Streicher: Winterwanderung am Inzeller Kienberg

Posted: 18. November 2021 by Annika

Der Auf­stieg auf den Stre­ich­er, ein­er der Gipfel des Inzeller Kien­bergs, ver­läuft auss­chließlich auf schmalen Pfaden. Der Ausstieg aus dem Karkessel ist sehr steil und ger­ade bei den Neuschneemen­gen derzeit dur­chaus anstren­gend. Dafür ist der Abstieg über wun­der­schönes Almgelände und später ein­er Forststraße umso ein­fach­er. Die Aus­sicht vom Stre­ich­er entschädigt jedoch für alle Mühen. Der Win­ter ver­lei­ht der Land­schaft einen ganz eige­nen Zauber.

Vom Park­platz über­queren wir die Land­straße um dort auf einen Kar­ren­weg aufwärts zu wan­dern, der schon bald in einen schmalen Waldp­fad überge­ht. Bald schon erre­ichen wir eine kleine Kapelle. Schon hier unten liegen Schneefet­zen und lassen erah­nen was im Ver­lauf der näch­sten Höhen­meter noch auf uns zukommt. Auf dem Knap­pen­steig wan­dern wir teil­weise steil bergauf und unter Fel­swän­den hin­durch. Dabei ist der Weg wurzelig und steinig. An ein­er Stelle leit­et ein Draht­seil an einem plat­ti­gen Fels­block ent­lang und mehrmals tre­f­fen wir auf wenig ver­trauenswürdi­ge Holztrep­pen. Beim Ver­lassen des Waldes auf etwa 1.200m haben wir es mit ein­er geschlossene Schneedecke von etwa 40cm Höhe zu tun. Wir fol­gen den Spuren im Schnee, die kurz etwas in die Irre leit­en. Plöt­zlich geht der Weg nicht weit­er, aber ein Stück zurück gehen dann deut­lich weniger Fußspuren in den Karkessel ab.

Der Auf­stieg durch den Neuschnee wird immer steil­er und müh­samer. Gut, dass der Weg gespurt ist. Das macht es ein­fach­er ihn zu über­winden und auch zu find­en. Ohne Spuren hätte ich nicht die ger­ing­ste Ahnung wo es langge­ht. Tat­säch­lich gehen den Weg auch nur die wenig­sten, die meis­ten nehmen den deut­lich beque­meren, aber län­geren Weg über die Forststraße hin­auf. Diesen Weg wer­den wir im Abstieg nehmen und ich bin froh darüber, dass wir den steilen Auf­stiegsweg nicht wieder runter müssen. Wir gelan­gen in die soge­nan­nte Schnee­grube, die aktuell ihrem Namen alle Ehre macht und von ein­drucksvollen Fel­swän­den gesäumt ist. Im hohen Schnee lässt sich nur erah­nen, dass wir auch die ein oder andere Felsstufe über­winden müssen. Durch eine Rinne geht es nochmal sehr steil in die Scharte unter­halb des Streichers.

Oben angekom­men eröffnet sich beim Weg­weis­er ein weitläu­figer Wiesen­sat­tel. Und nach dem schat­tig kalten Auf­stieg scheint uns nun die Sonne ins Gesicht. Die Win­ter­land­schaft hier oben ist ein­fach zauber­haft und der Schnee glitzert im Son­nen­licht. Wir wen­den uns nach rechts und gehen in 10 Minuten durch ein kurzes Wald­stück mit nur wenig Schnee, dann durch Latschen zum Gipfelkreuz. Der Inzeller Kien­berg beste­ht aus zwei Gipfeln: Dem Stre­ich­er und dem Zenokopf, der im Som­mer sich­er eine schöne Ergänzung ist. Wir belassen es heute beim Stre­ich­er von dem wir eine wun­der­schöne Aus­sicht haben. Inzeller Talkessel, Bercht­es­gaden­er Alpen, Kaiserge­birge und die Stein­berge sind von hier aus auszumachen.

Abstieg vom Streicher

Nach ein­er Weile der Gipfelschau wird es ordentlich kalt hier oben und wir machen uns wieder an den Abstieg. Der führt uns erst­mal zurück zu den Weg­weis­ern am Wiesen­sat­tel um dann dem Weg nach rechts durch vere­inzelte schneebe­deck­te Tan­nen zu fol­gen. Wir fol­gen den Spuren über Wiesen­gelände bis zur uri­gen Inzeller Ski­hütte. Dann geht’s weit­er über den Wiesen­rück­en hin­unter zur Kien­ber­galm, wo wir auf einen bre­it­eren Weg stoßen. Auch dieser liegt unter ein­er Schneedecke begraben.

Bald erre­ichen wir die Forststraße und fol­gen den Schildern nach Inzell. Zunehmend steil wan­dern wir in Ser­pen­ti­nen bergab bis wir die bald schneefreie Straße auf einem Waldp­fad abkürzen kön­nen. Man läuft leicht an dem nicht beschilderten Abzweig vor­bei, also ist ein biss­chen Aufmerk­samkeit erforder­lich. Wir tre­f­fen wieder auf eine Forststraße, die dann wieder in einen Wald­weg mün­det. Es gilt einen kurzen Gege­nanstieg zu über­winden, dann erre­ichen wir die Land­straße. Lei­der muss man hier noch ca. 500m an der Straße ent­lang laufen um wieder zum Aus­gangspunkt zu gelangen.


FAKTEN ZUR TOUR
Berg­tour Stre­ich­er (1.594m)
Gehzeit: 3h (1,5h Auf­stieg, 1,5h Abstieg)
Höhen­meter: 875hm
Aus­gangspunkt: Wan­der­park­platz an der B305 bei Schmelz (773m), Nahe Inzell
Schwierigkeit: T2 — Bergwandern

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