Elefanten und Zebras im Tarangire Nationalpark

Tansania: Elefantenparadies Tarangire Nationalpark

Posted: 24. November 2017

Der Tarangire ist ein recht klein­er Nation­al­park, bietet aber fast alles wie die Großen auch und ist zudem noch rel­a­tiv gün­stig zu besuchen. Wer nicht viel Zeit und Bud­get hat, sollte diesen Nation­al­park nicht ver­passen. Beson­ders bekan­nt ist der kleine Nation­al­park für seine hohe Ele­fan­ten­dichte, aber auch Zebras, Gnus, Giraf­fen und mit ein wenig Glück auch Leop­ar­den und Nashörn­er sind hier zwis­chen zahlre­ichen knor­ri­gen Baobab Bäu­men zu find­en. Für mich ist es der erste afrikanis­che Nation­al­park auf unser­er Safari-Tour und ich bin sofort hin und weg von dieser einzi­gar­ti­gen Tier­welt, die ich bish­er nur aus Doku­men­ta­tio­nen kan­nte.

Auf dem lan­gen Weg von Moshi nach Tarangire wird das Land immer trock­en­er und staubige Wind­ho­sen tanzen über das Land. Bald erre­ichen wir die Gegend wo die Mas­sai wohnen. Neben der Straße treiben sie ihre Rinder und Ziegen­her­den durch staubiges trock­enes Land, das mit ein paar vere­inzel­ten Gräsern und Bäu­men bestückt ist. Die Mas­sai tra­gen rot oder blau kari­erte Umhänge und ihren Hirten­stab. Ein paar hun­dert Meter von der Straße ent­fer­nt sieht man ihre run­den Hüt­ten und die Vieh­pferche. Groß sind die Sied­lun­gen nicht, vielle­icht jew­eils zwei bis fünf Hüt­ten.

Die leicht hügelige Land­schaft ist dünn bewach­sen und wir kön­nen weit sehen. Es hat wohl seinen Sinn warum vor ein paar Mil­lio­nen Jahren der Men­sch hier den aufrecht­en Gang für sich ent­deckt hat. Man sieht ein­fach mehr. Jedoch sehen wir auch oft kleine Kinder am Straßen­rand, die um Geld und Essen bet­teln, was uns trau­rig stimmt. Die einen machen Urlaub für mehrere tansanis­che Jahres­ge­häl­ter, die anderen kämpfen ums Über­leben. Die Welt ist nicht gerecht. Tansa­nia ist das teuer­ste afrikanis­che Reise­land und die Ein­tritte in die Nation­al­parks sind exor­bi­tant hoch. Bei der Bevölkerung bleibt davon jedoch wenig hän­gen.

Auf Massai Straßen zum Tarangire Nationalpark

Nach ca. 3,5 Stun­den biegen wir von der Haupt­straße Rich­tung Tarangire Nation­al Park ab. “Now Mas­sai Road!” ruft unser Dri­ver-Guide Haji und schon bald wis­sen wir was damit gemeint ist: Staubige Schot­ter­pis­ten, die mit riesi­gen Schlaglöch­ern aufwarten. Nach guten 30km erre­ichen wir den Parkein­gang. Während Haji uns reg­istri­ert, schauen wir uns um und sehen die ersten Affen, soge­nan­nte Südliche Grün­meerkatzen. Die Affen hier sind aber brav und ver­suchen nicht mir irgend­was zu mopsen oder mir an den Haaren zu ziehen. Scheu sind sie trotz­dem nicht und sitzen ohne Anstal­ten Mod­ell. Ich halte trotz­dem vor­sicht­shal­ber einen gewis­sen Sicher­heitsab­stand. An ein­er Trinkstelle sitzen viele Drei­far­ben-Glanzstare und sog­ar zwei bunte Sit­tiche.

Der Lan­drover hat ein ausklapp­bares Dach und wir ste­hen im Auto und schauen raus während das Auto langsam in den Park hine­in­fährt. Der Fahrtwind ist angenehm, nur wenn wir ste­hen wird es heiß und die Tset­se­fliegen fall­en über uns her. Malar­ia? Vergesst es! Mück­en bekom­men wir wenige zu Gesicht, die Tset­se­fliegen sind die wahren Pla­gen zur Trocken­zeit. Ein­er von 100 Stichen der brem­se­nar­ti­gen Fliegen führt durch­schnit­tlich zu ein­er Über­tra­gung der Schlafkrankheit. Hof­fen wir mal, dass es nicht zu diesen 100 Stichen kommt. Tset­se­fliegen fahren total auf dun­kle Far­ben ab, weshalb in regelmäßi­gen Abstän­den große schwarz und dunkel­blau gestreifte Flaggen ange­bracht sind, die mit einem Gift verse­hen sind. Allerd­ings ist Alex T-Shirt auch dunkel­blau und die Tset­se­fliegen lieben es eben­so.

Antilopen, Giraffen und Zebras

Es sind noch die let­zten Häuser zu sehen, da ent­deck­en wir schon die ersten Impalas. Die ele­gan­ten Tiere wei­den das dürre Gras ab. Auch ein gehörntes Män­nchen ist dabei. Kurze Zeit später tre­f­fen wir auf die ersten Zebras, die zusam­men mit ein paar Impalas neben einem Häuschen ste­hen. Immer wieder sehen wir Meerkatzen in Büschen und Bäu­men sitzen.

Wir fahren tiefer in den Park hinein und sehen Mas­sai Giraf­fen einen Busch abwei­den. Dann sehen wir unsere erste kleine Herde Gnus. Für mich das absolute Safar­i­ti­er, vielle­icht weil es so zahlre­ich ist. In einiger Ent­fer­nung sehen wir ein paar Elands, die im Ver­gle­ich zu den anderen Antilopen ziem­lich groß sind. In einem schlam­mi­gen Tüm­pel liegen vier Warzen­schweine liegen faul rum und ein ver­meintlich­es Krokodil erweist sich als Steck­en. Auch ein Marabu Storch und Löf­fel­rei­her sind zu sehen.

Vögel und Paviane zwischen Baobab Bäumen

Auf unser­er Fahrt durch den Nation­al­park gibt es immer was zu sehen. Auf einem großen abgestor­be­nen Baum sitzen mehrere Weißrück­engeier und hof­fen auf eine Mahlzeit. Am Straßen­rand sitzt eine Gabel­racke mit einem wun­der­schö­nen türkis-lila schim­mern­den Fed­erkleid. Kurze Zeit später sind wir von ein­er großen Gruppe Paviane umgeben von denen die meis­ten rum­sitzen und hart chillen. Eine Mut­ter säugt gle­ich neben der Straße ihr Junges.

Die meiste Zeit ist die Savanne eine dürre Grasland­schaft. In ihrer Mitte ste­hen die großen Baobab Bäume (Affen­brot­bäume) und die regen­schirm­för­mi­gen Akazien­bäume, die für mich der klas­sis­che Safari Baum sind. Es sind noch viele der dorni­gen Flöte­nakazien zu sehen und die Land­schaft wird natür­lich von den vie­len Ter­miten­hügeln geprägt. Zwis­chen all dem ent­deck­en wir ein Wasser­bock­weibchen, das wie ein aufge­bürstetes Reh aussieht.

Elefanten!

Dann sind sie da: eine Horde afrikanis­che Ele­fan­ten, das größte Land­säugeti­er der Erde. Sie wei­den ein paar stache­lige Akazien ab, scheinen mit den Dor­nen aber kein Prob­lem zu haben. Dahin­ter läuft ein Rudel Paviane und auch ein paar Tauben sind unter­wegs. Zwis­chen den Akazien liegt ein Büf­felskelett, was die Ele­fan­ten aber nicht zu stören scheint. Haji zeigt uns einen Leber­wurst­baum, dessen Früchte wenig über­raschen­der­weise wie Würste ausse­hen.

Unter einem dieser Bäume ste­hen ein paar Impalas und etwas wuselt um ihre Füße herum. Es sind Man­gusten, die das fut­tern was die Impalas vom Baum herun­ter­fall­en lassen. Hin­ter einem Busch ver­steckt sich ein Strauß und auch ein paar Perl­hüh­n­er sind unter­wegs.

Impalas, Gnus und Zebras sieht man fast immer, auch Wasser­schweine und die anderen erwäh­n­ten Antilopen tauchen immer wieder auf. Zwis­chen­durch ent­deck­en wir wieder etwas Neues, wie einen schö­nen Nashorn­vo­gel. Wir kom­men wieder an ein­er Ele­fan­ten­herde vor­bei, die dies­mal von einem großen Bullen begleit­et wird.

Es wird langsam spät und der Him­mel wird düster. Ein Gewit­ter scheint sich anzubah­nen. In der Ferne kön­nen wir mehrere Regen­schleier sehen. Während wir Rich­tung Parkaus­gang fahren ent­deck­en wir noch ein paar Man­gusten auf einem Ter­miten­hügel. Am Ende gibt es noch einen Höhep­unkt: Eine Ele­fan­ten­mut­ter mit ihrem ger­ade ein­mal drei Monate alten Jun­gen. Es wirkt noch sehr tap­sig wenn es läuft.

Wieder am Parkein­gang kön­nen wir noch ein paar Affen und eine Gruppe über die Wege wusel­nde Man­gusten beobacht­en.

Weiterfahrt nach Karatu

Die Fahrt zu unser­er Lodge in Karatu soll ca. 1,5h dauern. Auf der Fahrt kom­men wir an der Gren­ze eines anderen Nation­al­parks vor­bei, dem Lake Man­yara. Wie zum Beweis laufen eine Giraffe und ein Dikdik vor uns über die Straße. Der Wind wirbelt den trock­e­nen Savan­nen­bo­den auf und verur­sacht eine mys­tis­che Stim­mung. Es scheint als wäre sämtliche Sät­ti­gung aus der Land­schaft gewichen, alles bekommt einen grauen Schleier. Über dieser Szener­ie ein drama­tis­ch­er Him­mel, der einem Fleck­en­tep­pich aus dun­klen Wolken und dazwis­chen her­vortre­tenden Son­nen­strahlen gle­icht.

Zum Tagesab­schluss bekom­men wir einen tiefroten feuri­gen Son­nenun­ter­gang wie aus dem Bilder­buch präsen­tiert. Es ist noch viel los auf der Straße und wir fahren in der Dunkel­heit fast eine Ziege zusam­men. Malar­ia, Dengue, Schlangen usw. — nachts Auto fahren ist wohl am gefährlich­sten. Die Lodge ist für unsere Ver­hält­nisse ziem­lich lux­u­riös und das Buf­fet ist ein wahres Schlaraf­fen­land nach Tagen der ein­fachen Mahlzeit­en auf dem Kil­i­man­jaro.

Sonnenuntergang in der Savanne
Son­nenun­ter­gang in der Savanne

Keine Kommentare

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.