Te Araroa: 15. Queen Charlotte Track — Havelock bis Ship Cove

Posted: 25. August 2018

Der let­zte Teil des Te Araroas auf der Südin­sel führt auf dem 70km Queen Char­lotte Track ent­lang durch die spek­takulären Marl­bor­ough Sounds. Dazu ist der Trail gut aus­ge­baut, es gibt immer wieder frisches Essen und das Wet­ter ist grandios. Die Aus­blicke auf die zahlre­ichen kleinen Bucht­en sind ein wahrer Genuss. Ein würdi­ger Abschluss auf der Südin­sel.

18.04. Meeresblicke — Havelock bis Cowshed Bay

23km / 5,5h / 740hm

Wir früh­stück­en im Café in Have­lock. Por­ridge muss nicht jeden Tag ein — also gibt’s heute Waf­feln. Dann schul­tern wir unsere Ruck­säcke und laufen am High­way bis zur Abzwei­gung nach Anaki­wa und Pic­ton ent­lang, von wo aus wir ver­suchen ein Auto anzuhal­ten. Gle­ich das erste hält über­raschen­der­weise an, sie fahren aber nach Pic­ton und ich checke nicht dass wir uns ja ein­fach bis zur Abzwei­gung nach Anaki­wa mit­nehmen lassen kön­nten.

Das näch­ste Auto wird von einem älteren Mann gefahren, der uns zu überzeu­gen ver­sucht, dass dies nicht die Straße nach Anaki­wa sei und wir zurück­ge­hen müssten, weshalb er uns nicht helfen könne. Ich weiß aber genau, dass wir richtig sind. Trotz­dem bleibt er dabei und wir lassen ihn ziehen.

Es dauert aber nicht lange bis wieder ein­er anhält und uns prompt bis nach Anaki­wa fährt — bis zum Start des Queen Char­lotte Tracks! Obwohl er nach Pic­ton unter­wegs ist. Total nett. So mussten wir nur 3km an der Straße ent­lang marschieren bis wir auf den Trail kom­men.

In seichter Stei­gung führt uns der per­fekt aus­ge­baute Weg an der wun­der­schö­nen Land­schaft der Marl­bor­ough Sounds ent­lang. Keine Hin­dernisse versper­ren den Weg, nur hin und wieder gibt’s ein paar Matschstellen, die ohne Prob­leme zu umge­hen sind. Auch das Wet­ter bessert sich — die Wolken verziehen sich und wir haben großar­tige Aus­sicht­en auf Kenepu­ru und Queen Char­lotte Sound.

Anders als ihr Ausse­hen vielle­icht ver­muten lässt, sind sie keine Fjorde son­dern geflutete Flusstäler, dabei kleine Inselchen und zerk­lüftete Bucht­en hin­ter­lassend. Wir steigen hoch über das Meer durch wun­der­schö­nen Wald, der von Robins und Fäch­er­schwänzen bevölk­ert wird und genießen die Aus­sicht­en.

Nach ein­er Weile erre­ichen wir den One­hau Look­out ober­halb der Mistle­toe Bay und machen oben Mit­tagspause. Die Aus­sicht dabei war den schweißtreiben­den Auf­stieg von 130 Höhen­metern mit Gepäck dur­chaus wert.

Von hier gehts den gle­ichen Weg wieder hinab und weit­er den Grat ent­lang Rich­tung Torea Sad­dle. Am Abend kom­men wir an der Camp­site an der Cow­shed Bay an, wo viele neugierige Wekas herum­laufen und sich mit Mülltüten davon machen.

19.04. Wunderschöne Buchten — Cowshed Bay bis Camp Bay

24,3km / 6h / 934hm

Auch heute ist uns das Wet­ter gewogen — strahlen­der Son­nen­schein! Ein gebühren­der Abschluss auf der Südin­sel. Weit­er­hin geht es durch licht­en Wald an der Küste, immer wieder auf und ab und mit wun­der­schö­nen Aus­blick­en aus Kenepu­ru und Queen Char­lotte Sound und ihre zahlre­ichen Bucht­en.

Mit­tagspause machen wir am Black Rocks Camp. Am Abend erre­ichen wir Camp Bay. Beim Herumspazieren an der Bucht ent­decke ich, dass es in der benach­barten Pun­ga Cove eine Bar gibt. Wenig später sitzen wir dort und nehmen Aben­dessen und Cider ein während wir aufs Meer hin­aus schauen.

Als wir zurück­ge­hen geht die Sonne flam­mend hin­ter den Hügeln unter und am Zelt­platz müssen wir fest­stellen, dass Wekas unsere Mülltüte unauffind­bar ver­schleppt haben. Erst bei Tages­licht des näch­sten Mor­gens find­en wir zwei Einzel­teile als einzige Spur davon wieder.

20.04. Der letzte Tag — Camp Bay bis Schoolhouse Bay

22km / 5h / 471hm

Heute ist der let­zte volle Wan­dertag auf der Südin­sel für uns. Laut­stark begrüßen Wekas den neuen Tag. Eine Weka-Mama klingt als würde jemand auf Plas­tik schla­gen — so gar nicht nach Vogel. Ihre Jun­gen laufen laut fiepsend hin­ter ihr her.

Wir laufen einen großen Bogen der Küsten­lin­ie fol­gend bis das Camp der let­zten Nacht sich auf der uns gegenüber­liegen­den Seite befind­et. Diese zerk­lüfteten Lin­ien sind der Grund warum man hier mit dem Boot am schnell­sten unter­wegs ist. Auf der Hälfte des Weges erre­ichen wir die Furneaux Lodge mit ihrem Café wo wir Cider und Mit­tagessen genießen.

Die Gegend ändert sich nicht nen­nenswert je weit­er wir nach Süden fortschre­it­en. Immer wieder sehen wir wun­der­schöne Bucht­en mit ihren in allen Blauschat­tierun­gen leuch­t­en­den Wass­er. Eine davon ist unser heutiges Ziel — die School­house Bay, kurz vor Ende des Queen Char­lotte Tracks. An der Ship Cove selb­st darf man lei­der nicht zel­ten, also laufen wir mor­gen die restlichen knapp vier Kilo­me­ter wo uns das Wasser­taxi dann abholen wird.

21.04. Endspurt — Schoolhouse Bay bis Ship Cove

3,8km / 1h + 1,6km / 20min Water­fall Walk

Die let­zten paar Kilo­me­ter auf der Südin­sel liegen vor uns. Sie brin­gen uns in die Ship Cove wo wir von einem Boot abge­holt wer­den. Zuerst müssen wir aber einen Anstieg bewälti­gen. Es ist warm heute und entsprechend schwitze ich beim Auf­stieg. Obene wer­den wir allerd­ings mit ein­er wun­der­schö­nen Sicht auf School­house Bay auf der einen und die ucht­en der anderen Seite belohnt. Wir begeg­nen ein paar Moun­tain­bik­erin­nen, die ihre Räder auf die let­zten steilen Meter schieben. Nach ein­er kurzen Unter­hal­tung begeben wir uns steil hin­unter und kom­men schnell an der Ship Cove an.

Das erste Ziel ist erre­icht! Fast 1.300km liegen hin­ter uns und ich komme nicht umhin zu lächeln beim Gedanken an diesen Erfolg. Das muss gebührend gefeiert wer­den und so stürze ich mich in das kalte Meer. Nun war ich auf bei­den Seit­en im Ozean baden. Ein guter Abschluss.

Bald darauf kommt das Boot, das mehr ein großes Aus­flugs­boot als ein Wasser­taxi ist. Die Pas­sagiere wer­den hier raus­ge­lassen, damit sie die Bucht erkun­den kön­nen. Nach­dem wir einen Tee getrunk­en haben tun wir es ihnen gle­ich und gehen dann noch kurz zu einem Wasser­fall im Wald, der nicht weit von der Bucht ent­fer­nt liegt.

Dabei ver­passen wir aber fast die Abfahrt des Boots, denn Bengt hat die Abfahrt­szeit falsch ver­standen und so hupt das Schiff laut als wir noch im Wald sind. Wir sputen uns daraufhin und gelan­gen an Bord. Die windi­ge Fahrt ver­brin­gen wir größ­ten­teils an Deck und beobacht­en die Land­schaft, die wir die let­zten Tage erwan­dert haben. Nun brauchen wir nur zwei Stun­den um wieder zurück­z­u­fahren und in Pic­ton anzule­gen.

Den Rest des Tages ver­brin­gen wir damit durch Pic­ton zu spazieren und uns in den Genüssen der Zivil­i­sa­tion zu aalen. Mor­gen geht’s mit der Fähre nach Welling­ton. Die Nordinsel ruft!

Hier geht’s zum 16. Teil — Island Bay bis Paekakariki

Te Araroa: Hal­lo Nordinsel – Island Bay bis Paekakari­ki

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