Steinberge Challenge: Das vielfältige Outdoorparadies

Posted: 12. Juli 2021 by Annika

[Wer­bung*] Nach den harten Monat­en des Lock­downs ste­ht endlich wieder eine Reise an. Für mich geht’s in die Regio­nen Saalfelden Leogang, Salzburg­er Saalach­tal und dem Pillersee­Tal, die ein wahres Out­door­paradies sind. Und genau das ste­ht die näch­sten Tage auf dem Pro­gramm: Klet­tern, Wan­dern, Moun­tain­biken, raften — so wer­den wir die Region um die Stein­berge erkun­den. Mit dem E‑Bike geht es im Rah­men der Stein­berge Chal­lenge ein­mal rund um die Stein­berge und auf dem Weg gilt es viele Aben­teuer zu erleben.

1. Tag: Ankommen in der Bergsportregion Steinberge

Nach mein­er zweistündi­gen Anreise nach Leogang, wo wir die erste Nacht ver­brin­gen und in sieben Tagen auch wieder ankom­men wer­den, checke ich im Bio­ho­tel Ruper­tus ein und begebe mich sogle­ich an den her­rlichen Natur­pool und erfrische mich. Dann geht’s auch schon los. Ich tre­ffe auf Björn von bergparadiese.de und Jan­nik und Thomas von trekkinglife.de mit denen ich die näch­sten Tage ver­brin­gen werde.

Wir brechen zur Klet­ter­halle in Leogang auf, wo wir eine Ein­führung ins Klet­tern bekom­men. Für mich inter­es­sant ist das Aus­pro­bieren ver­schieden­er Sicherungs­geräte und was sich da die let­zten Jahre auf dem Markt getan hat. Sog­ar der Click Up, mein bevorzugtes Sicherungs­gerät, hat ein Update erfahren. So sorgt ein Tren­nele­ment für zusät­zliche Fehler­tol­er­anz bei der Posi­tion­ierung der Bremshand.

Außer­dem ist es span­nend für mich nach langer Zeit mal wieder in die Klet­ter­schuhe zu steigen. Ein Bein­bruch Anfang des Jahres hat mich in eine Zwangspause geschickt. Ich starte auf­grund mein­er Klet­ter­erfahrung gle­ich mit einem Vorstieg, allerd­ings in ein­er angemessen ein­fachen 4er Route. Den Rest klet­tern wir dann im Toprope, was mir als Wiedere­in­stieg auch völ­lig langt. Wenn ich länger nicht klet­tere, dann habe ich immer wieder mit der Höhe zu kämpfen. Da komme ich auch so ins Schwitzen.

Danach heißt es E‑Mountainbikes auslei­hen und Bike Guide Emil gibt uns eine Ein­führung ins Moun­tain­biken. Für mich als absoluter Moun­tain­bike-Noob dur­chaus fordernd. Wir fahren über eine schmale Planke, über Wurzeln und unebene Unter­gründe, im Slalom um Hütchen, usw. Nicht alle Übun­gen traue ich mir zu, aber ich schaffe mehr als gedacht. Ein Moun­tain­bik­er wird aus mit wahrschein­lich trotz­dem nicht.

Die Jungs hinge­gen meis­tern die Auf­gaben ziem­lich gut und ich kann nur staunend zuschauen. Guide Emil ver­sichert mir jedoch, dass ich mich für den Anfang gut geschla­gen habe. Danach fahren wir gemütlich etwa 20 Minuten auf einem schö­nen Rad­weg zur Seealm. So ein E‑Bike ist wirk­lich klasse. Wo ich es nor­mal über­haupt nicht mit bergauf fahren habe, ist es nun kinder­le­icht. Angenehmer Fahrtwind macht die Tour eben­falls zum Genuss. An der kleinen Seealm essen wir dann zu Abend — mit schönem Blick auf einen kleinen See. Hüh­n­er und Häschen machen den Ort umso idyl­lis­ch­er. Nach dem Ver­speisen von leck­eren Kas­pressknödeln geht es im Son­nenun­ter­gang wieder zurück — haupt­säch­lich bergab — und im Nu sind wir wieder am Hotel, wo man die Räder in der Tief­garage parken kann.

2. Tag: Mountainbiken auf dem Biathlon WM Pfad und Klettern am Wiesensee

Nach einem üppi­gen Früh­stück schwin­gen wir uns auf die Räder und fahren in das Pillersee­Tal nach Hochfilzen, wo wir dann auf den Biathlon WM Pfad abbiegen. Der heißt so, weil sich ver­schiedene Sta­tio­nen mit Biathlon beschäfti­gen und Hochfilzen Aus­tra­gung­sort des jährlich stat­tfind­en­den Biathlon Weltcups ist. Inter­es­san­ter für mich sind jedoch die Aus­blicke auf die umgebene Berg­welt, die wir beim Auf- und Abfahren genießen. Erst seit kurzem ist der Weg auch für Fahrräder freigegeben. Wir radeln stramm bergauf, vor­bei an idyl­lis­chen Almen, Kühen und wun­der­schö­nen Aus­sicht­en auf die Stein­berge. Wir ver­fahren uns zwar ein-zweimal, kom­men aber schließlich an unserem ersten Ziel — dem Wiesensee — an.

Hier heißt es nun wieder Klet­tern, allerd­ings am Fels. Am Wiesensee befind­et sich ein klein­er Klet­ter­garten in dem es 25 Routen im Bere­ich des 3. bis 8. Grads gibt. Klet­ter­möglichkeit­en gibt es in der Bergsportre­gion Stein­berge jede Menge — von Sportk­let­ter­routen über Mehr­seil­län­gen und Boul­derge­bi­eten bis hin zu Klet­ter­steigen wird hier alles geboten. Zwei Klet­ter­guides warten schon auf uns und haben bere­its zwei Toprope Seile einge­hängt. Die erste Klet­ter­route schaffe ich ohne Schwierigkeit­en, die zweite ist jedoch ganz schön hap­pig. Ich merke wie mir die Übung fehlt.

Dann geht’s wieder auf die Radl und wir fahren bis zum Ses­sel­lift der Buchen­stein­wand auf der das Jakob­skreuz thront, ein riesiges Kreuz mit Aus­sicht­splat­tfor­men. Hier war ich schon­mal im Win­ter 2020, aber im Som­mer sieht alles nochmal ganz anders aus. Die Aus­sicht­en vom Kreuz sind wirk­lich fan­tastisch, man hat die umliegen­den Täler und die Berg­welt vor sich, aber auch Weit­sicht­en bis zum Groß­glock­n­er. Wir spazieren noch ein wenig auf dem Panora­maweg, der einen schö­nen Blick aufs Jakob­skreuz bietet und ein paar hiesige Pflanzen vorstellt, die auch fast alle in voller Blüte ste­hen. Wir gelan­gen an einen kleinen See und gehen zurück zur Bergstation.

Wieder unten heißt es nun die let­zten Kilo­me­ter nach Fieber­brunn stram­peln. Weil sich mein Schloss in meinen Ped­alen ver­hed­dert muss ich kurz stop­pen und ver­liere dabei die Jungs, aber dank Google Maps komme ich trotz­dem ans Ziel. Wir ver­stauen die Radl, steck­en sie an die Ladegeräte und gehen dann in ein Eis­café in Fieber­brunn. Nach über 30km und 500hm haben wir uns eine kleine Beloh­nung ver­di­ent. Dabei haben wir auch die Bun­des­land­gren­ze vom Salzburg­er Land nach Tirol überquert.

Heute sind wir in dem kleinen und fam­i­lienge­führten Hotel Met­zger­wirt unterge­bracht, das auch einen Pool hat in den ich gle­ich nach mein­er Ankun­ft hüpfe. Dann wird es auch schon Zeit fürs Aben­dessen. Ein reich­haltiges 4‑Gängemenü wartet auf uns. Ein­deutig zu viel für mich, zumal der Eis­cafébe­such mir auch noch im Magen liegt. Es ist aber sehr leck­er. So lassen wir entspan­nt den Abend ausklin­gen während ein Gewit­ter mit Platzre­gen um uns herum tobt.

3. Tag: Wandern und der Marokka Klettersteig

Heute ste­ht Wan­dern und Klet­ter­steig gehen an. Dafür tre­f­fen wir uns an der Tal­sta­tion der Streubö­den­gondel mit unserem heuti­gen Bergführer Wastl, einem echt­en Tirol­er Orig­i­nal. Dann geht’s gemäch­lich mit der Gondel hin­auf. Wir wech­seln in die Lärch­filzko­gel­bahn und fahren noch ein weit­eres Stück hin­auf. Von hier sind’s etwa 250hm zum Ein­stieg zum Klet­ter­steig Marok­ka. Erst­mal geht’s von der Bergsta­tion der Lärch­filzko­gel­bahn bergab.

Dabei sind wir sind in tiefhän­gen­den Wolken gefan­gen und die Sicht ist gle­ich Null. Von der Wildalm geht es nun bergauf, erst auf einem bre­it­en Weg, der zu einem schmalen Steig mit Stufen wird. Etwas unter­halb des Wild­seeloder­haus­es zweigt ein Weg links ab und wir gelan­gen über einen fels­durch­set­zten Weg, der rel­a­tiv eben zum Ein­stieg führt. Wir schlüpfen in Gurt und Klet­ter­steigsets und schon geht es los.

Der Ein­stieg ist schon recht knack­ig mit C‑Stellen in ein­er senkrecht aufra­gen­den Fel­swand, die mit Tritthil­fen verse­hen ist. Wie immer, wenn ich lange keinen Klet­ter­steig gegan­gen bin, brauche ich ein biss­chen um in den genussvollen Flow zu kom­men. Über ein­facheres Gehgelände kom­men wir zu ein­er Seil­brücke, die man zwar auch links umge­hen kön­nte, was aber nur halb soviel Spaß macht.

Inzwis­chen reißen die Wolken etwas auf und geben erste Blicke ins Tal unter uns frei. Der Klet­ter­steig ist recht aus­ge­set­zt und bietet immer wieder grandiose Tief­blicke. Es fol­gt eine län­gere Recht­s­querung bis es wieder über B/C Stellen steil bergauf geht. Eine kurze ein­fache Querung später erre­ichen wir das Finale, das uns wieder über Tritthil­fen steil und aus­ge­set­zt hin­auf führt. Nach einem let­zten Auf­schwung über einen Grat erre­ichen wir das Gipfelkreuz. Inzwis­chen sind die Wolken ganz aufgeris­sen und öffnet den Blick auf die umliegende Berg­welt — von den Stein­ber­gen bis zu den Hohen Tauern mit ihren schneebe­deck­ten Gipfeln.

Der Weg geht nun in östliche Rich­tung hinab zu einem ver­steck­ten Draht­seil, das uns in den Sat­tel zwis­chen Marok­ka und Henne führt. Von hier ist es nicht mehr weit auf die 2.078m hohe Henne, die wir über einen ein­fachen Weg erre­ichen. Wir über­schre­it­en den Gipfel und gelan­gen auf den Weg hinab zum Wild­seeloder­haus, das wir bere­its von oben erblick­en kön­nen. Idyl­lisch am Wild­seeloder­see gele­gen ragt hin­ter der Hütte der Gipfel des Wild­seeloders auf. Auf unserem weit­eren Abstieg begeg­net uns eine Herde Schafe, die wir auf dem Weit­er­weg vor uns hertreiben. Wir kom­men am wun­der­schö­nen Wild­seeloder­haus an und genießen unser Mit­tagsessen auf der Terrasse.

Nun geht es auf einem Pfad zur Forststraße, der wir vor­bei an mehreren Almen hinab bis zur Mit­tel­sta­tion der Gondel führt, der Streubö­den­bahn. Inzwis­chen scheint auch hier die Sonne und wir haben auf unserem Weg schöne Aus­blicke Rich­tung Buchen­stein­wand und Jakob­skreuz. An der Mit­tel­sta­tion angekom­men nehmen wir noch den Tim­o­ks Alpine Coast­er, eine Som­mer­rodel­bahn auf Tim­o­ks Wilder Welt, mit. Ich hab ja immer so meine Schwierigkeit­en mit zu ras­an­ten Abwärts­fahrten, egal ob auf dem Radl oder Schlit­ten, weshalb ich deut­lich langsamer als die Jungs hin­un­ter­sause. Danach fahren wir mit der Gondel hinab zur Tal­sta­tion, wo wir mit unseren E‑Bikes zurück zum Hotel fahren.

Beim Aben­dessen im Hotel Met­zger­wirt erwartet uns noch etwas Beson­deres: Der Tirol­er Hut, eine Art Mis­chung auf Fon­due und Raclette bei man Fleisch an ein­er Art “Hut” aufhängt und mit Brühe beträufelt. Dazu gibt’s Gemüse, Pommes und leckere Saucen. Danach stat­ten wir noch der hiesi­gen Bar einen Besuch ab und schauen das EM Spiel Deutsch­land gegen Ungarn.

4. Tag: Mountainbiken durch die Loferer Almenwelt und Rafting auf der Saalach

Heute fahren wir 16km mit den E‑Bikes nach Waidring. Es geht wieder vor­bei an der Berg­bahn zur Buchen­stein­wand und am wun­der­schö­nen Pillersee ent­lang. In Waidring besteigen wir dann mit den Rädern die Gondel auf die Stein­plat­te. Die Gondel ist wun­der­bar auf Räder vor­bere­it­et und erspart einem die Auf­fahrt über die geschäftige Maut-Straße. Von hier geht es nun im Auf und Ab durch die Almen­welt Lofer — wun­der­schöne Aus­sicht­en inklusive.

Zuerst fahren wir aber bergab, weg vom Trubel auf der Stein­plat­te bis in licht­en Berg­wald. Ger­ade in den steil­eren Stück­en tue ich mich schw­er und fahre ganz langsam hinab. Der Trick beim Bergab­fahren aufzuste­hen klappt bei mir so gar nicht — prompt schmeißt es mich. Naja, wie gesagt eine Moun­tain­bik­erin wird aus mir nicht mehr. So lasse ich mir Zeit. Bergauf ist es wesentlich ein­fach­er, vor allem wenn man den Tur­bo ein­schal­tet. Wir radeln hin­auf bis zur her­rlich gele­ge­nen Kech­talm, vor­bei an Kühen, Pfer­den und schö­nen Aus­sicht­en. Hier machen wir Mit­tagspause und wir schmausen wieder ein­mal fantastisch.

Dann geht es fast nur noch bergab. Neben uns erstreckt sich eine wun­der­schöne Blu­men­wiese bis wir wieder in den Wald ein­tauchen und hinab nach Rei­th rollen. Hier fahren wir nun an der wil­dro­man­tis­chen Saalach ent­lang bis nach Lofer, wo bere­its das näch­ste Aben­teuer auf uns wartet — Raft­ing auf der Saalach. Wir tre­f­fen unseren Guide Pedro aus Por­tu­gal, wer­fen uns in Neo­pren­mon­tur und los geht’s etwa 1,5h von Lofer bis Unken.

Beson­ders span­nend ist der erste Abschnitt, der mit diversen Strom­schnellen aufwartet, durch die wir mit dem Boot hüpfen. Zweimal ken­tern wir absichtlich und nehmen ein Bad im kühlen Nass. Wir sprin­gen von Felsen und stat­ten der kleinen Inners­bachk­lamm einen Besuch ab. Auch hier kann man in eine tiefe Gumpe sprin­gen, fast ein biss­chen wie Canyon­ing. Aufre­gende Stücke wech­seln sich mit ruhi­gen ab und während wir so über den Fluss treiben fängt es an zu gewit­tern. Naja, nass sind wir ja eh schon, von daher ist das Tim­ing per­fekt. Beim Ausstieg in Unken scheint schon wieder die Sonne und zurück beim Motion Cen­ter gibt es noch eine Jause, Radler und einen kleinen Schnaps. Nun ist es nicht mehr weit bis zu unserem Tagesziel, dem Hotel Bad Hochmoos.

5. Tag: Auf dem Klettersteig “Weiße Gams” und die Seisenbergklamm

Mor­gens fahren wir mit den E‑Bikes zu “Oafach Guat” in Weißbach, was etwa 20 Minuten Fahrrad­fahrt ent­fer­nt liegt. Hier wartet ein reich­haltiges Früh­stück mit regionalen Pro­duk­ten auf uns: von Käse, Schinken, Tomate-Moz­zarel­la, Joghurt bis zu Würstchen ist alles dabei. Soviel wie einem hier geboten wird kann man gar nicht essen, es ist aber unglaublich lecker.

Dann geht es zum Ein­stieg der “Weißen Gams”, einem tal­na­hen Klet­ter­steig im Schwierigkeits­grad D. In 130hm geht es durch bewalde­ten Fels. Der Zustieg von Weißbach dauert nur 10 Minuten und dann heißt es schon klet­tern. Der Ein­stieg startet mit A- und B‑Stellen bis es auf ein­er Plat­te in den C‑Bereich überge­ht. Es fol­gt eine schwierige D‑Stelle in leicht über­hän­gen­den Fels.

Wir sind wieder mit Bergführer Markus unter­wegs, den wir schon von Mon­tag ken­nen. Er hat selb­st die Gams-Klet­ter­steige gebaut, der­er es mit­tler­weile vier gibt. Die schwere E/F Wilde Gams, der B/C Steig Zahme Gams und ganz neu und noch nicht offiziell freigegeben die Gams Kitz, ein ein­fach­er Übungsklet­ter­steig für Kinder. Ich gehe direkt hin­ter ihm und er hil­ft mir durch die schwieri­gen Pas­sagen und sichert mich zusät­zlich, da ich mich in diesen eher unsich­er füh­le. Ger­ade die über­hän­gen­den Pas­sagen machen mir zu schaf­fen. Mir ste­ht richtig der Angstschweiß auf der Stirn, er tropft an mir herunter. Für mich ist es sehr aufregend.

Es fol­gt eine Querung auf Plat­ten, die auf Rei­bung gek­let­tert wer­den. Ich merke wie ich deut­lich zu viel aus den Armen her­aus mache statt mit den Füßen. Dann geht es im Bere­ich C steil auf ein­er Rei­bungsplat­te hin­auf. Nun wird es wieder leichter mit ein­er lan­gen Querung, die von A bis B bis hin zu C geht. Hier hil­ft mir eine Rast­platzschlinge bei den plat­ti­gen Pas­sagen. Wir erre­ichen das Wand­buch in dem wir uns alle ein­tra­gen bis es wieder im Bere­ich B/C hin­auf geht. Es fol­gt eine steile C‑Verschneidung in der mich Markus wieder sichert. Eine ner­ven­scho­nende Querung führt uns wieder auf steilere Pas­sagen bis wir die let­zte Wand vor dem Ausstieg erre­ichen. Diese Stelle ist, obwohl nur C/D, am schwierig­sten für mich und ich bin froh über die zusät­zliche Sicherung und jeden Rast­platz zum Verschnaufen.

Ich habe ein­fach zu sehr Angst ins Klet­ter­steigset zu fall­en, das einen ja deut­lich in die Tiefe stürzen lässt durch die Dämp­fung. Die Ver­let­zungs­ge­fahr bei einem Sturz ist also hoch und das bere­it­et mir ein mul­miges Gefühl. B/C Stellen sind okay für mich, aber ab C beginne ich mich unwohl zu fühlen. Das war auch schon­mal bess­er und der Klet­ter­entzug der let­zten Monate macht sich wirk­lich bemerk­bar. Es ist eine richtige Her­aus­forderung für mich, der Name Stein­berg Chal­lenge trifft es gut. Ich bin froh als wir am Ausstieg ankommen

Nun geht es statt über den Nor­mal­weg über den neuen Gams Kitz Klet­ter­steig wieder hin­unter, was deut­lich gemütlich­er im Bere­ich A bis B ist. Gehgelände wech­selt sich mit Klet­ter­pas­sagen ab. Wir gelan­gen zu ein­er Fel­swand von der wir uns nun knapp 30m abseilen, was dur­chaus spaßig ist, auch wenn wir uns eher vor­sichtig als schnell abseilen — ganz im Gegen­satz zu Markus, der im Nu unten ist. Auf einem ein­fachen Weg geht’s zurück zur Straße.

Zu Fuß gehen wir Rich­tung Seisen­bergk­lamm und zum gle­ich­nami­gen Gasthof, wo wir zum Mit­tagessen einkehren. Danach besuchen wir die 600m lange Klamm in die man mit der Saal­bach­tal-Card kosten­los (erhal­tet ihr in eur­er Unterkun­ft) gelangt. Diverse Stufen führen auf einem Holzsteg durch die wil­dro­man­tis­che Klamm in der sich die Wasser­massen hinab stürzen und sich in vie­len Wasser­fällen ergießen. Hier gräbt sich das Wass­er seit Jahrtausenden durch den Fels, als Überbleib­sel der let­zten Eiszeit. Ich bin ja ein Riesen­fan von solchen Klam­men, wo einem die imposante Kraft es Wassers ein­drucksvoll gezeigt wird. Zurück geht es auf einem Pfad und dann ent­lang der Straße bergab zurück zum Ein­gang der Klamm, ein paar Kühe inklusive.

Nun fahren wir zurück nach St. Mar­tin und zu unser­er Unterkun­ft, wo wir wieder üppig zu Abend speisen, beson­ders die Desserts sind ein Traum.

6. Tag: Wanderung auf die Passauer Hütte und Klettersteig auf die Mitterspitze

Am Mor­gen schwin­gen wir uns wieder auf die Räder und fahren 7,5km zur Vorderkas­er Jausen­sta­tion, wo ein üppiges Früh­stück auf uns wartet. Soviel geschmaust wie auf dieser Reise habe ich schon lange nicht mehr. Die Sonne scheint und es ver­spricht ein guter Tag zu wer­den. Wir radeln weit­er nach Weißbach, wo wir das Almwan­der­taxi hin­auf zur Nieder­grub nehmen, was uns knapp 700hm erspart. So bleiben uns noch 700hm zur Pas­sauer Hütte, die auf 2.051m liegt.

Ein schmaler Steig führt uns in mod­er­ater Stei­gung, die sich immer wieder mit Querun­gen abwech­selt, hin­auf durch licht­en Berg­wald. Bald erre­ichen wir offenes Gelände und eine Art Plateau. Von hier kön­nen wir bere­its die Hütte über uns thro­nen sehen, zwis­chen Fah­nenköpfl und Birn­horn. Aber auch die umliegende Berg­welt baut sich vor uns auf, der Blick reicht vom Watz­mann über das Stein­erne Meer bis zur Reit­er­alpe. Auch unser Ziel, die Mit­ter­spitze, ragt schroff über uns auf. Der Weg windet sich nun steil hin­auf zur Pas­sauer Hütte, wo wir erst­mal ein kaltes Getränk zu uns nehmen. Von der Hütte hat man einen sagen­haften Blick bis in die Hohen Tauern und dem Groß­glock­n­er. Unter uns erstreckt sich Leogang. Rechts von der Hütte ragt das markante Birn­horn auf.

Dann geht’s auf zum zweit­en Teil der Tour: Der Klet­ter­steig “Leoganger Nord” (C/D) auf die Mit­ter­spitze. Wir laufen wieder ein Stück zurück in die Scharte zwis­chen Mit­ter­spitze und Hütte und fol­gen dem Weg zum Ein­stieg, der eben ver­läuft und ein steiles Schneefeld quert. Der Ein­stieg in den Steig ist leicht bis wir zum “Ein­stiegswan­dl” kom­men, die als C‑Stelle steil über eine Leit­er hin­auf führt. Über gestuftes Gelände (B und C) gelan­gen wir wieder in ein­facheres Gehgelände auf das die schw­er­ste Stelle in ein­er über­hän­gen­den Wand fol­gt und mit Stahltrit­ten abgesichert ist.

Ich lasse mich bei den schw­eren Pas­sagen wieder von oben sich­ern, was mir die nötige Sicher­heit gibt auch wenn ich die Stellen ohne größere Schwierigkeit­en meis­tere. Das ist vor allem beim Umhän­gen des Klet­ter­steigsets sehr angenehm. Abge­se­hen davon ist der Klet­ter­steig recht aus­ge­set­zt. Wir erre­ichen die “Wen­del­treppe”, die als C‑Leiter hin­auf zu ein­er Seil­brücke führt, die einen Abgrund überspan­nt. Danach fol­gt die “Hen­nen­leit­er”, woraufhin bere­its die “Gipfel­wand” (bei­de B/C) fol­gt. Dann ste­hen wir am Gipfel der west­lichen Mit­ter­spitze auf 2.160m und kön­nen einen wun­der­schö­nen Blick genießen. Viel Platz ist auf dem schmalen Gipfel nicht. Für mehr als fünf Per­so­n­en wird es eng hier oben Wir sind aber die einzi­gen im Steig und kön­nen in Ruhe die Aus­sicht genießen.

Abwärts geht es wieder auf gle­ichem Weg, wobei es nach der “Gipfel­wand” eine Vari­ante gibt, die hinab in das Teufel­sloch führt. Mit Bergführer Markus gehe ich allerd­ings den nor­malen Weg hin­unter während die anderen durchs Loch steigen. Wieder gehe ich am Seil gesichert. Ger­ade der Abstieg hat mir im Vorn­here­in Sor­gen beri­etet, da ich hoch meis­tens bess­er komme als runter. Es ist jedoch leichter als gedacht. An manchen Stellen lasse ich mich ein­fach abseilen.

So sind wir schnell wieder unten und an der Hütte, wo wir den Tag bei ein paar Getränken und einem guten Aben­dessen been­den. Eine große Gruppe Bergret­ter sind zur Aus­bil­dung hier oben und außer­dem spielt heute Abend bei der Fußball EM Öster­re­ich gegen Ital­ien, weswe­gen es sehr lebendig auf der Hütte zuge­ht. Einen wun­der­schö­nen Son­nenun­ter­gang gibt es auch wobei der Watz­mann wun­der­schön anges­trahlt wird. Es ist bit­terkalt gewor­den ohne Sonne, aber der Anblick ist es defin­i­tiv wert ein biss­chen zu frieren.

7. Tag: Gipfeleroberung des Hochzints, das Melkerloch und Abstieg nach Leogang

Nach­dem ich einen wohl wun­der­schö­nen Son­nenauf­gang über dem Watz­mann ver­passt habe, ste­he ich trotz­dem um 6:30 Uhr vor einem her­rlichen Anblick: Wolken wabern durch die Täler unter uns und lassen die Berge um uns herum her­aus­ra­gen. Die Sonne ste­ht am Him­mel und wärmt bere­its zu dieser Tageszeit.

Nach dem Früh­stück machen wir uns auf den Weg zum Hochzint, der zwis­chen Hütte und Birn­horn aufragt. Etwa 200hm führt der Weg erst über Plat­ten, Schneefelder und schließlich über ein paar kurze Krax­el­stellen hin­auf zum Gipfelkreuz auf 2.246m. Wir sehen uns der gewalti­gen Wand des Birn­horns gegenüber und haben einen wun­der­schö­nen Blick über die Wolken zu den Hohen Tauern und all den anderen Bergen um uns herum.

Beim Abstieg nehmen wir den Weg über das Melk­er­loch, einem großen Felsen­tor unter­halb des Birn­horns. Durch dieses grandiose Felsen­fen­ster kann man die Hohen Tauern erblick­en. Der Abstieg führt uns wieder über Schneefelder und Plat­ten zurück zur Pas­sauer Hütte.

Nach einem kurzen Box­en­stopp an der Hütte machen wir uns an den Abstieg, der schmal und mit Draht­seilen ver­sichert unter­halb der Fel­swand des Fah­nenköpfls ent­lang führt bis wir in Ser­pen­ti­nen den Latschengür­tel erre­ichen von wo wir die gewaltige Fel­swand des Birn­horns über uns thro­nen sehen. Die 1.400m hohe Fel­swand gehört zu den höch­sten Wän­den der Ostalpen und die Klet­ter­route “Pinz­gaWurm” führt in 45 Seil­län­gen direkt durch sie hin­durch. Das ist jedoch sehr erfahre­nen Alpin­klet­ter­ern vor­be­hal­ten. Für uns geht’s weit­er in den Wald hinein und schließlich auf ein­er Forststraße an einem Bach ent­lang zum Park­platz im Leoganger Ort­steil Ullach. Hier wer­den wir abge­holt und lan­den nach sieben Tagen rund um die Stein­berge wieder in Leogang beim Bio­ho­tel Rupertus.

Aufre­gende und auch her­aus­fordernde Tage liegen hin­ter uns in denen wir alles gemacht haben was das Out­doorherz höher schla­gen lässt. Die abwech­slungsre­ichen Aben­teuer wer­den mir noch lange in Erin­nerung bleiben.


*WERBEHINWEIS: Meine Reise in die Bergsportre­gion Stein­berge erfol­gte in Zusam­me­nar­beit mit den Touris­musver­bän­den Saalfelden Leogang, Salzburg­er Saalach­tal und Pillersee­Tal und enthält Wer­bung für diese Koop­er­a­tionspart­ner. Meine per­sön­liche Mei­n­ung und die Inhalte mein­er Berichter­stat­tung wur­den dadurch nicht beeinflusst.

Außer­dem enthält dieser Artikel Affil­i­ate-Links. Soll­tet ihr ein Hotel über den Link buchen, erhalte ich eine kleine Pro­vi­sion, ohne dass ihr mehr bezahlen müsst. Vie­len Dank für eure Unterstützung!


FAKTEN ZU DEN TOUREN

Klet­ter­steig “Marok­ka” (2.019m)
Gehzeit: 1h
Höhen­meter: 140 hm
Aus­gangspunkt: Unter­halb des Wildseeloderhauses
Zustieg: 1h vom Lärch­filzko­gel (Gondel­bahn), von Fieber­brunn im Tal 3h
Schwierigkeit: C

Klet­ter­steig “Weiße Gams” 
Gehzeit: 1h
Höhen­meter: 130 hm
Aus­gangspunkt: Weißbach bei Lofer
Zustieg: 10 Minuten von Weißbach
Schwierigkeit: D

Klet­ter­steig “Leoganger Nord” (2.160m)
Gehzeit: 1h
Höhen­meter: 160hm
Aus­gangspunkt: Etwas unter­halb der Pas­sauer Hütte
Zustieg: 10 Minuten von der Pas­sauer Hütte
Schwierigkeit: C/D

Wan­derung zur Pas­sauer Hütte
Gehzeit: 2h
Höhen­meter: 700m
Aus­gangspunkt: Nieder­grub (1.340m)
Schwierigkeit: T2 — Bergwandern

Berg­tour Hochzint (2.246m)
Gehzeit: 45min
Höhen­meter: 230m
Aus­gangspunkt: Pas­sauer Hütte (2.051m)
Schwierigkeit: T3 — anspruchsvolles Bergwandern


HOTELEMPFEHLUNGEN


Bio­ho­tel Ruper­tus in Leogang- Per­fek­ter Aus­gangspunkt für Wan­derun­gen und Bike­touren und mit Well­ness­bere­ich mit her­rlichem Naturpool.


Hotel Met­zger­wirt in Fieber­brunn — Her­zliche und urige Atmo­sphäre, fan­tastis­ches Essen und Pool.

Gasthof Bad Hochmoos in St. Mar­tin bei Lofer — Well­ness­bere­ich, super Aben­dessen und ruhige Lage.

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