Tempelgelände.

Wir gehen zur Brücke zurück. Im Fluss Menik Gan­ga (Fluss der Edel­steine) waschen Meschen ihre Klei­der, baden und putzen sich die Zähne. Der Fluss ist wie ein öffentlich­es Bade­haus. Wir gehen zum Roller zurück und fahren zurück nach Tis­sa. Auf dem Weg schauen wir uns noch zwei kleinere Tem­pel an.

Die Große Dago­ba in Tissa
Zurück in Tis­sa fahren wir zur großen weißen Stu­pa, der schneeweißen 56m hohen Großen Dago­ba. Sie gehört für Bud­dhis­ten zu den 16 heilig­sten Orten Sri Lankas. Es find­et ger­ade eine Prozes­sion statt zu Ehren ein­er bud­dhis­tis­chen Gruppe aus Korea. Junge Mäd­chen spie­len Instru­mente während Män­ner dazu tanzen. Zwei Ele­fan­ten sind auch dabei, lei­der in schwere Ket­ten mit wenig Bewe­gungsspiel­raum gelegt. Junge in Orange gek­lei­dete Mönche ste­hen in ein­er Rei­he und ver­fol­gen die Zeremonie.

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