Tajakopf: Winterraum-Romantik & Schnee-Fels-Kletterei in den Miemingern

Posted: 31. Mai 2015

Kurz vor Eröff­nung der Hüt­ten­sai­son nutzen wir nochmal die Möglichkeit auf den Win­ter­raum der Coburg­er Hütte zu gehen. Das Berg­paradies in den Miemingern ist per­fekt — Seebensee und Drachensee bieten grüne Kon­traste in der rauen Berg­welt ringsrum. Über den Hohen Gang zur Coburg­er Hütte und über den Hin­ter­eren Tajakopf lässt sich eine schöne Mieminger Runde mit Abstieg über Brendlkar und Immen­steig drehen.

Aufstieg zur Coburger Hütte

Der alt­bekan­nte Steig über den Hohen Gang ist der schnell­ste Weg zur Coburg­er Hütte. Hin­ter der Tal­sta­tion gehen wir rechts in den Wald hinein und durch Berg­wald bis zum Schot­ter­feld unter­halb der Fel­swand. Hier begin­nt der mit Draht­seilen ver­sichert­er Steig über die Felsen — teil­weise aus­ge­set­zt, aber unschwierig. Oben find­et sich ein Gat­ter und der seichte Weg führt leicht bergab zum Seebensee. Hier ent­deck­en wir zwei Gämse :) Der Weg führt flach um den See herum zur Mate­ri­al­seil­bahn, von wo aus der Weg sich in Ser­pen­ti­nen bis zur Coburg­er Hütte schlän­gelt. Hier find­et sich nur noch wenig Schnee, oben an der Hütte jedoch noch einiges. So kön­nen wir den Schnee zum Kochen hernehmen. So machen wir uns einen gemütlichen Abend auf dem Win­ter­raum, der sich doch noch gut füllt. Offen­bar waren wir nicht die einzi­gen mit der Idee. So wird’s kusche­lig :)

Aufstieg zum Hinteren Tajakopf

Nach Abwasch im kalten See­wass­er und Reini­gen des Win­ter­raums, machen wir uns zum Hin­teren Tajakopf auf. Links vom Drachensee führt der Weg über Schot­ter und Schneefelder hin­auf. Kurz vor dem Tajatörl (2.257m) wen­den wir uns nach links um von hier über den Rück­en auf den Hin­teren Tajakopf zu steigen. Spuren von drei Win­ter­raumgästen ziehen sich auf den Gipfel hin­auf, denen wir fol­gen. Das Ter­rain ist bröselig und schneebe­deckt, somit ziem­lich rutschig. Aus­ge­set­zte Stellen gibt es zur Genüge. Bei diesen Früh­jahres-Ver­hält­nis­sen ist große Trittsicher­heit und Umsicht gefragt. Vor­sichtig steigen wir auf dem Grat bis zum Ost­gipfel, von wo es nicht mehr weit zum etwas tiefer liegen­den West­gipfel ist. Hier­für steigen wir in eine Scharte ab und über Seil­ver­sicherun­gen geht es zum Gipfelkreuz.

Abstieg über Brendlkar & Immensteig

Um nicht auf dem gle­ichen Weg zurück­zuge­hen und eine Runde draus zu machen, steigen wir nach dem Abstieg zurück zum Tajatörl übers Brendlkar ab. Vor dem Felsen am Tajatörl kön­nen wir direkt über ein steil­eres Schneefeld hin­un­ter­laufen. Wir haben Glück — der Schnee auf der Nord­west­seite zieht sich bis weit hinab ins Brendlkar. So kom­men wir schnell mit Schneefel­dren­nen bis zum Brendlsee. Hier tre­f­fen wir auf den Gang­hofer­steig, der unter Schneefeldern langsam zum Vorschein kommt. Bald darauf gelan­gen wir in den Wald und auf die Forststraße zwis­chen Ehrwalder und Seebe­nalm. Hier wen­den wir uns nach links, ein kurzes Stück Rich­tung Seebe­nalm um dann nach rechts in den Immen­steig abzu­biegen.

Schon an der Abzwei­gung zum Immen­steig befind­et sich ein rot-weißes Absper­rband, von dem wir uns jedoch nicht aufhal­ten lassen. Kurz darauf gelan­gen wir erneut zu einem Absper­rband, dies­mal mit Schild “Immen­steig ges­per­rt auf­grund von Behin­derun­gen”. Hm, was bedeutet das? Erdrutsc?, gefal­l­ene Bäume? Wir schauen uns alle kurz an und beschließen es ein­fach zu wagen — wird schon nichts Drama­tis­ches sein.

Durch ein Gat­ter geht es hinab in den Wald und über Holzstufen bis zum eigentlichen Steig, der über einige steile Felspas­sagen mit Draht­seilen ver­sichert ist. Einige Stellen sind erstaunlich aus­ge­set­zt für einen Wald­weg, beschränken sich aber nur auf zwei/drei solch­er Stücke. Rechts von uns begleit­et uns das Rauschen eines Wasser­falls. Erst unter­halb des Steigs begeg­nen wir den Behin­derun­gen. Es han­delt sich tat­säch­lich um umgestürzte Bäume, die quer über dem Weg liegen, aber ein­fach über­stiegen oder umgan­gen wer­den kön­nen. Über idyl­lis­che, gelb betupfte Almwiesen gelan­gen wir dann zur Tal­sta­tion der Ehrwalder Alm­bahn zurück.


FAKTEN ZUR TOUR
Berg­tour Hin­ter­er Tajakopf (2.409m)
Gehzeit: ca. 6,5h
Höhen­meter: 1400m
Aus­gangspunkt: Ehrwalder Alm­bahn, Tal­sta­tion (1.100m)
Schwierigkeit: T3 — Anspruchsvolles Berg­wan­dern / I. Grad
Mehr zur Tour gibt’s hier.

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