Neuseeland: Start ins große Abenteuer

Posted: 15. Juli 2007

Es gibt eine Stelle in Herr der Ringe in der Samweis Gamd­schie zu seinem Her­rn Fro­do sagt: „Wenn ich noch einen Schritt mache, bin ich soweit von zu Hause fort wie noch nie zu vor“. Dieser Dialo­gauszug ist beze­ich­nend für diese Reise, denn weit­er von zu Hause ent­fer­nt als Neusee­land kann man gar nicht sein. Bohre man ein Loch durch den Erd­mit­telpunkt, so käme man direkt im Meer neben Neusee­land her­aus. 23.500km tren­nen einen von der Heimat.

Die große Reise begin­nt in Berlin. Schw­er­er Abschied und das Fließen des einen oder anderen Tränchens. Denn trotz Freude auf die neue Heimat gibt es einige Men­schen, die man nur sehr ungern zurück­lässt. Vom Flugzeug aus kann man wink­ende Hände aus­machen, eine davon gehört zu mein­er Mama.

Let­zte wehmütige Gedanken an die Lieb­sten und schon eine Stunde später heißt uns der riesen­große Flughafen von Frank­furt willkom­men. Nun gilt es Zeit totzuschla­gen und davon jede Menge. Den Flugzeu­gen beim Starten und lan­den im Minu­ten­takt zuse­hen, sich ori­en­tieren, anstellen und vor allem: Warten. Der Flughafen ist wirk­lich über­wälti­gend groß und mod­ern.

Nach acht Stun­den ist das Flugzeug, das uns nun nach Sin­ga­pur brin­gen soll und somit Deutsch­land endgültig ver­lassen lässt, start­bere­it. Der große Schritt lässt aber noch auf sich warten, denn als wir endlich eincheck­en und das Flugzeug betreten kön­nen, müssen wir dieses auf­grund tech­nis­ch­er Prob­leme mit der Kli­maan­lage wieder ver­lassen. Es fol­gen zwei weit­ere Stun­den Warten und erstes Weg­nick­en. Nach ein­er weit­eren Stunde erhebt sich die große Boe­ing 747 endlich in die Lüfte und die müden Augen schließen sich nach dem Aben­dessen für eine Weile. Das Ange­bot an Unter­hal­tung über­trifft meine Erwartun­gen. Jed­er Sitz hat einen eige­nen Mon­i­tor und man kann zwis­chen diversen Fil­men, Musik und sog­ar Spie­len wählen. Ich schaue „Music & Lyrics“, „The Dead Girl“ und „Har­ry Pot­ter“ (geht ja immer!).

Bei dem Blick aus dem Fen­ster ent­decke ich vor allem Wolken und viel viel Wass­er. Später erscheinen kleine Inseln, wir fliegen über Indi­en und schon erre­ichen wir Sin­ga­pur. Auf­grund der Ver­spä­tung muss nun alles schnell gehen. Sachen schnap­pen, raus aus dem Flugzeug, Board­karte nicht find­en kön­nen, zum Schal­ter, neue geben lassen, durch die x-te Sicher­heit­skon­trolle dieses Tages schre­it­en, alte Board­karte doch wieder find­en.

Nun sitze ich wieder im Flieger und genieße die Aus­sicht beim Start. Es ist dunkel und ich sehe viele blink­ende Lichter dieser großen Stadt, den Hafen und viele leuch­t­ende Schiffe. Essen gibt es auch schon wieder. Es fragt sich wo man das alles hinessen soll, denn zusät­zlich zu den Mahlzeit­en wird der Pas­sagi­er mit Snacks, heißer Schoko­lade mit Marsh­mal­lows und anderem ver­sorgt. Auch ein soge­nan­ntes „Com­fort Pack“ darf nicht fehlen, das eine Schlaf­maske, eine Minizahn­bürste sowie ein Schlüs­sel­band umfasst. Viel Zeit zum Nach­denken fol­gt nun. Allzu viel Zeit in der ich mich fra­gen kon­nte, was ich da eigentlich im Begriff bin zu tun, hat­te ich bish­er nicht. Anreise und Stu­di­en­aufen­thalt wurde von mir zwar viele Monate zuvor geplant, aber die Bedeu­tung dessen wird mir wohl erst noch bewusst. Die Bedeu­tung dieses großen Schritts ans andere Ende dieser Welt. Auf nach Syd­ney und schauen was der näch­ste Hal­tepunkt bere­i­thält!

Während der fol­gen­den Stun­den ist es Nacht und bis auf ein paar funkel­nde Sterne ist nichts zu sehen. Nun geht die Sonne auf und gibt einen her­rlichen Aus­blick auf Aus­tralien frei. Der Lan­dean­flug – und somit die let­zte Etappe – begin­nt. Erst viel Sand und Wass­er ist dort unten zu sehen, dann viele Berge und Wolken, die sich umeinan­der ranken. Viele Bäume und die Sonne taucht die Gipfel der Berge in ein warmes Rot. Das macht richtig Lust auf Aus­tralien!

 

Dann erscheint Syd­ney. Was für eine riesige Stadt! Sie will gar nicht mehr aufhören, ich bin völ­lig über­wältigt von dem Anblick.

Wir haben einen her­rlichen Aus­blick auf die Sonne, die über dem Meer aufge­ht, wir fliegen eine Schleife über das Meer und zurück auf das Fes­t­land. So genießen wir einen schö­nen Überblick über die Küste Aus­traliens und auf Wellen, die sich ans Ufer ergießen.

Der Anschlussflug in Syd­ney ist auf­grund der vorheri­gen Ver­spä­tung in Frank­furt weg, doch wir wer­den auf einen anderen Flug umge­bucht. Es heißt wieder Warten, kurz Frischmachen und dann geht es weit­er. Dies­mal mit der Flugge­sellschaft „LAN“, die aus Mexiko kommt. Ich ver­ste­he kein Wort von dem Spanisch, das die Damen von sich geben. Die schö­nen Fen­ster­plätze sind lei­der flöten, ich sitze direkt in der Mitte und auch noch über den Flügeln. Ergo nichts zu sehen von der neuen Heimat, was ich mehr als schade finde. Nach knapp drei Stun­den set­zt der Flieger auf neuseeländis­chem Boden auf und nach schar­fen Sicher­heit­skon­trollen in Neusee­land ste­ht man endlich draußen.

Eine SMS nach Deutsch­land um mitzuteilen, dass wir heil angekom­men sind, später, begin­nt es schon zu däm­mern und die Suche nach dem Bus, der einen nach Down­town trans­portieren soll, erweist sich als schwieriger als gedacht. Schön ist der Aus­blick auf die ersten Pal­men am Straßen­rand. Ich liebe Städte mit Pal­men! Es ist eben so ein völ­lig anderes Bild, das sich einem hier erschließt.

Wir find­en den Bus und holen Erkundi­gun­gen nach einem Youth Hos­tel ein. Der „Air­Bus“ kostet 15$ und fährt nach Down­town. Set­zen und erst­mal die Augen schließen bis wir in Down­town sind. Wir tre­f­fen auf einige andere, die das gle­iche Hos­tel suchen und es ist schnell gefun­den. Im Nach­hinein betra­chtet, finde ich es ganz schön unbe­dacht ohne eine Hostel­buchung oder auch nur Infor­ma­tio­nen wo sich über­haupt eins befind­et, nach Neusee­land zu fliegen. Aber es fügt sich eben doch alles irgend­wie von selb­st. Erster Ein­druck von Auck­land ist vor allem laut. Mit­tler­weile ist es völ­lig dunkel und es ist nur noch Eincheck­en und ganz schnell schlafen ange­sagt. Ich bin total kaputt und schlafe sofort und in voller Mon­tur ein. An Essen denke ich auch nicht mehr.

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