Survival Guide für die Mongolei

Posted: 9. August 2015

Wie ist das eigentlich mit Unterkün­ften, Infra­struk­tur und der Sprache in der Mon­golei? Hier der ulti­ma­tive Sur­vival Guide für Chi­na.

Guesthouses & Hostels

Es gibt viele Hos­tels in Ulan Bator, bei denen ein Bett im Dorm für ca. 6–8 USD zu haben ist, Zwei­bett- und Dop­pelz­im­mer für etwa 20–25 USD. Man kann hier Wäsche waschen, hat WiFi, trifft andere Reisende und am wichtig­sten: Man find­et sich für Touren in das Innere des Lan­des zusam­men. Das UB Guest­house hat mehrere Apart­ments und damit viel Platz. Bob­by, die Man­agerin, ist unheim­lich effizient und hil­fre­ich. Sie organ­isiert viele Bud­get Touren, die dann an eine Art Schwarzes Brett aus­ge­hängt wer­den um Mitreisende zu find­en. Generell ist die Option über ein Guest­house zu buchen die gün­stig­ste, denn hier find­en sich schnell Grup­pen zusam­men. Je mehr Leute mitreisen, desto gün­stiger für den einzel­nen. Man kann auch in einem Guest­house buchen, wo man nicht über­nachtet.

Währung

Mon­golis­ch­er Tugrik, 1€ = ca. 2.000 Tugrik
Die Infla­tion beträgt 11%, der Tugrik ist nicht beson­ders wertvoll.
Größere Sum­men wer­den für gewöhn­lich in USD angegeben. Lei­der beste­ht in Ulan Bator keine Möglichkeit USD zu bekom­men — nach Hören­sagen nur bei genau ein­er Bank­fil­iale der Golomt-Bank mit Reisep­a­ss am Schal­ter, aber hier auch gegen den Wech­selkurs der Bank. Wer hat, bringt sie bess­er von zu Hause mit. Die Sum­men kön­nen auch in Tugrik bezahlt wer­den, wobei schnell Sum­men von 2.000.000 MNT entste­hen. Mil­lionär zu sein ist hier nicht schw­er. Banken und ATMs gibt’s an jed­er Ecke, oft kann man nur 400.000 MNT auf ein­mal abheben, für größere Summe ein­fach mehrfach hin­tere­inan­der abheben. Toure­nun­ternehmen und Hos­tels nehmen meist keine Kred­itkarten, nur Barzahlung. Am besten also Dol­lar von zuhause mit­brin­gen oder aber die Summe in Tugrik zahlen.

Essen

Ulan Bator bietet viel inter­na­tionale Küche, die man nutzen sollte, solange man hier ist. Denn außer­halb von Ulan Bator gibt es nur Mon­golis­ches Essen. Die immer gle­ichen Zutat­en tauchen in ver­schiede­nen Kom­bi­na­tio­nen auf: Reis, Kartof­feln, Nudeln, Möhren und vor allem Ham­mel. Typ­isch sind außer­dem Buuz (Dumplings mit Ham­mel) und Kushur (Ham­mel im Brot­teig, ähn­lich wie Pirosch­ka).

Das gün­stig­ste Essen ist jedoch Mon­golisch, wo man schon für 2–3€ satt wer­den kann, während inter­na­tionales Essen bis zu 10€ pro Per­son ver­langt. Die meis­ten Restau­rants und Super­märk­te haben bis 23 Uhr geöffnet. In den Super­märk­ten, vor allem in dem im State Depart­ment Store, gibt es alles. Nur Obst ist sehr teuer.

Verkehr

In Ulan Bator sollte man sich NIE auf Ampeln ver­lassen, denn abbiegende Fahrzeuge nehmen nicht beson­ders viel Rück­sicht auf Fußgänger. Am sich­er­sten ist es die Straße bei Stau zu über­queren, was oft vorkommt, denn dann ste­hen alle. Hält sie jedoch nicht vom Hupen ab. Also — Augen auf beim Über­queren der Straße! Das gefährlich­ste in Ulan Bator ist defin­i­tiv der Straßen­verkehr.

Inner­halb der Stadt fahren Busse, das Sys­tem ist aber sehr undurch­sichtig. Fol­gen­des haben wir her­aus­ge­fun­den:
#7 bringt einen zum Zaisan Memo­r­i­al
#11 bringt einen um Flughafen und zum INFC
#20 & 4 brin­gen einen zum Bahn­hof

Taxis sind nicht ein­deutig zu erken­nen, denn in Ulan Bator ist jed­er Taxi. Ein­fach an die Straße stellen und Hand hoch — in kurz­er Zeit hält irgen­dein Auto an. Für den Zweck am besten immer eine Karte zur Hand haben um zu zeigen wo man hin will — mit kyril­lis­chen Buch­staben. Einige Tax­i­fahrer kön­nen selb­st mit Angaben wie “Depart­ment Store” nichts anfan­gen. Bahn­hof, Flughafen und Naran­tu­ul Markt sind jedoch kein Prob­lem.

Außer­halb von Ulan Bator verkehren nur wenige Busse in die umliegen­den größeren Städte, aber sie verkehren täglich. Die Mon­golei hat zwar ins­ge­samt 49.250km Straße, aber davon sind nur 5.000km geteert, weshalb eine Menge Offroad-Fahren ange­sagt ist. Zum Ver­gle­ich: Bay­ern hat 51.000km geteerte Straße, ist jedoch 22-Mal klein­er als die Mon­golei.
Von den Städten zu den Sehenswürdigkeit­en braucht man in der Regel einen Fahrer. Das sind meis­tens Mini­vans oder Jeeps, die etwa 30–60 km/h fahren. Man kann sich auch einen Wagen mieten, das ist aber meist teur­er als mit Fahrer, vor allem wenn man die Kosten teilt. Selb­st Kurztrips benöti­gen meist etwas Offroad-Fahren, da die Sehenswürdigkeit­en außer­halb der Haupt­straßen liegen. So oder so, man sollte immer mehr Zeit als man denkt für schein­bar kurze Streck­en ein­pla­nen.

Strom

In der Mon­golei braucht man keinen Adapter. In den Hos­tels von Ulan Bator gibt es genü­gend Steck­dosen zum Aufladen der elek­tro­n­is­chen Geräte, aber Stro­maus­fälle sind nor­mal und kön­nen mehrere Stun­den dauern. Auch in öffentlichen Gebäu­den wie am Bahn­hof oder im Muse­um keine Sel­tenheit — dann geht erst­mal nichts mehr.
Die Jurten beziehen Strom über Solarpan­els, die an Auto­bat­te­rien angeschlossen sind. Die dienen aber eher nur für Licht am Abend.

Internet

Die meis­ten Hos­tels, Restau­rants und Cafés in Ulan Bator haben WiFi, ein­fach nach dem Pass­wort fra­gen. Außer­halb von Ulan Bator wird es schwieriger — in kleineren Städten gibt es Inter­net Cafés und außer­halb davon gibt es nichts außer UMTS. Wer länger bleibt, kann darüber nach­denken sich mobiles Bre­it­band zu besor­gen, was rel­a­tiv gün­stig ist: etwa 10€ pro Monat für eine 1 MB/s Verbindung.

Alkohol

Ver­sucht niemals euch mit Mon­golen im Trinken zu messen! Sie gewin­nen in jedem Fall. Bei Airag (gegorene Stuten­milch) muss man vor allem wegen seines Magens vor­sichtig sein und sollte davon nicht zuviel auf ein­mal trinken, auch wenn der Alko­hol­ge­halt sehr ger­ing ist. Milch­wod­ka hat nur etwa 10%, aber auch nor­maler Wod­ka wird gerne und viel pur getrunk­en. Airag und Milch­wod­ka wird gerne auf dem Land bei lokalen Fam­i­lien gere­icht, man wird also nicht darum herum kom­men in den Genuss dieser säuer­lichen Getränke zu kom­men. Am ersten Tag eines jeden Monats wird kein Alko­hol in Restau­rants, Super­märk­ten, Bars, etc. verkauft.

Man wird man auch immer wieder Betrunk­e­nen begeg­nen — sowohl in der Stadt als auch auf dem Land. Meis­tens sind sie aber mehr nervig, denn gefährlich, kön­nen aber sehr auf­dringlich wer­den. Wenn ihr wild zel­tet, lasst euch nicht dabei beobacht­en wo ihr eur­er Zelt auf­schlagt um keinen uner­wün­scht­en nächtlichen Besuch zu bekom­men.

Visum

Deutsche kön­nen 30 Tage visums­frei ein­reisen. Wer länger als diese 30 Tage bleiben mag, muss sich beim Immi­gra­tion Office (INFC) reg­istri­eren und kann sein Visum um bis zu weit­ere 30 Tage ver­längern. Offiziell muss das in den ersten sieben Tagen nach Ein­reise geschehen, es geht aber auch danach. Mehr Infos dazu hier»

Toiletten

In den Hotels in Ulan Bator gibt es nor­male Toi­let­ten mit Spülung. Allerd­ings muss man meist das Toi­let­ten­pa­pi­er in einen Mülleimer daneben wer­fen, da die Toi­let­ten sehr leicht ver­stopfen.

Außer­halb von Ulan Bator und sog­ar in den meis­ten Städten gibt es nur noch ein­fache Plump­sk­los, deren Zus­tand stark vari­iert. In der Wüste gibt es Met­all­box­en, die sehr heiß wer­den, in der Steppe gibtes Holzbox­en mit und ohne Dach und auch die Tiefe der Löch­er vari­iert stark, wodurch man oft mehr sieht als man sehen will. Offen­bar fühlen sich auch Frösche und größere Insek­ten sehr wohl darin. Hier gilt — Nase zu und durch! Eigenes Toi­let­ten­pa­pi­er ist unbe­d­ingt mitzubrin­gen, das gibt es meist nicht. Wenn über­haupt, gibt es nur sehr hartes Toi­let­ten­pa­pi­er. Wer seinen Hin­tern mehr ver­wöh­nen will, sollte im Super­markt den einen oder anderen Tugrik mehr investieren.

Am besten ist es oft die Natur zu benutzen, selb­st wenn sich kein Busch oder Baum find­et hin­ter dem man sich ver­steck­en kön­nte. Das ist nor­mal, so don’t wor­ry!

Hygiene

Auf dem Land gibt es kein fließend Wass­er. Am besten ist es sich feuchte Tüch­er, Alko­hol­handgel und Wass­er mitzunehmen. An Orten wo Flüsse sind, kann man sich darin waschen, sollte aber ökol­o­gisch abbaubare Seife ver­wen­den. Anson­sten gibt es öffentliche Bade­häuser, die vor allem in der Gobi sehr prak­tisch sind. Sie sind aber wirk­lich nur zum Duschen gedacht — warmes Wass­er ist da, Handtüch­er, Sham­poo und Flip Flops sind mitzubrin­gen.

Touren

Für Touren ins Lan­desin­nere wird man fast immer eine Tour buchen. Es beste­ht auch die Möglichkeit sich einen pri­vat­en Fahrer zu mieten oder auf eigene Faust das Land zu erkun­den. Es fahren lokale Busse in die wichtig­sten Städte, aber nur wenige sind auf Touris­mus vor­bere­it­et (was Sprache, Weit­erkom­men und Unterkün­fte ange­ht). Fol­gende Des­ti­na­tio­nen sind weniger prob­lema­tisch: Terelj Nation­al­park nahe UB, Khövs­göl Lake im Nor­den der Mon­golei und Khus­tain Nation­al Park (allerd­ings ist hier die Unterkun­ft sehr teuer).

Folgende Tourenanbieter haben wir getestet

Ger to Ger: Spezial­isiert auf Touren, die den Lebensstil der Nomaden im Fokus haben. Wir haben eine Tour in den Osten des Khövs­göl Nuur gemacht und waren total begeis­tert. Der Preis ist sehr gut, da man mit dem lokalen Bus zu ein­er größeren Stadt fährt und erst von dort mit einem Fahrer weit­er­fährt. Man hat viel Gele­gen­heit Zeit mit den Fam­i­lien zu ver­brin­gen, lernt das Umge­hen mit den Viehher­den, Melken und alles was zum nomadis­chen Leben dazuge­hört. Auch die Gele­gen­heit für einen Wod­ka-Rausch bietet sich. Auch kuli­nar­isch bietet sich hier einiges, wie z.B. das Mon­go­lian Bar­be­cue mit der ganzen Fam­i­lie.

UB Guest­house & Tours: Die Touren vom UB Guest­house sind sehr gün­stig, da die Wahrschein­lichkeit groß ist viele Leute zu find­en, die sich ein­er Tour anschließen, ist bei ein biss­chen Flex­i­bil­ität groß. Wir waren mit UB Guest­house & Tours im Terelj Nation­al­park und in der Wüste Gobi. Beson­ders der Gobi-Trip war großar­tig, Fahrer und Guide kon­nten bei­de Englisch und das Essen der eige­nen Köchin war sehr gut. Einzig muss man damit rech­nen, dass die angegebe­nen Fahrt-Zeit­en im Guest­house nicht stim­men. Die angegebe­nen Zeit­en sind Jeep-Zeit­en, man fährt aber in der Regel mit einem Mini­van ohne All­rad-Antrieb. Zu erwarten ist min­destens eine Reifen­panne und die lan­gen Streck­en ziehen sich gewaltig. Man kann lock­er min­destens zwei Stun­den auf die Fahrtzeit­en drauf­schla­gen.

Auf viel Fahren muss man sich vor allem bei Trips in die Gobi ein­stellen, es gibt hier kaum befes­tigte Straßen — und das obwohl die Gobi ange­blich noch die besten Straßen zu bieten. Allzu viel Zeit bei den einzel­nen Sehenswürdigkeit­en hat man so nicht, aber dur­chaus jew­eils 1–2 Stun­den. Die Fahrt sel­ber ist aber dur­chaus ein Erleb­nis. Bei 40°C ohne Schat­ten in der Wüste einen Reifen zu wech­seln, tiefe Flüsse zu queren oder über Straßen zu fahren über die ich mein eigenes Auto niemals scheuchen würde, ist dur­chaus aben­teuer­lich.

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