Blick vom Zunterkopf auf den Plansee

Tauern-Runde: Einsames Abenteuer über dem Plansee

Posted: 16. Dezember 2021 by Annika

Ein­samkeit, Aben­teuer und traumhafte Aus­blicke – das ver­spricht die abwech­slungsre­iche Tauern-Runde über Zun­terkopf, Tauern und Schro­fen­nas ober­halb des Plansees. Keine Ahnung warum sie so wenig began­gen ist, denn sie ist eine mein­er absoluten Lieblings­touren, bietet sie doch alles was das Berg­steiger­herz höher schla­gen lässt. Sie ver­läuft auss­chließlich auf schmalen Pfaden und man kann ganz in der Natur aufgehen.

Je nach­dem wie man die Tour gehen möchte gibt es ver­schiedene Park­platzmöglichkeit­en. Wenn man zum Tauern und den gle­ichen Weg wieder zurück­ge­hen oder eine Querverbindung vom Tauern zum Anstiegsweg nutzen will, emp­fiehlt sich der Park­platz direkt am Auf­stieg zum Zun­terkopf. Die schönere, aber deut­lich län­gere Vari­ante ist über die Schro­fen­nas und das Gra­tle abzusteigen und dann am Plansee ent­lang zurück zu gehen. Dafür wählt man entwed­er den Park­platz am Auf­stieg, den kleineren weit­er östlich am Plansee an ein­er kleinen Kapelle gele­ge­nen oder den näher am Ende der Tour gele­ge­nen Park­platz am Camp­ing­platz Seespitz auf der gegenüber­liegen­den Seite des Sees. Bei let­zteren startet die Tour mit einem Spazier­gang am kleinen Plansee und seinen Aus­läufern entlang.

Aufstieg zum Zunterkopf

Wir über­queren die Straße und gelan­gen an einem Schild, das den „Tauern“ ausweist, zum sogle­ich sehr steil ansteigen­den Pfad durch den Wald hin­auf. Immer wieder kön­nen wir den Plansee durch die Bäume hin­durch schim­mern sehen und freuen uns schon jet­zt auf den Aus­blick von oben. Der Weg bleibt steil und führt uns in Ser­pen­ti­nen und über Wurzeln hin­auf in die Latschen­zone bis auf einen kleinen Vorgipfel, von dem wir die erste schöne Aus­sicht auf Reutte und den Plansee unter uns haben.

Von hier geht es nun noch ein Stück steil durch die Latschen hin­auf zum Gipfel des Zun­terkopfs, dessen Kreuz wir schon erblick­en kön­nen. Dadurch denken wir, dass es nur wenige Minuten bis zum Gipfel sind, aber das Stück zieht sich dann doch nochmal länger als erwartet. Es geht über fein­schot­trige Pfade über die ein oder andere Felsstufe und schließlich erre­ichen wir den Zun­terkopf. Die Aus­sicht von hier oben ist atem­ber­aubend. Den näch­sten Gipfel des Tauern kön­nen wir schon aus­machen, unter uns schim­mert der fjordähn­liche Plansee, um uns herum die Gipfel der Ammer­gauer Alpen, gegenüber der markante Thaneller und Hochvo­gel bis zu den Tannheimer Alpen.

Weiterweg zum Tauern und Schrofennas

Bis hier­her ist der Weg recht ein­fach und uner­fahre­nen oder weniger trittsicheren und schwindel­freien Wan­der­ern sei hier das Ende der Tour emp­fohlen. Beim Über­gang zum Tauern wird’s etwas aben­teuer­lich­er. Wir steigen an eini­gen markan­ten Fels­flanken vor­bei in einen engen Sat­tel hinab. Nun führt der Weg steil und bröselig ein gutes Stück bergab um eine Fel­snadel zu umge­hen. Hier gilt es etwas aufzu­passen um den Abzweig nicht zu ver­passen, da es einem erst­mal irri­tierend vorkommt, dass der Weg steil hinab statt hin­auf führt. Dann führt der Weg teil­weise etwas aus­ge­set­zt und weit­er fein­schot­trig wieder hin­auf. Ein paar kleinere Krax­el­stellen wer­den über­wun­den und wir ste­hen nach 30 Minuten am Gipfel des Tauern, der nun auch den Blick auf den Heit­er­wanger See freigibt.

Nun steigen wir Rich­tung Schro­fen­nas ab, was uns über steile Schro­fen führt. Immer wieder kann man sich seitlich an Latschen fes­thal­ten um die steilen Abstiege zu meis­tern. Es fol­gen ein paar Krax­el­stellen im steti­gen Auf und Ab bis wir die Schro­fen­nas erre­ichen. Von hier führt nun ein unschein­bar­er grasiger Pfad sehr steil bergab. Trittspuren erle­ichtern uns den Abstieg an der ein oder anderen Stelle, es gilt aber sehr aufmerk­sam zu sein. Hin­ter der Schro­fen­nas kann man sich entschei­den: Entwed­er man zweigt hier links ab und geht hier über einen im Auf und Ab führen­den Pfad an den Hän­gen des Tauern und Zun­terkopfs zurück zum Auf­stiegsweg, der dur­chaus die ein oder andere span­nende Stelle im Abstieg bein­hal­tet. Was noch schön­er ist, aber nicht weniger anspruchsvoll und länger, ist es weit­er dem Weg ger­adeaus direkt auf den Plansee zu zu folgen.

Abstieg zum Plansee

Bei der let­zteren Vari­ante hat man nochmal einen Wahnsinnsaus­blick auf den Plansee. Man muss aber zuerst über eine Mini-Leit­er, die über eine Felsstufe führt, dann über eine nicht sehr ver­trauenser­weck­ende Seil­sicherung, die man bess­er unberührt lässt. Als wir diesen Weg wählen, kom­men wir zu allem Über­fluss in die Dunkel­heit, was die Aus­sicht nur erah­nen lässt und den weit­eren Abstieg umso anspruchsvoller macht. Als wir die Tour zum zweit­en Mal machen ist es bere­its eben­falls Spätherb­st und es wird früh dunkel, weshalb wir die kürzere Querung zum Auf­stiegsweg wählen. Ein­mal noch möchte ich gerne die kom­plette Runde bei Tages­licht und schön­stem Wan­der­wet­ter machen. Wir gelan­gen auf einen schmalen mit losem Gestein bedeck­ten Gras­rück­en, dem Gra­tle. Dann geht’s auf einem steilen Grashang bergab. Wir erre­ichen eine kleine Jäger­hütte. Über wilde Wege geht’s weit­er hinab, nochmal an einem schö­nen Foto­spot vor­bei, bis zum Plansee.

Hier sind es nun je nach­dem wo man geparkt hat noch 3,3km bis zum Park­platz am Auf­stieg, 2,7km zum Park­platz an der Kapelle oder 1km zum Camp­ing­platz. Dabei geht es immer eben am See entlang.


FAKTEN ZUR TOUR
Berg­tour Tauern-Runde (1.841m)
Gehzeit: 5h für kleine Runde, 5:30h für große Runde (2:30h Auf­stieg, 2:30–3h Abstieg)
Höhen­meter: 1.050hm
Aus­gangspunkt: Kapelle Frauen­brün­nele an der Planseestraße (977m), Park­platz “Stu­iben­fälle” direkt am Auf­stieg (994m) oder am Camp­ing­platz am Plansee (980m)
Schwierigkeit: T4- — Alpinwandern

 

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