Survival Guide für China

Posted: 17. September 2015

Wie ist das eigentlich mit Unterkün­ften, Infra­struk­tur und der Sprache in Chi­na? Hier der ulti­ma­tive Sur­vival Guide für Chi­na.

Unterkünfte

Der Stan­dard der Unterkün­fte ist sehr gut. Beim Check-In wird der Pass mit chi­ne­sis­chem Visum für die Reg­istrierung benötigt. Meist muss man einen Pfand für den Zim­mer­schlüs­sel bezahlen, wofür man eine Quit­tung bekommt, die man aufheben muss. Gegen Vor­lage dieser Quit­tung bekommt man den Pfand beim Auscheck­en aus­gezahlt. Die Rech­nung wird in Bar gezahlt, Kred­itkarten wer­den eigentlich nie angenom­men.

Es gibt Hotels, Guest­hous­es, Home­steads und Hos­tels, wobei die Hos­tels die größte Chance auf englis­chsprechen­des Per­son­al bieten. Im Hos­tel bekommt man auch oft hil­fre­iche Infor­ma­tio­nen, Stadtkarten und gegen eine kleine Kom­mis­sion wird einem beim Tick­etkauf z.B. für Züge geholfen. Die Preise sind sehr unter­schiedlich — während es in der Haupt­stadt Peking recht teuer ist, bezahlt man auf dem Land oder “kleineren” Städten nur ein Bruchteil davon.

Fol­gen­des haben wir in etwa pro Nacht gezahlt:
Peking: 14€ im Dorm­room pro Per­son
Gubeik­ou: 30€ im Dop­pelz­im­mer für bei­de
Xi’an: 5€ im Dorm­room pro Per­son
Cheng­du: 6€ im Dorm­room pro Per­son, 15€ im Dop­pelz­im­mer für bei­de
Bifengx­ia: 20€ im Dop­pelz­im­mer für bei­de
Kangding: 5€ im Dorm­room pro Per­son
Yad­ing: 10€ im Dorm­room pro Per­son
Daocheng: 5€ im Dorm­room pro Per­son

Geld

Die chi­ne­sis­che Währung sind Ren­min­bi (RMB), auch Yuan genan­nt. 1 Euro sind etwa, 7,8 Yuan. Darunter gibt es noch Jiao, die prak­tisch nichts wert sind. Die Jiaos wer­den gerne für Opfer und Spenden in Tem­pel hergenom­men.

Viele Gel­dau­to­mat­en nehmen keine aus­ländis­chen Kred­itkarten an. Die der Bank of Chi­na, ABC und die ICBC funk­tion­ieren erfahrungs­gemäß. Die Zahlung mit Kred­itkarten ist nur sehr sel­ten möglich, weshalb man immer genü­gend Bargeld dabei haben sollte. Trinkgeld wird in Chi­na nicht gezahlt, nicht mal kleine Aufrun­dun­gen der Rech­nun­gen.

Essen

Kom­men wir zum Besten an Chi­na: Dem Essen. Die Her­aus­forderung beste­ht jedoch darin es zu bestellen. In größeren Städten haben die Restau­rants oft englis­che Speisekarten und/oder Bilder auf die man zeigen kann. Wenn das nicht der Fall ist, hil­ft ein “Point it” — ein Bilder­buch mit allen möglichen prak­tis­chen Bildern auf die man ein­fach zeigen kann um einzelne Zutat­en zu benen­nen. Außer­dem ein kleines Stan­dard­vok­ab­u­lar an leck­eren Gericht­en, bei uns war das immer “Kong­pao Chick­en”, was es über­all gab. All­ge­mein ist Vor­sicht bei der Schärfe wal­ten zu lassen. Auch harm­los ausse­hende Speisen kön­nen sich als Chili­bombe her­ausstellen. Vor allem in Sichuan. Was für Chi­ne­sen leicht scharf ist, führt für den Durch­schnitts­men­schen zu rotem Kopf, Schweißaus­brüchen und Atem­not. Am besten dazu “buyala” sagen, was soviel bedeutet wie “nicht scharf”.

Verkehr

Das Gefährlich­ste an Chi­na ist defin­i­tiv das Über­queren der Straße. Ein 360° Blick ist von Nöten um die wuseli­gen Straßen zu über­queren, auf denen sich kein Men­sch an irgendwelche Regeln hält. Auch grüne Ampeln bedeutet gar nichts. Tat­säch­lich sind Verkehrsun­fälle die Haup­tur­sache der Todes­fälle in Chi­na — 600 Todes­fälle pro Tag! Anschnallen in Bussen und Taxis ist sel­ten möglich, da kein Sicher­heits­gurt vorhan­den. Wenn vorhan­den, dann unbe­d­ingt Gebrauch davon machen. Der Fahrstil manch­er Bus- und Tax­i­fahrer ist haarsträubend. Selb­st fahren ist angesichts dieses unüber­sichtlichen Chaos nicht empfehlenswert, obwohl für Fahrrad­fahrer oft eine eigene Spur existiert und ver­hält­nis­mäßig ein­fach aussieht. Aber Achtung: Die Fahrrad­spur muss man sich mit Mope­ds und Rikschas teilen.

Züge

Züge sind die bequem­ste Art in Chi­na zu reisen, vor allem die High­speed-Trains, die einen in Winde­seile von einem Ort zum anderen brin­gen. Die kosten aber lei­der auch recht viel im Ver­gle­ich zu den Bum­melzü­gen, die mehr als dreimal so lang für die gle­iche Strecke brauchen. Hier gibt es ver­schiedene Möglichkeit­en:
Hard Sleep­er: Offene Abteile mit je sechs Bet­ten, von denen drei übere­inan­der gestapelt sind. Je weit­er oben man liegt, desto weniger Platz nach oben gibt es. Die Geräuschkulisse zu den Essen­szeit­en ist ein­ma­lig. Die Zug­fahrt im Hard Sleep­er ist ein Aben­teuer an sich.
Soft Sleep­er: Geschlossenes Abteil mit vier Bet­ten, jew­eils zwei übere­inan­der, wie rus­sis­ches Kupe. Sind lei­der sehr schnell aus­ge­bucht.
Lei­der sind die Bet­ten recht schnell aus­ge­bucht und man muss zeit­nah im Voraus buchen. Dann bleiben nur noch Sitz- und Steh­plätze, die man unter Umstän­den im Zug noch upgraden kann, wenn es doch Kapaz­itäten geben sollte.

Für Zug­buchun­gen braucht man seinen Per­son­alausweis. Am besten man sucht sich den gewün­scht­en Zug mit Num­mer, Ziel und Abfahrt­szeit vorher im Inter­net raus und geht dann zum Schal­ter oder lässt sein Hotel oder Hos­tel für einen buchen. Super gut: Wenn man seinen Zug umbuchen will oder gar ver­passt hat, bekommt den gezahlten Tick­et­preis 100% erstat­tet.

ACHTUNG: Min­destens eine Stunde vor Abfahrt­szeit am Bahn­hof sein! Die Bahn­höfe sind hier eher wie Flughäfen, mit lan­gen Schlangen vor der Fahrkartenkon­trolle (nur Pas­sagiere dür­fen den Bahn­hof betreten), vor den Sicher­heitschecks und schließlich muss man seinen Warte­saal, wie ein Gate, find­en. Auch genug Zeit zum Bahn­hof ein­pla­nen!

Busse

Mit Bussen fährt man am besten zu nahen Zie­len oder wenn es gar nicht anders geht (z.B. nach Yad­ing). Es dauert oft lange, bequem ist es nicht ger­ade. Für manche Streck­en gibt es Sleep­er Busse mit Bet­ten, die zwar beque­mer sind, aber nicht unbe­d­ingt den sich­er­sten Ein­druck machen :) Vorteil ist, dass man ein Bustick­et am gle­ichen Tag der Reise kaufen kann und nichts im Voraus buchen muss.

Strom

Nor­maler 220V Anschluss.

Internet

Gibt’s über­all — jedes Hos­tel, jedes Guest­house und beina­he jedes Restau­rant ver­fügt über WiFi. Ein­fach nach dem Pass­wort fra­gen. Einziger Wer­mut­stropfen ist die Inter­net­zen­sur. Google Dien­ste, Face­book und Drop­box funk­tion­ieren in Chi­na nicht, weit­er­hin viele aus­ländis­che Web­sites. Erset­zt wer­den kann Google mit Baidu oder Bing, aber einen englis­chsprachi­gen Kar­ten­di­enst habe ich nicht gefun­den. Man kann die Block­aden mit einem VPN-Dienst umge­hen, dieser sollte aber schon vor der Ein­reise in Chi­na instal­liert wer­den. In Chi­na selb­st ist das beina­he unmöglich.

Hil­fre­iche Web­sites sind:
english.ctrip.com für Flug­buchung
diychina.com für Zug­pläne
chinabusguide.com für Bus­pläne

Visum

Ein 30-Tage-Visum muss im Voraus beantragt wer­den, es sei denn man reist über Hong Kong ein und kann ein Express Visum beantragt wer­den. Das geht von Deutsch­land aus oder auch während der Reise. Mehr dazu siehe Beitrag How To: Chi­ne­sis­ches Visum

Toiletten

Oft­mals gibt es Hock­toi­let­ten, vor allem in ländlichen Gegen­den und auf öffentlichen Toi­let­ten. Es ist niemals Toi­let­ten­pa­pi­er vorhan­den, also immer welch­es mit­führen. Die Toi­let­ten haben ver­schiedene Zustände. Manch­mal gibt nur hüftho­he Tren­nwände zwis­chen den einzel­nen Toi­let­ten, manch­mal sind es sog­ar nur nebeneinan­der liegende Löch­er — bei­des ohne Türen. Wer schon sich bei seinem Geschäft ungern ein­sam fühlt, ist hier genau richtig. Toi­let­ten­pa­pi­er darf nicht run­terge­spült wer­den, Ver­stop­fungs­ge­fahr! Es ist immer in den daneben ste­hen­den Mülleimer zu wer­fen.

Sprache

Englisch spricht außer­halb von den meis­ten Hos­tels kein Men­sch. Wed­er Tax­i­fahrer, noch Bedi­enung im Restau­rant. Ein paar Vok­a­beln parat haben und ein “Point it” mit­führen.

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