Sri Lanka: Do-It-Yourself Safari in Tissamaharama

Posted: 29. November 2016 by Annika

Während die meis­ten in Tis­sama­hara­ma, kurz Tis­sa, nur einen Zwis­chen­stopp auf ihrem Weg in den Yala Nation­al­park sehen, gibt es auch in und um Tis­sa einiges zu erleben. Allein die Seen vor den Toren der Stadt bieten Gele­gen­heit auf eigene Faust die Tier- und Pflanzen­welt Sri Lankas zu erkunden.

Um nach Tis­sama­hara­ma zu kom­men entschei­den wir uns für die kom­fort­ablere, schnellere, aber auch teurere Lösung des Taxis. Die Fahrt kostet 8.000 Rupi­en. Die Alter­na­tive ist der lokale Bus, der aber mehr als vier­mal so lange brauchen würde. Unter­wegs bietet uns der Fahrer an einige Sehenswürdigkeit­en anzus­teuern und erk­lärt auch alle Gebäude an denen wir vor­beikom­men. Er bietet uns an noch mehr zu sehen, natür­lich gegen einen kleinen Auf­preis. Bei sein­er Preis­gestal­tung wird er immer teur­er, je inter­essiert­er wir uns zeigen. Wir lassen uns lieber ohne Umwege nach Tis­sa brin­gen. Damit endet auch seine Erk­lärung und wir zahlen nur den vere­in­barten Preis. Im Hotel wer­den wir mit einem Saft begrüßt. Es ist ziem­lich neu und wird von einem jun­gen Paar betrieben, dass sich sichtlich Mühe gibt. Wir fühlen uns gle­ich wohl.

DIY Safari am Tis­sa Wewa
Geprägt wird das Bild von Tis­sa von den Süßwass­er-Reser­voirs, Wewas genan­nt, die sich in der stets trock­e­nen Gegend als Paradies für Wasservögel und ihre Beobachter präsen­tieren. Mith­il­fe dieser Staubeck­en wurde die Region schon vor über tausend Jahren bewässert. Einst gab es lan­desweit 32.000 kleinere und mit­tel­große Wewas, von denen heute nur noch 12.000 übrig sind. Der rund 1,5km vom Zen­trum liegende Wasser­spe­ich­er gilt als ein­er der lan­desweit schön­sten und zeigt sich beson­ders an seinem Südufer von sein­er idyl­lis­chen Seite, wo sich Baum­riesen mit mächti­gen Kro­nen im Wass­er spiegeln.

Wir wollen noch Tis­sa Wewa fahren und müssen zum Geld holen in die Stadt fahren. Die Hotelbe­sitzer lei­hen uns dafür sog­ar ihren Roller und zwar kosten­los. Das erste Mal in Sri Lan­ka fühlen uns wir ganz wohl. Wir fahren am Seeufer ent­lang, das dicht bewach­sen ist, ver­fahren uns aber dann. Wir brauchen ein paar Anläufe um in die Stadt zu find­en. Dabei kom­men wir an Reis­feldern vor­bei in denen weiße Rei­her Beute suchen. Einige Hunde tum­meln sich auf der Straße und ab und zu auch eine Kuh. Wir holen Geld und fahren zum See zurück. Wir fahren an ihm ent­lang und sehen Vögel und Flughunde. Wir hal­ten an ein­er Stelle in der Affen niedrig in den Bäu­men sitzen und beobacht­en sie. Wir haben ein wenig Angst um unser Hab und Gut, aber die Affen sind eher scheu als aufdringlich.

Wir fahren langsam weit­er und beobacht­en die Umge­bung. Wir ent­deck­en noch einige Vögel — Sit­tiche, Rei­her, Eisvögel, Tauben und andere. Die Umge­bung wird ländlich­er und in einem Dorf biegen wir von der geteerten Straße in einen Feld­weg ab. Wir hal­ten an ein­er Stelle wo ein Flughund in ein­er Strom­leitung hängt. Eine Frau spricht uns aus einem Hof im gebroch­enen Englisch an. Wir unter­hal­ten uns mit ihr und sie schenkt uns einen Granat­apfel. Sie ist Lehrerin in ihrem kleinen Dorf und wohnt hier zusam­men mit ihrer Tochter und ihrem Mann. Auf zwei Motor­rädern kom­men sechs ihrer Schüler vor­bei. Sie kön­nen kein Englisch, aber ein­er zieht ein Streifen­hörnchen auf, das aus dem Baum gefall­en ist. Sie sind sehr neugierig und die Neuigkeit, dass Aus­län­der im Dorf sind, hat sie offen­bar auf den Plan gerufen. Sie sind eigentlich noch zu jung zum Motor­rad­fahren, hier stört das aber nie­man­den. Der Mann der Frau spricht kein Englisch und sie hat auch eine Tochter, die sich eher zurück­hält. Alle sind sehr fre­undlich und bald sitzen wir auf der Veran­da mit ihnen zusam­men. Der Mann ist bere­its in Rente und bestellt den großen Garten jet­zt als Farm. Wir bekom­men eine Art Kokos­nuss. Man trinkt von ihr nur das Wass­er zusam­men mit Zuck­er und sie hat kaum Frucht­fleisch. Wir trinken zwei davon, dann bekom­men wir noch eine Man­go und ein paar andere Früchte geschenkt. Sie zeigen uns das Innere ihres großen Haus­es, das aber nur spär­lich möbliert ist. Die Eheleute schlafen in getren­nten Zim­mer, auch die Tochter, die in Ham­ban­to­ta studiert, hat ein eigenes Zim­mer. Beson­ders stolz sind sie auf ihren beleuchteten Bud­dha-Zim­mer­spring­brun­nen. Sie laden uns ein, bei unserem näch­sten Besuch bei ihnen zu schlafen. Die Begeg­nung war sehr schön, das erste Mal in Sri Lan­ka kom­men wir mit den Men­schen in Kon­takt, die es nicht nur auf das Geld der Touris­ten abge­se­hen haben.


HOTEL EMPFEHLUNG IN TISSAMAHARAMA
Pearl City Hotel
Nr. 477, Ire­sha Build­ing, Debarawe­wa, 82600 Tissamaharama
ab 10 Euro für zwei Per­so­n­en im Dop­pelz­im­mer inkl. Frühstück

Extrem gast­fre­undliche Besitzer, gutes Früh­stück und Snacks zwis­chen­durch, Restau­rant mit leck­eren reich­halti­gen Por­tio­nen, saubere Zim­mer und das alles zu einem guten Preis. A home away from home!

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