Sri Lanka: Im überfüllten Zug und dreistem Tuk-Tuk in den Süden

Posted: 27. November 2016

Auf dem Weg von Colom­bo in den Süden Sri Lankas reisen wir im über­vollen Zug bis nach Galle, wo uns ein Tuk-Tuk-Fahrer ein­sam­melt, der ganz darauf aus ist uns unseres Geldes zu erle­ichtern. Daraus kann man nur ler­nen.

Bei unserem Flug von den Male­di­v­en nach Colom­bo hat­ten wir Glück und haben ein Upgrade in die Busi­ness­class bekom­men. Der Flug dauert zwar nicht länger als eine Stunde, aber wir genießen es trotz­dem. Am Abend kom­men wir in Colom­bo an, wo wir nur noch die näch­sten Tage in Sri Lan­ka pla­nen bevor wir ins Bett sinken.

In die Falle getappt
Am näch­sten Tag fahren wir mit einem Tuk-Tuk zum Bahn­hof. Mit ein­er hal­ben Stunde Ver­spä­tung fährt der Zug los, der ger­am­melt voll ist. Einen Sitz­platz haben wir nicht bekom­men und so ste­hen wir im Ein­gangs­bere­ich des Wag­ons. Die Fahrt dauert etwa 2,5h nach Galle. Die meiste Zeit fahren wir am Meer ent­lang. Da die Zugtüren nicht schließen, haben wir immer einen guten Blick auf Strände, kleine Ortschaften, geschäftiges Treiben und bunte Wäsche, die in der Sonne trock­net. Gegen Mit­tag kom­men wir in Galle an, wo wir gle­ich am Ein­gang des Bahn­hofs von einem Schwarm Tuk-Tuk-Fahrer umringt wer­den. Wir sind etwas über­fordert und ein Tuk-Tuk-Fahrer will uns 3.000 Rupi­en für die Fahrt nach Miris­sa abknöpfen, was ein paar Sehenswürdigkeit­en wie einen Tem­pel und Besuch ein­er Schild­kröte­naufzucht­sta­tion mit ein­schließt. Wir lassen uns bre­itschla­gen und fahren mit ihm. Ein großer Fehler. In Sri Lan­ka sollte man sich stets nur von A nach B fahren lassen, son­st lan­det man in solchen Touris­ten­fall­en wie wir.

Ayurve­da und Tem­pel
Unser erster Stop führt uns zu ein­er Ayurveda­farm. Ein Typ führt uns durch einen Garten und zeigt uns ver­schiedene Pflanzen und wie man sie anwen­det. Meis­tens geht es um Schön­heit­s­the­men wie Fal­ten, Fet­tleibigkeit, Kramp­fadern. Es fol­gt eine “kosten­lose” Ayurve­da-Mas­sage. Am Ende sind wir von oben bis unten voller Öl und 1.000 Rupi­en ärmer. Im Geschäft kaufen wir nichts, aber es gehen nochmal 500 Rupi­en Trinkgeld drauf, obwohl er einen erwartungsvollen Blick auf­set­zt. Die Fahrt geht weit­er und wir kom­men zu einem Tem­pel, der in einen Felsen gebaut wurde. Bar­fuß gehen wir ein paar Stufen hin­auf um zu ihm zu gelan­gen, was in der Mit­tagshitze und mit öliger Haut ziem­lich schweißtreibend ist. Neben dem Tem­pel ste­ht eine große Bud­dha Stat­uen in leuch­t­en­dem Gelb und Orange. Im Tem­pel sind weit­ere Stat­uen und die Wände sind bunt bemalt. Ein junger Mönch im leuch­t­end orangen Gewand erzählt uns etwas über die Bilder. Ein Bild stellt den Werde­gang des Men­schen von Geburt bis Tod da. Wir erkun­den auch die Auße­nan­lage des Tem­pels wo große Bäume und Fels­brock­en ste­hen. Wir ziehen unsere Schuhe wieder an und gehen zum Tuk-Tuk zurück. Unser Fahrer will uns noch zu ein­er Gewürz- und Teeplan­tage brin­gen, wir lehnen aber ab, da es wohl nur wieder auf Gel­daus­geben hin­aus­läuft. Stattdessen wollen wir was essen. Der Tuk-Tuk-Fahrer ist nicht beson­ders begeis­tert davon, wahrschein­lich ken­nt er hier nie­man­den bei dem er Pro­vi­sion bekommt. Er bringt uns aber zu einem Restau­rant am Strand. Anstal­ten sich an der Rech­nung zu beteili­gen macht er nicht.

Schild­kröten
Der näch­ste Stop ist eine Schild­kröte­naufzucht­sta­tion. Der Ein­tritt kostet 1.000 Rupi­en, was uns schon viel vorkommt. Sie haben ein paar kleine Beck­en, wo sie ver­schiedene Schild­kröten haben. Wir sehen Karett‑, Sup­pen- , Oliv-Bas­tard- und Unechte Karettschild­kröten. Sie haben auch eine Wanne mit frisch geschlüpften Schild­kröten, die nur wenige Tage alt sind. Die Schild­kröten wer­den solange hier behal­ten, bis sie nach ein paar Wochen etwas größer und robuster gewor­den sind und dann ins Meer ent­lassen. Zu den hier vork­om­menden Arten gibt es Info­plakate und ein älter­er Herr führt uns kurz herum. Die Sta­tion ist nicht sehr groß und noch nicht mal ein­er hal­ben Stunde haben wir alles gese­hen.

Die Stelzen­fis­ch­er von Sri Lan­ka
Wir fahren weit­er und hal­ten bei den Stelzen­fis­ch­ern. Die tra­di­tionelle Art zu fis­chen in Sri Lan­ka ist auf etwa 2m hohen handge­fer­tigten Holzgestellen zu sitzen und darauf zu warten, dass ein Fisch anbeißt. Mit­tler­weile ver­di­enen die Fis­ch­er mehr Geld durch Touris­ten als durch wirk­lich­es Fis­chen, weshalb es sich nur noch um reine Insze­nierung han­delt. Es gibt nur noch wenige Fis­ch­er, die auf diese tra­di­tionelle Art fis­chen, die meis­ten fahren mit dem Boot raus.

Es ste­hen mehrere Stelzen im Meer, darauf sitzt aber nie­mand. Ein Mann spricht uns an, er ist ein­er der Fis­ch­er. Ein Foto mit fünf Fis­ch­ern kostet 1.500 Rupi­en. Als wir ablehnen bietet er uns drei Fis­ch­er für 1.000 Rupi­en an. Für uns harte Touris­ten­ab­zocke. Die Fis­ch­er sitzen noch nicht mal darauf, wür­den sich lediglich für mein Foto auf die Stelzen begeben, und an ihrer Angel befind­en sich nicht mal Leinen. Vielle­icht wenn die Sonne hin­ter ihnen untergin­ge… Wir fahren zum Hotel, das wir nach einigem Suchen dann find­en. Lei­der haben wir nicht das nötige Klein­geld um unseren Tuk-Tuk-Fahrer passend zu bezahlen, und er will uns das Rest­geld nicht zurück­geben. Wir disku­tieren eine Weile, am Ende bekom­men wir etwas von dem Geld zurück. Puh, was für eine Erfahrung. Wir sind bei­de einiger­maßen gen­ervt, kein so guter Ein­stieg in Sri Lan­ka.

Am Strand von Miris­sa
Wir ruhen uns erst­mal aus und gehen dann an den Strand, der nicht weit von unserem Guest­house ent­fer­nt ist. Wir sehen ein paar Surfer im Wass­er, für uns sind die Wellen aber zu hoch und ein paar Steine schauen aus dem Wass­er. In mir kom­men Erin­nerun­gen an Peru hoch, wo wir von Wellen und Riff ver­prügelt wor­den sind. Wir gehen am Sand­strand ent­lang, wo es lei­der zu flach zu Sur­fen ist. Aneinan­der gerei­ht ste­hen hier die Strand­bars und Restau­rants. Wir kom­men zu einem weit­eren Surfspot, aber auch dieser sieht wenig vielver­sprechend aus. Wir wat­en durch das Meer und gehen über einen schmalen Sand­grat eine Insel hin­auf. Der Weg ist ziem­lich erodiert, noch ein paar starke Regen­schauer und er wird unpassier­bar sein. Wir wan­dern ein wenig auf der Insel herum und gehen dann an den Strand zurück. In ein­er Bar genehmi­gen wir uns ein Bier und sehen der tiefroten Sonne beim Versinken im Meer zu.

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