Te Araroa: 14. Pelorus River Track — Nelson bis Havelock

Posted: 25. August 2018

Nach der Erfahrung im Nel­son Lakes Nation­al­park mussten wir auf­grund der weit­er­hin schlecht­en Wet­ter­aus­sicht­en die Rich­mond Ranges lei­der aus­fall­en lassen. Wir über­sprin­gen den 87km lan­gen Part bis wir in den niedrigeren Gefilden der Rich­mond Ranges wieder starten. Auf dem Pelorus Riv­er Track erwarten uns vor allem Wald und Regen.

14.04. Zurück zum Te Araroa: Hacket Carpark bis Browning Hut

9,4km / 2,5h / 395hm

Wir früh­stück­en reich­haltig im Yel­low Café in Nel­son, besuchen den Sam­stags­markt und nehmen um 10 Uhr den Bus nach Rich­mond. Von hier sind es 4,6km bis zur Abzwei­gung in das Aniseed Val­ley bis zum Start des Tracks, wir kön­nen aber bald ein Auto anhal­ten und wer­den vom Van­fahrer des Nel­son Col­lege bis dahin mitgenom­men. Es gibt hier zwar einen Fußweg, aber der Marsch am High­way durch Indus­triege­bi­et ist nicht beson­ders attrak­tiv.

An der Abzwei­gung laufen wir nur ein bis zwei Kilo­me­ter bis uns das näch­ste Auto bis zum Hack­et Park­platz mit­nimmt. Allzu viel Verkehr herrscht auf der Straße nicht, aber ein paar Leute wohnen hier draußen. So auch unser Fahrer. Sein Sohn erzählt uns von ihren Ren­tieren. Im Som­mer ist die Straße wohl gut befahren, also gute Hitch­ing Chan­cen dann.

Wir starten am Park­platz und gehen etwa eine Stunde am Fluss in mäßiger Stei­gung ent­lang bis wir wieder auf den Te Araroa stoßen. Gegen 14 Uhr sind wir an der Brown­ing Hut, wo ein steil­erer Pfad uns hin­führt. Die näch­ste Etappe ist jedoch wom­öglich zu lang um vor der Dunkel­heit die Hütte zu erre­ichen, also bleiben wir nach diesem Kurzen Tag in der Brown­ing Hut.

15.04. Die letzte Hütte — Browning Hut bis Captains Creek Hut

21,4km / 7,25h / 914hm

Kalt ist es wieder am Mor­gen, aber­beim Laufen wirds schnell warm. Vor allem da nun ein Auf­stieg vor uns liegt. Wir schnaufen durch den Wald, dessen Wegen steinig und mit Wurzeln über­zo­gen ist, auf den Totara Sat­tel, wo offene Tus­sock­flächen uns Blicke zur Küste und in die Rich­mond Ranges erwarten. Offen­bar ist der Schnee gut zurück gewichen.

Wir tauchen wieder in den Wald ab, wo wir uns durch zahlre­iche umgestürzte Bäume bis zur Rocks Hut hin­unter kämpfen. Hier muss vor einiger Zeit mal ein furcht­bar­er Sturm gewütet haben. Es liegen Bäume kreuz und quer und durcheinan­der. Dabei sind Bäume, die einen Umfang von mehreren Metern hat­ten. Hier machen wir eine Mit­tagspause mit dem guten Brot, das wir auf dem Nel­son Markt gekauft haben.

Auch der weit­ere Abstieg ist wüst und scheint eine halbe Ewigkeit zu dauern. An der Mid­dy Creek Hut machen wir noch eine Pause bis es weit­er hinab geht bis zur Cap­tains Creek Hut. Unsere Füße sind platt und müde. Diese Hütte ist die let­zte auf der Südin­sel und wir haben sie ganz für uns. Erst­mal machen wir ein Nick­erchen. Wir machen ein Feuer im Ofen und essen. In der Nacht reg­net es wie aus Kübeln.

16.04. Raus aus dem Wald — Captains Creek Hut bis Pelorus Bridge

22km / 6h / 595hm

Der gestern noch so grün schim­mernde Pelorus Riv­er ist heute matschbraun und ergießt sich in reißen­den Fluten vom Regen der Nacht. Die ersten zwei Stun­den sind hart, denn der Wald­bo­den ist rutschig und wehrt sich mit allen Mit­teln gegen das Bege­hen: Umgestürzte Bäume, Steine, Wurzeln, reißende Bäche und alles schön rutschig, sodass ich einige Male aus­rutsche.

Nach diesem schein­bar end­losen Auf und Ab teil­weise hoch über dem Fluss wird es endlich ein­fach­er, der Weg bre­it­er, aufgeräumter und flach­er. So erre­ichen wir nach ein­er weit­eren Stunde die Schot­ter­straße. Hier begin­nt es allerd­ings zu reg­nen und wir marschieren lust­los im Regen an der Straße ent­lang.

Tat­säch­lich dauert der Schauer aber gar nicht lange und die Sonne scheint plöt­zlich wieder als wäre nie was gewe­sen. Im Nu ist der Him­mel blau und keine Wolke mehr zu sehen. April­wet­ter, schein­bar über­all lau­nisch. Wir machen Mit­tagspause und essen den Rest des Brots auf.

Die Straße führt uns an Far­mgelände mit Schafen, Kühen und sog­ar Alpakas vor­bei. Je weit­er wir vorankom­men desto bewohn­ter wird die Gegend auch und es kom­men mehr Fahrzeuge an uns vor­bei. Schließlich geht die Straße in Teer über, was es unan­genehmer macht zu laufen. Nach drei Stun­den haben wir es aber geschafft und erre­ichen die Brücke und nach ihr das Pelorus Bridge Café — kurz bevor es schließt. So kön­nen wir noch Cola, Kuchen und Quiche ergat­tern. Wir beziehen den Zelt­platz am Fluss, der lei­der noch immer braun ist.

 

17.04. Zurück in die Zivilisation — Pelorus Bridge to Havelock

7,8km / 29hm

Wir gehen zurück zur Brücke und tauchen dann für die ersten Kilo­me­ter in den Wald ein. Das Wet­ter heute ist trüb und es nieselt ein wenig als wir los­ge­hen. Als wir aber das offene Far­mgelände erre­ichen fängt es richtig an. Dazu führt uns der Weg immer wieder durch Pfützen, Matsch und Sumpf, was auch noch nasse Füße bere­it­et. Als wir die Brücke erre­ichen beschließen wir diese zu nutzen um zum High­way zu gehen und per Hitch­hike nach Have­lock zu fahren, denn das Wet­ter ver­spricht keine Besserung und der weit­ere Weg wäre nur über Schot­ter­straße und ein Stück High­way bis Have­lock.

Nach ein­er Weile hält auch eine Frau mit zwei Kindern und Hund an, die uns mit­nehmen. Der Hund ist fre­undlich, aber sehr auf­dringlich und leckt uns immer mal vom Kof­fer­raum aus ab oder stößt uns mit der Schnau­ze an. Der Regen wird stärk­er, dazu kommt Wind — also eine gute Entschei­dung zu fahren.

Wir kehren im Ruther­ford Back­pack­er ein, dessen dünne Wände vom Wind ächzen. Als es bess­er wird gehen wir in den Pub und essen Burg­er. Später als die Sonne wieder scheint schauen wir uns den Hafen an und gehen einkaufen. Viel brauchen wir nicht, da wir noch genug Vor­räte haben, aber wir kaufen vor allem für’s Aben­dessen ein bei dem es Bratkartof­feln gibt — nom nom. Frische Kartof­feln gehören immer zu den Din­gen, die ich am meis­ten als Grund­nahrungsmit­tel ver­misse, da ich großer Kartof­fel­lieb­haben­er bin.

Wir pla­nen die näch­sten Tage, die auch die let­zten auf der Südin­sel sein wer­den. In der iSite besor­gen wir uns Queen Char­lotte Track Tick­ets und organ­isieren die Abhol­ung vom Wasser­taxi am Ende des Tracks, das uns nach Pic­ton brin­gen soll. So haben wir nun einen fes­ten Zeit­plan und buchen auch die Fähre nach Welling­ton.

Noch 4,5 Tage Südin­sel also. Wir beschließen auch mor­gen bis nach Anaki­wa, dem Start des Queen Char­lotte Tracks, zu hitchen, um uns das lei­di­ge Road­walk­ing zu sparen. Somit ist für die näch­sten Tage alles organ­isiert — ungewöhn­lich­es Gefühl.

Hier geht’s zum 15. Teil — Havelock bis Ship Cove

Te Araroa: Queen Char­lotte Track – Have­lock bis Ship Cove

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