Packliste Kilimanjaro

Tansania: Packliste für den Kilimanjaro

Posted: 1. Dezember 2017

Der Kil­i­man­jaro, höch­ster Gipfel Afrikas und der höch­ste freis­te­hende Gipfel der Welt. Ein Berg­steiger­traum und für viele der erste Sev­en Sum­mit. Meine Pack­liste für den Kil­i­man­jaro ver­rät euch was ihr ein­pack­en soll­tet um für die extremen Bedin­gun­gen gerüstet zu sein.

Es gibt ja diesen Spruch “Es gibt kein schlecht­es Wet­ter, nur schlechte Aus­rüs­tung”. Tat­säch­lich kann ein Berg­er­leb­nis mit der Aus­rüs­tung ste­hen und fall­en. Extreme Bedin­gun­gen kön­nen ger­ade in großen Höhen unvorherse­hbar auf­tauchen: Wind, Schnee, Regen, extreme Kälte, hohe Sonnene­in­strahlung. Deshalb gilt es seine Aus­rüs­tung gewis­senhaft zusam­men­zustellen.

Ein großer Vorteil am Kil­i­man­jaro ist es, dass euer Gepäck von den Trägern über­nom­men wird. Das macht das Pack­en etwas ein­fach­er, denn ihr kön­nt euch darauf konzen­tri­eren, dass die Sachen warm sind und nicht unbe­d­ingt wie schw­er sie sind. Das bedeutet natür­lich nicht, dass ihr drei Paar Pullover ein­pack­en müsst. Das Geheim­nis zum Warm­bleiben beste­ht darin euch in Schicht­en zu klei­den. Nicht nur, dass Schicht­en euch wärmer hal­ten als eine einze­lene warme Schicht, son­dern die Luft zwis­chen den einzel­nen Schicht­en heizt sich eben­falls auf und dient so als Isolierung. Außer­dem kön­nt ihr die einzel­nen Schicht­en ein­fach ausziehen, wenn es auch zu warm wird und wieder anziehen wenn es plöt­zlich käl­ter wird.

Hier find­et ihr meine Kil­i­man­jaro Pack­liste mit eini­gen Tipps für die Zusam­men­stel­lung eur­er Aurüs­tung.

Ausrüstung

Wichtig ist ein warmer Schlaf­sack, der eine Kom­fort­tem­per­atur bis etwa -10°C haben sollte. Dafür eignet sich am besten ein Daunen­schlaf­sack, da am Kil­i­man­jaro nicht mit großer Feuchtigkeit zu rech­nen ist. Am let­zten Camp auf 4.680m kann es ziem­lich kalt wer­den und eine warme Ther­mos­flasche im Schlaf­sack ist nicht über­trieben. Eine Iso­mat­te kann man von den meis­ten Agen­turen gestellt bekom­men, wer aber lieber den Kom­fort der eige­nen Mat­te genießen möchte, der sollte diese mit­brin­gen. Die gestell­ten Mat­ten sind eher wabbe­lig weich und gle­ichen Steine kaum aus. Eben­so gestellt wer­den die Zelte, die man so nicht mit­nehmen muss. Was ich immer empfehle sind Wan­der­stöcke, die einem das Steigen deut­lich erle­ichtern und beim Abstieg die Knie scho­nen.

Den großen Ruck­sack nehmen die Träger. Dieser sollte das Gewicht von 15kg nicht über­schre­it­en, da das die max­i­male Last für die Träger ist. Unter­wegs trägt man nur sein Tages­gepäck in einem kleinen 18–32l Ruck­sack mit den wichtig­sten Uten­silien wie Regen­jacke, Wass­er, Kam­era und Snacks.

Die Träger tragen das Hauptgepäck des Kilimanjaro Aspiranten
Die Träger tra­gen das Haupt­gepäck des Kil­i­man­jaro Aspi­ran­ten
GEGENSTANDGENAUE BEZEICHNUNGGEWICHT
Ruck­sack 65l + Rain­cov­erBACH Wom­ans FA2.200g
Ruck­sack 18–32lJack Wolf­skin Cross Ter­ra 361.100g
KopfkissenExped Air Pil­low60g
Schlaf­sackMoun­tain Equip­ment Clas­sic 10001.510 g
Hüt­ten­schlaf­sackMeru Mum­my Lin­er150g
Iso­mat­teTherm-a-Rest Z-Lite430g
Wan­der­stöckeBlack Dia­mond Women’s Trail442g
GESAMTGEWICHT AUSRÜSTUNG5.892g
Typisches Zeltcamp am Kilimanjaro
Typ­is­ches Zelt­camp am Kil­i­man­jaro

Kleidung

Für die Füße empfehle ich leichte Trail­run­ningschuhe für den Großteil des Auf­stiegs. Erst am let­zten Tag des finalen Gipfe­lanstiegs kamen bei mir die schw­eren Bergstiefel zum Ein­satz auf­grund des losen Gerölls und vor allem der Kälte dort oben. Ich liebe ein­fach Trail­run­ningschuhe, da sie deut­lich leichter und beque­mer sind und ich somit bess­er und weit­er gehen kann.

Wichtig für den Gipfelt­ag ist eben­falls ein frisches, trock­enes Paar Sock­en und warme Hand­schuhe. Ich habe das mit einem Schicht­en­sys­tem aus dün­nen Hand­schuhen, Filzfäustlin­gen und Gore­tex Über­hand­schuhen gelöst. Alter­na­tiv habe ich noch dicke Gore­tex-Fin­ger­hand­schuhe. Auch habe ich für den Gipfelt­ag eine warme Soft­shell-Hose, die eigentlich meine Ski­touren­hose ist, dabei. Dazu trage ich eine Ther­mo-Leg­gins darunter. Falls das noch nicht aus­re­icht, oder der Wind­chill sehr hoch ist, kön­nte ich die Hard­shell-Hose noch darüber ziehen.

Anson­sten gilt das Zwiebel­prinzip. Ein Funk­tion­sshirt als Base-Lay­er, darüber eine Fleece Jacke und/oder ein Longsleeve und wenn’s zap­figer wird die Daunen­jacke und/oder Hard­shell-Jacke darüber.

Das Zwiebelprinzip ist das Nonplusultra bei einer Besteigung des Kilimanjaros
Das Zwiebel­prinzip ist das Non­plusul­tra bei ein­er Bestei­gung des Kil­i­man­jaros
GEGENSTANDGENAUE BEZEICHNUNGGEWICHT
TrekkingstiefelLowa Lave­na II GTX1.380g
Trail­run­ningschuheSalomon X Ultra 2660g
Hard­shell-JackeBergans Eid­fjord520g
Hard­shell-Hose130g
Daunen­jackeVaude Kabru497g
WesteArc’teryx Atom LT Vest180g
TopQuechua60g
Sport BHadi­das80g
Fleece­jacke450g
LongsleeveIce­break­er Women’s Pace LS Zip200g
Trekking­hoseNorth Face Women’s Trekker Con­vert­ible Pant340g
ShortsAdi­das80g
Ther­mo-Leg­ginsTchi­bo130g
Soft­shell­hoseMam­mut385g
2x Unter­wäscheIce­break­er + Mons Royale Meri­no80g
3x Sock­enMeindl, Kath­man­du200g
BuffBuff40g
MützeMam­mut50g
Son­nen­hutSun­day After­noons Truck­er Hat70g
Hand­schuhe dickZiener Gore­tex160g
Hand­schuhe dünnMoun­tain Equip­ment45g
Hand­schuhe FilzFilzhand­schuhe aus Nepal120g
Über­hand­schuheMoun­tain Equip­ment Pro Shell Mitt130g
GESAMTGEWICHT KLEIDUNG5.987g
In Hut, Fleece-Jacke und Trailrunningschuhen auf den Kilimanjaro
In Hut, Fleece-Jacke und Trail­run­ningschuhen auf den Kil­i­man­jaro

Medikamente und Gesundheit

Obwohl über­halb von 2.500m keine Male­ria mehr existiert, liegt sowohl Moshi als auch der Start­punkt der Tour unter­halb von 2.500m. Es ist also zu über­legen ob eine Malar­i­apro­phy­laxe sin­nvoll ist. Wir haben eine ein­genom­men, da wir nach dem Trekking noch auf Safari gehen wer­den. Neben­wirkun­gen hat­ten wir mit Malarone keine. Entschei­den muss das let­ztlich jed­er für sich selb­st, aber als Stand-By-Not­fallmedika­ment soll­tet ihr auf jeden Fall Malarone oder ein anderes Malar­ia-Medika­ment dabei haben. Falls es auf der Höhe zu einem Malar­ia-Aus­bruch oder gar nur einem Ver­dacht kom­men sollte, dann müsst ihr sofort mit der Medika­tion begin­nen. Bis ihr zu einem Arzt kommt kön­nen schließlich Tage verge­hen, die im Ern­st­fall zwis­chen Leben und Tod entschei­den.

Außer­dem empfehle ich die gängi­gen Medika­mente gegen Durch­fall und Schmerzen mitzunehmen sowie ein Bre­it­ban­dan­tibi­otikum. Ibupro­fen eignet sich für die Behand­lung leichter Höhenkopf­schmerzen. Beim Aufen­thalt in großen Höhen habe ich auch immer Diamox dabei. Diamox hil­ft die Höhenkrankheit zu behan­deln oder sog­ar vorzubeu­gen. Lasst euch hierzu von eurem Arzt berat­en. Mehr zum wichti­gen The­ma Höhenkrankheit find­et ihr hier»

Eine gute aus­ges­tat­tete Erste Hil­fe ist eben­falls wichtig. Bei den meis­ten Sachen gilt, dass es bess­er ist sie nicht zu brauchen, es aber gut ist sie dabei zu haben.

GEGENSTANDGENAUE BEZEICHNUNGGEWICHT
Malar­i­apro­phy­laxeMalarone
Durch­fallmit­telImod­i­um Akut
Antibi­otikumCiprofloxacin
Schmerzmit­telIbupro­fen + Parac­eta­mol
Mit­tel gegen HöhenkrankheitDiamox
Desin­fizierende SalbeThy­rosol
SchmerzsalbeVoltaren
Schleim­lös­erSole­dum
Kohletablet­tenKohle-Com­pret­ten
Antial­ler­gis­ches GelFenis­til
Halss­chmerztablet­tenLemocin
Elek­trolyteElo­trans
Son­nen­schutzSun Ozon sport 50+
Wasser­reini­gungstablet­tenMicrop­ur
Fieberther­mome­ter
Ster­istrips
Kom­pressen
Pflaster
Mull­binden
Blasenpflaster
Tape
Dreieck­tuch
Ret­tungs­decke
Desin­fek­tion­s­mit­tel
GESAMTGEWICHT GESUNDHEIT640g

Hygiene und Kosmetik

Auf dem Weg auf den Kil­i­man­jaro ist Katzen­wäsche ange­sagt. Warmes Wass­er wird einem im Schüs­seln gere­icht. Dafür eignet sich ein Waschlap­pen um das Wass­er an die wichtig­sten Kör­per­stellen zu verteilen und den Staub abzuwaschen. Anson­sten hil­ft ein Hut die fet­ti­gen Haare zu verdeck­en :)

GEGENSTANDGENAUE BEZEICHNUNGGEWICHT
Zahn­bürste, Zah­n­pas­ta
CremeVase­line
SeifeLUSH
Haar­bürste
Deo
Alko­hol­handgel
Lip­pen­bal­samLabel­lo Sun Pro­tect
Hand­tuchKath­man­du Trav­el Tow­el220g
Waschlap­pen30g
Taschen­tüch­er56g
Toi­let­ten­pa­pi­er140g
GESAMTGEWICHT HYGIENE876g
Zähneputzen im Freien
Zäh­neputzen im Freien

Sonstiges

Trinkblasen mögen zwar erst­mal albern ausse­hen, sind aber mega prak­tisch. In großer Höhe ist es wichtig viel zu trinken, min­destens 3 Liter am Tag. Wer ver­gisst nicht ständig das Trinken, wenn er im ger­ade so schön im Wan­der-Flow ist und keine große Lust hat jedes Mal den Ruck­sack abzuset­zen um etwas zu Trinken her­vorzu­fum­meln?

Zusät­zlich habe ich noch eine 1l Trink­flasche mit Ther­mo­hülle für den Gipfelt­ag dabei. Es gibt auch Isolierungsüberzüge für die Schläuche der Trinkblasen. Anson­sten wird euch das Wass­er beim Auf­stieg in der kalten Nacht ein­frieren und ist dann nut­z­los.

GEGENSTANDGENAUE BEZEICHNUNGGEWICHT
TrinkblaseCamel­bak 2l180g
Trink­flasche 1l + Ther­mo­hülle200g
SnacksSnick­ers, Nüsse, Cliff­bars, etc.360g
Stirn­lampeBlack Dia­mond Iota56g
Kam­era-Aus­rüs­tungCanon EOS 600D + Tam­ron Objek­tiv 17–55mm, Sony DSC RX100, Ersatza­kku1.350g
E-Read­erKin­dle206g
Ladek­a­belMicro-USB Kabel für Stirn­lampe, Kam­era, Smart­phone, Kin­dle20g
Power­bankAnker Pow­er­Core 10000mAh181g
Plüschiger Begleit­erKnutschekrokodil140g
Son­nen­brille110g
Notizbuch + Stift180g
GPS-Arm­ban­duhrSuun­to Ambit 3 Peak89g
Smart­phoneHTC One M9160g
Ohren­stöpsel
SpielKnif­fel­bech­er + Wür­fel60g
GESAMTGEWICHT SONSTIGES 3.292g
Packen für den Kilimanjaro
Pack­en für den Kil­i­man­jaro

Das ergibt ein Gesamt­gewicht von rund 16 kg, wobei sich allerd­ings nur 5–6kg (inkl. Kam­era) auf meinem Rück­en im Tages­ruck­sack befind­en, dann noch etwa 1–2 kg am Kör­p­er. Der Rest geht an den Träger. In unserem Fall haben wir zu zweit einen großen Ruck­sack gepackt und den zweit­en großen Ruck­sack mit Sachen, die wir auf dem Trek nicht brauchen, im Hotel gelassen. Anson­sten emp­fiehlt sich noch eine zusät­zliche Duf­fle-Bag um die für den Kil­i­man­jaro benötigten Sachen von den nicht benötigten Sachen zu tren­nen. Gebt eurem Träger keinen unnöti­gen Bal­last mit wie die Taucher­brille für San­si­bar oder das große Safari-Teleob­jek­tiv.

Was ihr son­st noch so braucht, aber im Hotel lasst, ist ein Steck­dose­nadapter für Tansa­nia. Auch ein DEET-haltiges Mück­en­spray für die tiefer liegen­den Gebi­ete in Moshi empfehle ich. Beim Auf­stieg auf den Kil­i­man­jaro selb­st begeg­nen einen allerd­ings keine Mück­en mehr.

Hast du noch Fra­genn zu mein­er Pack­liste? Warst du schon mal auf dem Kil­i­man­jaro und hast Ergänzun­gen oder Anmerkun­gen? Dann kom­men­tiere unter dem Artikel!

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