Te Araroa: Verpflegung auf dem Trail

Posted: 14. September 2018

Was isst man eigentlich auf so einem Trail um möglichst leicht unter­wegs zu sein, aber trotz­dem an die benötigten Kalo­rien zu kom­men? Das Essen muss für mehrere Tage im Ruck­sack mitgenom­men wer­den. Der Te Araroa kommt auf der Südin­sel nicht allzu oft durch Städte mit Super­märk­ten, wo wir unsere Vor­räte auf­füllen kon­nten. Unsere läng­sten Etap­pen waren 10 Tage, weshalb wir für die entsprechende Zeit Nahrung dabei hat­ten und die Ruck­säcke schw­er machen.

Das Schöne ist, dass der Ruck­sack von Tag zu Tag immer leichter wird mit der ent­nomme­nen Menge Essen. Es ist wichtig beim Essen genau zu pla­nen was wirk­lich nötig ist und manch­mal ist es eine gute Idee Essenspakete in abgele­gene Orte zu schick­en um nicht zuviel auf ein­mal mit­nehmen zu müssen.

Jed­er Men­sch hat einen anderen Grundbe­darf, der sich bei kör­per­lich­er Anstren­gung entsprechend erhöht. Außer­dem soll­tet ihr darauf acht­en die wichtig­sten Nährstoffe wie Salze und Vit­a­mine zu euch zu nehmen. So oder so, es gilt auszupro­bieren was euer per­sön­lich­er Bedarf ist und welche Art von Nahrung euch taugt.

Eine gute Über­sicht über die Verpfle­gungsmöglichkeit­en auf der Südin­sel

Frühstück

Zum Früh­stück habe ich mich die ganze Zeit auf dem Trail von Por­ridge ernährt. Ein paar Hafer­flock­en sind sehr leicht und mit heißem Wass­er aufzubrühen. Ich habe hier allerd­ings nicht die ein­fachen Hafer­flock­en bevorzugt, son­dern jene, die bere­its mit Frücht­en und Zuck­er angere­ichert sind. Ein­fach nur Hafer­flock­en mit Wass­er schmeck­en nach nichts und auch das habe ich eine Weile pro­biert und entsprechend mit Trock­en­frücht­en und Honig angere­ichert. Ich meine aber, dass es keinen Gewicht­sun­ter­schied macht ob man nun die fer­ti­gen Mis­chun­gen kauft oder selb­st zusam­men­mis­cht. Es macht höch­stens was beim Preis aus.

Mittagessen

Mit­tags haben wir meis­tens nur Riegel gegessen, die wir auch zu jed­er Zeit zwis­chen­durch ver­til­gt haben. Beson­ders gut fand ich die OSM Riegel, da sie eine hochw­er­tige und aus­ge­wo­gene Alter­na­tive zu Schoko­riegeln bieten, die fast nur aus Zuck­er beste­hen. Dazu kamen manch­mal Baguette oder Wraps mit Käse und Wurst. Zusam­men mit Knoblauch sorgt das für entsprechende Vit­a­mine und einen aufre­gen­deren Geschmack. Der Geruch ist eh egal, ihr werdet ohne­hin über­all stinken. Ganz sel­ten haben wir uns Mit­tags auch was gekocht, wenn der Hunger sehr groß war und die Pausen­stelle gün­stig.

Mit­tagspause ober­halb der Mistle­toe Bay, hier sog­ar mit Cider

Abendessen

Das große Fressen fol­gte immer Abends. Meis­tens macht­en wir uns Back­coun­try Cui­sine Gerichte für zwei Per­so­n­en. Tat­säch­lich reichen die großen Pack­un­gen für zwei Per­so­n­en eher nur für eine Per­son, weshalb wir meis­tens einen Nachtisch hin­ter­hergeschoben haben. Das ist manch­mal ein­fach nur (heiße) Schoko­lade, Por­ridge mit Kakaop­ul­ver, eine Tüten­suppe oder Back­coun­try Cui­sine Nachtis­che.

Back­coun­try Cui­sine ist das typ­is­che dehy­dri­erte Trekkingessen, was gewichtss­parend und trotz­dem kalo­rien­re­ich ist. Es kostet allerd­ings mehr als herkömm­liche Nahrung. Außer­dem ist die Auswahl oft begren­zt und viele Sorten schmeck­en völ­lig wider­lich. Hier gilt es auszupro­bieren. Es gibt noch zwei weit­ere Fir­men, die Trekking­nahrung anbi­eten, aber mehr kosten. Das sind Absolute Wilder­ness und The Out­door Gourmet Com­pa­ny. Diese habe ich nicht aus­pro­biert.

Hin und wieder gab es auch Nudeln mit ver­schiede­nen Saucen aus der Tüte oder mit Käse und Knoblauch, Reis mit Tüten­saucen oder Kartof­fel­brei mit Käse, Knoblauch und Kräutern.

Abso­lut empfehlen kann ich immer eine Kräuter­mis­chung, Salz, Pfef­fer und Knoblauch dabei zu haben um lang­weilige Gerichte aufzu­pep­pen.

Es gibt auch Wan­der­er, die die Light­weight Vari­ante bevorzu­gen. Entwed­er nur Wraps essen oder soge­nan­ntes Cold Soak­ing betreiben. Dafür weicht man ein­fach Nudeln, Cous­cous oder was auch immer ein­fach stun­den­lang z.B. in ein­er alten Plas­tik­dose mit Wass­er ein und isst das dann kalt. Mir per­sön­lich ist eine warme Mahlzeit wichtig, weshalb die Vari­ante für mich nicht in Frage kam. Es spart aber jegliche Kochuten­silien wie Kocher, Gaskar­tusche und Topf ein.

Mac’n’Cheese zum Aben­dessen

Wasser

Wass­er bekommt ihr fast über­all auf dem Trail — aus Flüssen, Seen und von Tanks bei Hüt­ten. Dieses Wass­er soll­tet ihr aber immer behan­deln, denn in Neusee­land gibt es Keime wie Guardia und andere Bak­te­rien. Fluss­wass­er ist oft mit Fäkalien von dem in der Umge­bung leben­den Vieh kon­t­a­miniert.

Ich mache das mit Chlortablet­ten, die zwar dem Wass­er einen Nebengeschmack ver­lei­hen, aber leicht und ein­fach zu benutzen sind. Es gibt außer­dem Sil­be­ri­o­nentablet­ten, die keinen Nebengeschmack haben, aber 2–3 Stun­den brauchen um ihre Wirkung zu ent­fal­ten. Die andere Vari­ante sind Fil­ter­sys­teme, die ich allerd­ings selb­st noch nie aus­pro­biert habe.

Pausentage

An den Pausen­t­a­gen soll­tet ihr essen was ihr son­st nicht bekommt: Obst, Gemüse, frisches Essen. Euer Kör­p­er wird stark nach Junk Food ver­lan­gen, obwohl ihr sowas son­st kaum esst. Gebt dem ruhig nach, vergesst aber nicht auch ein biss­chen Obst zu essen. Ich glaube mir war noch nie so sehr nach Burg­ern wie auf dem Trail. Eigentlich wollte ich immer nur Burg­er essen. Und Germknödel, die gab’s aber nicht. Wenn es uns nicht so gut ging, dann half es uns immer über Essen zu fan­tasieren, das wir bald wieder essen wür­den.

Pakete

Auf der Südin­sel werdet ihr ab und zu an Orte kom­men, wo es keine Möglichkeit gibt eure Verpfle­gung aufzufüllen oder nur eine sehr geringe Auswahl. Dies bet­rifft eigentlich nur die Südin­sel. Wir haben uns zwei Pakete geschickt: Eins nach Boyle Vil­lage und eins nach St Arnaud. Denn zwis­chen Methven und Nel­son gibt es sogut wie nichts. Es geht aber auch völ­lig ohne soge­nan­nte Resup­ply-Box­en. Trotz­dem heißt das für min­destens 10 Tage Essen dabei haben. Wer soviel nicht tra­gen kann oder möchte muss entsprechend mehr Pakete ein­pla­nen.

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