Te Araroa: Planung des Trails

Posted: 28. August 2018

Die Pla­nung begin­nt natür­lich bere­its von zu Hause. Aber keine Sorge, allzu viel ist nicht zu organ­isieren und lock­er einen Monat vorher zu bew­erk­stel­li­gen. Nur wenn ihr die entsprechende Aus­rüs­tung noch nicht habt, ist es bess­er schon ein wenig früher anz­u­fan­gen — auch um die Aus­rüs­tung zu testen.

Richtung & Zeitrahmen

Bewan­dert wer­den kann der Te Araroa von Mitte Okto­ber bis Mitte Mai.

Der Trail lässt sich sowohl NOBO (North­bound — nach Nor­den) als auch SOBO (South­bound — nach Süden) wan­dern. Die Frage danach was ihr wählen soll­tet hängt von mehreren Fak­toren ab: Startzeit, ganz­er Trail oder nur Süd-/Nordinsel und vielle­icht noch der gewün­scht­en Ein­samkeit.

Soll­tet ihr nur die Südin­sel bewan­dern wollen emp­fiehlt sich ein Zeitraum von Dezem­ber bis Mitte April, denn da hat sich für gewöhn­lich der Schnee auch aus den höheren Regio­nen ver­zo­gen und ihr habt genug Zeit die Insel vor dem näch­sten Win­ter zu ver­lassen. Für die Südin­sel emp­fiehlt sich NOBO zu gehen, da die bergigeren und alpineren Abschnitte noch weit­er ent­fer­nt sind und ihr somit Zeit habt Fit­ness aufzubauen bevor es ernst wird. Außer­dem ist NOBO immer ein wenig ein­samer, da die meis­ten Wan­der­er SOBO gehen.

Soll­tet ihr bei­de Inseln und somit den gesamten Te Araroa bewan­dern wollen emp­fiehlt es sich so aufzubrechen, dass ihr spätestens Mitte April fer­tig mit der Südin­sel seid, aber sie nicht früher als Dezem­ber erre­icht. Hier­bei emp­fiehlt sich SOBO zu wan­dern, damit ihr die Südin­sel erre­icht sobald Hochsom­mer einkehrt und euch keine Schneer­este über­raschen. Auch NOBO ist möglich, wenn ihr entsprechend flink seid und auch auf der Nordinsel die höheren Gefilde bere­its Mitte Mai hin­ter euch lasst. Auf der Nordinsel sind das die Tararuas zwis­chen Welling­ton und Palmer­ston North und der Ton­gariro Nation­al­park in der Mitte des Lan­des.

Trotz allem: Kein Jahr ist gle­ich und bei mir hat der Win­ter bere­its früh begonnen. Den ersten Schneefall auf der Südin­sel hat­ten wir bere­its Mitte April, auf der Nordinsel begann der Win­ter Mitte Mai. Der Nor­den der Nordinsel kann allerd­ings zu jed­er Jahreszeit began­gen wer­den.

Schnee im Nel­son Lakes Nation­al­park Mitte April

Dauer

Pro Insel werdet ihr etwa 50–80 Tage benöti­gen, d.h. 1,5 bis 2,5 Monate pro Insel. Es gibt immer Wan­der­er oder gar Läufer, die es schneller schaf­fen, und auch jene, die es gemütlich­er ange­hen. 50 bis 80 Tage ist aber ein guter Richtwert. Ich bin die Südin­sel in 73 inklu­sive der Pausen­t­age gewan­dert. Damit kam ich auf einen Durch­schnitt von etwa 18km pro Tag.

Obwohl die Nordinsel mehr Kilo­me­ter bein­hal­tet über­sprin­gen viele die lan­gat­mi­gen Stücke direkt am High­way und brauchen so weniger lange für die Nordinsel. Set­zt euch keinen zu engen Zeitrah­men und keine Min­destk­ilo­me­terzahl, denn das set­zt auch nur unter Druck. Ihr werdet unter­wegs sehen was ihr zu leis­ten im Stande seid und das wird sich mit jedem Tag auf dem Trail auch verän­dern. Manch­mal zum Guten, weil der Weg ein­fach zu gehen ist und ihr fit­ter gewor­den seid, und manch­mal zum Schlecht­en, weil ihr euch schlecht fühlt, krank seid oder der Weg extrem unwegsam ist.

Schwieriges Gelände erfordert mehr Zeit als ein­fach­es

Visum

Plant ihr nur einen 3-monati­gen Aufen­thalt kön­nt ihr ein­reisen ohne vorher ein Visum zu beantra­gen. Ihr bekommt dann ein kosten­los­es “Visum on Arrival” am Flughafen. Soll­tet ihr mehr Zeit brauchen habt ihr zwei Möglichkeit­en

1) Ein soge­nan­nter Visa Run: Also ein­mal aus­reisen und wieder ein­reisen um so wieder ein neues 3-Monats Visum zu bekom­men. Da bietet sich ein Urlaub in Aus­tralien oder Fiji an.

2) Vor­ab ein Visum beantra­gen: Das lohnt sich nur wenn ihr zwis­chen­zeitlich nicht die Insel ver­lassen wollt. Das ein­fache Vis­i­tor Visum berechtigt euch bis zu neun Monate im Land zu bleiben und kön­nt ihr es bequem online beantra­gen. Es kostet online 165 USD und dauert bis zu 20 Tage, bei mir ging es jedoch deut­lich schneller. Euren Pass müsst ihr hier­für nicht wegschick­en.

Krankenversicherung

Eine Kranken­ver­sicherung ist ein Muss. Obwohl ihr in Neusee­land keine Ret­tungskosten bezahlen müsst, falls ihr in Not ger­atet, müsst ihr eventuelle medi­zinis­che Behand­lun­gen ander­weit­ig abdeck­en. Hier emp­fiehlt es sich eine Langzeitaus­land­skranken­ver­sicherung abzuschließen.

Ret­tung­she­likopter in Neusee­land

Flug

Natür­lich braucht ihr einen Flug nach Neusee­land, der je nach Buchungszeit­punkt unter­schiedliche Kosten verur­sacht. Viel wichtiger ist jedoch das Rück­flugtick­et, denn ohne werdet ihr gar nicht erst ins Flugzeug gelassen. Gegebe­nen­falls fra­gen sie euch sog­ar an jedem Umstiegs­flughafen erneut danach.

Ich buche ja ungern Rück­flüge, da es mich unflex­i­bel macht. Wenn es euch auch so geht empfehle ich den Ser­vice von www.bestonwardticket.com. Gegen eine Gebühr von 12 USD kön­nt ihr darüber einen beliebi­gen Flug reservieren lassen, den sie nach 48h wieder für euch stornieren. Denkt beim Kauf aber an ihre Geschäft­szeit­en.

Unterkunft für die ersten Nächte

Es emp­fiehlt sich ger­ade in solchen typ­is­chen Ankun­ftsstädten wie Auck­land, Welling­ton und Christchurch eure Unterkun­ft im Voraus zu buchen. Diese Städte sind in der Hoch­sai­son recht schnell aus­ge­bucht, genau­so wie einige andere Touris­ten­hochbur­gen. Des Weit­eren wie die erste Stadt bevor ihr euren Trail startet, typ­is­cher­weise Inver­cargill, Bluff oder Nahe des Cape Rein­gas. Außer­dem habt ihr so keinen Stress und kön­nt euch in Ruhe der Vor­bere­itung auf den Trail wid­men.

Navigation

Es gibt offizielle Trail­notes, Karten und einen GPX-Track des ganzen Te Araroas zum Down­load­en. Diese soll­tet ihr euch rechtzeit­ig besor­gen, evtl. aus­druck­en und euch damit ver­traut machen.

Navigiert habe ich mich haupt­säch­lich mit GPS: Ganz ein­fach über die kosten­lose App OSMand auf meinem Smart­phone. Ich habe vorher den offiziellen GPX-Trail run­terge­laden. Außer­dem habe ich mir selb­st­ständig alle zur Ver­fü­gung ste­hen­den Hüt­ten und Camp­sites darauf einge­tra­gen. Viele Wan­der­er schwören auch auf die kostenpflichtige App Guthook.

Zusät­zlich hat­te ich die offiziellen Karten und Trail­notes sowohl auf meinem Smart­phone als auch auf meinem Kindl. Da habe ich mich natür­lich recht abhängig von der Tech­nik gemacht, da ich rein gar nichts aus­ge­druckt habe.

Viele navigieren sich mit den aus­ge­druck­ten Karten und Trail­notes und lassen jene Abschnitte zurück, die sie bere­its hin­ter sich gelassen haben. Was ihr bevorzugt müsst ihr für euch selb­st entschei­den.

Ausrüstung zusammenstellen und testen

Das Beste ist wenn ihr eure Aus­rüs­tung schon lange habt und diese gut erprobt ist. Oft stellt sich die Funk­tion­stüchtigkeit erst unter­wegs unter Beweis. Auch welche Art von Aus­rüs­tung euch angenehm ist, ist eine sehr per­sön­liche Entschei­dung. Lieber möglichst leicht und auf Luxus verzicht­en oder an der ein oder anderen Stelle lieber nicht am Gewicht sparen? Ich bevorzuge eine gewisse Mis­chung der zwei Stile. Ich reduziere auf das Nötig­ste und verzichte auf Unwichtiges, lege aber dur­chaus einen gewis­sen Wert auf Kom­fort. Es heißt immer wichtig bezüglich Gewicht­sre­duk­tion seien die Großen Vier: Zelt, Ruck­sack, Schuhe und Schlaf­sack.

Ein gutes Tragesys­tem des Ruck­sacks ist mir jedoch wichtig um große Las­ten bequem zu tra­gen, leg­en sich aber neg­a­tiv auf das Gewicht aus. Dafür bevorzuge ich Trail­run­ningschuhe anstatt schw­er­er Bergschuhe. Bei Zelt und Schlaf­sack lässt sich defin­i­tiv ein­gies an Gewicht sparen, aber genau­so an den ganzen Kleinigkeit­en. Ihr soll­tet euch bei jedem Stück fra­gen ob ihr es wirk­lich braucht. Außer­dem mag ich ungern alles Mögliche neu zu kaufen, obwohl ich es schon habe.

Sehr ans Herz leg­en möchte ich euch einen Per­son­al Locater Bea­con (PLB) für den Not­fall. Er ist mit einem Notruf­knopf aus­gerüstet der die Ret­tungs­kette startet und die Ange­höri­gen informiert. Auch kurze Nachricht­en wie Alles OK lassen sich damit über Satel­lit abset­zen.

Soll­tet ihr nicht bere­its alles haben nehmt euch unbe­d­ingt Zeit für die Recherche und das Aus­pro­bieren eur­er Aus­rüs­tung. Macht euch mit allem ver­traut was ihr euch angeschafft habt, sodass ihr unter­wegs keine Schwierigkeit­en bekommt.

Falls alle Stricke reißen ist es natür­lich gar kein Prob­lem in Neusee­land Aus­rüs­tung nachzukaufen oder zu erset­zen. In jed­er größeren Stadt gibt es gle­ich mehrere Out­door­lä­den, die euch dafür zur Ver­fü­gung ste­hen.

Mehr zum The­ma Aus­rüs­tung find­et ihr in mein­er Pack­liste»

Registrieren

Auf der offiziellen Te Araroa Web­site kön­nt ihr euch kosten­los reg­istri­eren. So weiß der Te Araroa Trust wie viele Leute auf welchem Abschnitt unter­wegs sind und kön­nen die Ressourcen und Infra­struk­tur jedes Jahr anpassen.

Transport zum Start

Je nach­dem auf welch­er Insel ihr begin­nt werdet ihr wahrschein­lich in Auck­land, Welling­ton oder Christchurch lan­den. Von hier aus müsst ihr natür­lich noch an die jew­eili­gen Start Orte kom­men. Für NOBOS ist das Inver­cargill bzw. Bluff und für SOBOS das Cape Rein­ga. Hier habt ihr fol­gende Möglichkeit­en

Start in Cape Rein­ga:
Bus von Auck­land nach Kaita­ia, dann Bus zum Cape Rein­ga
Bus von Auck­land nach Pai­hia, dann Bus zum Cape Rein­ga
Flug von Auck­land nach Kerik­eri, dann Bus nach Cape Rein­ga

Start in Bluff:
Flug von Auck­land nach Inver­cargill, dann Bus (oder per Anhal­ter) nach Bluff
Flug von Christchurch nach Inver­cargill, dann Bus (oder per Anhal­ter) nach Bluff
Bus von Christchurch nach Inver­cargill, dann Bus (oder per Anhal­ter) nach Bluff

Start oder Ende des Te Aroara am Cape Rein­ga

Informationsquellen

Um euch weit­er­führend schlau zu lesen empfehle ich die fol­gen­den Web­sites:
Offizielle Te Araroa Web­site
Te Araroa Wiki
Detail­lierte Beschrei­bun­gen für die Südin­sel
Öffentliche Face­book Gruppe

Weit­ere deutschsprachige Blogs:
Zuhause im Wald sind NOBO gewan­dert 
Gustofren­zy sind SOBO unter­wegs gewe­sen

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