Te Araroa: 16. Hallo Nordinsel — Island Bay bis Paekakariki

Posted: 31. August 2018

Nach ein­er Pause in Wes­t­aus­tralien geht der Te Araroa für mich alleine auf der Nordinsel weit­er. Der Weg führt mich von der südlichen Island Bay in die Haupt­stadt Welling­ton. Von dort geht es mit großen Aus­blick­en auf Welling­ton und das Meer über den Mount Kakau und Colo­nial Knob bis nach Porirua. Von nun an geht es für mich am Meer ent­lang. Das High­light dieses Abschnitts ist defin­i­tiv der Paekakari­ki Escarp­ment Track, der hoch über der Küste mit grandiosem Weit­blick über das Meer bis nach Paekakari­ki führt.

25.04. Island Bay bis Wellington City Centre

13,6km / 3h / 465hm

Heute ist ANZAC Day, weshalb die meis­ten Geschäfte entwed­er ganz geschlossen haben oder erst Mit­tags öff­nen. Ich finde aber ein geöffnetes Café in dem ich früh­stück­en kann, denn die Super­märk­te haben noch zu.

Am Vor­mit­tag fahre ich mit dem Bus Nr. 1 bis nach Island Bay, die auf der anderen Küsten­seite von Welling­ton liegt. Ich bin leicht unter­wegs. In meinem kleinen Ruck­sack befind­et sich nur meine Kam­era, Geld und Tele­fon. Ich hat­te auch über­legt die heutige, eher kurze Strecke zu laufen, aber dazu ist es mir dann doch zu heiß und meine Knie machen sich eben­falls beim Ver­such bemerk­bar. Also bleibt es beim “Speed Hik­ing”, das ich immer wieder unter­breche um Fotos zu machen, denn wider Erwarten ist die Strecke recht hüb­sch. Start ist an der Küste in der Island Bay, wo ein unschein­bar­er Stein den Anfang bzw. das Ende des TAs auf der Nordinsel verkün­det.

Der Geruch von Salzwass­er steigt mir in die Nase, die Möwen kreis­chen und die Sonne scheint als hätte sie nie etwas anderes getan. Der Weg fol­gt zuerst der Küsten­lin­ie bis ich in der Houghton Bay ins Lan­desin­nere abbiege. Dieser gesamte Teil ist iden­tisch mit dem South­ern Walk­way und macht somit die Nav­i­ga­tion durch kon­tinuier­liche pinke Markierun­gen leicht. Nun geht es hin­auf Rich­tung Mt Albert, was mich dur­chaus ins Schwitzen bringt ob des heißen Tages heute. Auf dem Mt Albert habe ich einen schö­nen Blick über die Küste von der ich gekom­men bin. Von hier geht’s wieder etwas abwärts bis ich zu dem Paviange­hege des Welling­ton Zoos komme. Tat­säch­lich kann ich einige der Tiere mit dem roten Hin­tern sehen. Dann geht’s ein Stück ruhige Straße ent­lang durch Wohnge­gen­den, wo ich einen Tui in den Bäu­men ent­decke. Die mit einem weißen Feder­büschel am Hals verse­henen Vögel machen einen solchen Lärm, dass man kaum unbe­merkt an einem vor­beige­hen kann.

Ich erre­iche den Tru­by King Park von wo aus es weit­er zum Mt Vic­to­ria geht. Hier ist es schön schat­tig durch die schön bewalde­ten Parkge­bi­ete. Am Mt Vic­to­ria wird’s nun wieder geschäftig, denn der Blick vom Look­out zählt zu den touris­tis­chen Attrak­tio­nen Welling­tons. Wo ich vorher den Weg größ­ten­teils für mich alleine hat­te, tre­ffe ich nun auf viele, die eben­falls auf dem Weg dor­thin sind. Ich mache noch den kurzen Abstech­er zu diesem Look­out bevor ich dem Weg wieder nach unten folge. Ein schön­er Blick über Welling­ton, dies­mal von der anderen Seite als von dem anderen beliebten Aus­sicht­spunkt an der oberen Sta­tion des Cable Cars.

Der Weg geht nun weit­er durch den Wald bergab und wieder ein Stückchen hin­auf um einen Bogen hin­unter zur Ori­en­tal Bay zu machen. Viele schöne Häuser säu­men hier die Hänge und haben Blick auf das blaue Wass­er der Bucht in der das Stadtzen­trum von Welling­ton liegt. Unten befind­et sich ein biss­chen Strand und ein paar Leute machen hier Schwimm­train­ing — allerd­ings mit Neo­pre­nanzü­gen. Hier finde ich endlich einen Laden um mir etwas zu trinken zu kaufen. Dum­mer­weise hat­te ich mir nichts mitgenom­men, da ich die Wärme doch etwas unter­schätzt habe. Der betrieb­samen Prom­e­nade fol­gend gelange ich zurück in das Stadtzen­trum. Halb Welling­ton scheint an diesem Feiertag hier ent­lang zu flanieren. Schließlich erre­iche ich den Super­markt, der ein­deutig viel zu groß ist um schnell was einzukaufen, und begebe mich zurück in mein Hos­tel.

18.05. Wellington bis Porirua

29km / 1.400hm / 7,5h

Ich starte hin­ter dem Botanis­chen Garten von Welling­ton zum Te Ahu­mairan­gi Park in dem es erst ein­mal ordentlich bergauf geht. Trotz der gemäßigten Tem­per­atur komme ich ordentlich ins Schwitzen. Für diesen Teil muss ich nur den blauen Schildern “North­ern Walk­way” fol­gen. Immer wieder eröff­nen sich schöne Blicke auf Welling­ton und die Küste und Bänke laden zum Ver­weilen ein. Danach geht es nur kurz über Straßen in den Trelis­sick Park hinein, wo ich dem Ver­lauf eines kleinen Flusses folge. Nun geht es zum Mt Kaukau über den Bell’s Track. Schafe und wun­der­schöne Aus­sicht­en bis weit hin­auf aufs Meer find­en sich hier.

Es fol­gt eine lange Straße, dann mache ich eine Pause. Durch den Spicer For­est wan­dere ich bis zum Colo­nial Knob. Kurz vor dem Gipfel ver­laufe ich mich etwas während die Uhr unaufhalt­sam tickt. Der Son­nenun­ter­gang ver­wan­delt die Wolken in rosa Zuck­er­wat­te, davor grasen Schafe friedlich auf grün­er Wiese. Von hier habe ich einen Blick bis nach Mana Island.

Inzwis­chen wird es dunkel und das Lichter­meer von Welling­ton erscheint unter mir. Das let­zte Stück gehe ich im Stirn­lam­p­en­schein, wenig­stens auf ein­er Art Forststraße, die gut bege­hbar ist. Schließlich stapfe ich durch dun­klen Wald steil hin­unter bis zum Camp Els­don, wo ich mein Zelt heute Nacht auf­stelle.

19.05. Porirua bis Paekakariki

28km / 6,5h / 555hm

Mor­gens sehen die Wolken noch so aus als wür­den sie heute gemein wer­den wollen, aber immer wieder kommt die Sonne her­vor. Der Weg führt mich in die Innen­stadt von Porirua hinein, die über­raschend groß ist. Ich kaufe mir ein Früh­stück im örtlichen Super­markt bevor es weit­er Rich­tung Küste geht. Ich laufe über einen geteil­ten Rad- und Wan­der­weg nahe des High­ways ent­lang und gelange so bis nach Pukerua Bay, wo das Tageshigh­light auf mich wartet — der Paekakari­ki Escarp­ment Track. Dieser führt mich hoch über den High­way und die Schienen der Bahn­lin­ie mit wun­der­schö­nen Blick­en auf den Ozean und Kapi­ti Island. Die Sonne geht schon wieder unter und mich muss mich etwas sputen um noch vor der Dunkel­heit von diesem schmalen aus­ge­set­zten Pfad runter zu sein. Dafür habe ich einen wun­der­schö­nen Son­nenun­ter­gang, der warmes gold­enes Licht über die Küste streut für mich alleine.

Der Weg führt mich über zwei lange Hänge­brück­en und schließlich steil hin­auf bis auf 220m über dem Meer — was für eine Aus­sicht! Allzu viel Zeit lasse ich mir jedoch nicht hier oben. Es ist auch wieder ein­mal ziem­lich windig und die Sonne ver­schwindet bald hin­ter dem Hor­i­zont des Meeres. Es geht nun wieder steil hin­unter und in ein kleines Wald­stück hinein bis ich wieder an der Straße lande. Hier holt mich die Dunkel­heit mal wieder ein, aber Straßen­beleuch­tung bringt mich sich­er bis nach Paekakari­ki wo ich im örtlichen Super­markt für mein Aben­dessen einkaufe. Stolze 20$ zahle ich für eine Pack­ung Nudeln, Käse, ein Cider und Gum­mibärchen.

Von hier hatsche ich nun die Straße ent­lang bis zum Queen Eliz­a­beth Park wo sich der Zelt­platz befind­et, den ich für heute anstrebe. Die let­zten Kilo­me­ter sind irgend­wie immer die läng­sten. Ziem­lich ruhig hier zu dieser Jahreszeit, außer meinem Zelt ist hier kein weit­eres zu sehen und ich habe die Küche für mich.

Ich bin froh, dass ich die Strecke heute gelaufen bin, denn die Aus­sicht auf das viele Hatschen nahe des High­ways hat mich zuerst etwas abgeschreckt. Ich habe über­legt den Tag mit dem Zug zu über­sprin­gen, habe mich dann aber vor allem deshalb dafür entsch­ieden, da ich den näch­sten Abschnitt durch die bergi­gen Tararuas auf­grund von schlechtem Wet­ter wohl aus­lassen müssen werde. Und der Escarp­ment Track war die ganze Hatscherei zuvor auf jeden Fall wert!

 

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