Te Araroa: Die schönsten und schlimmsten Abschnitte auf dem Trail

Posted: 17. Oktober 2018

Der Te Araroa in Neusee­land führt durch vielfältige Land­schaften: Von der Küste über dichte Wälder, Sumpfland­schaften, Städte, vor­bei an Seen und durch Flüsse hin­durch bishin zu alpinen Berg­land­schaften. Hier meine High­lights auf dem Te Araroa, die sich auch als einzelne Wanderun­gen außer­halb des Fer­n­wan­der­wegs eignen. Außer­dem stelle ich einige Abschnitte vor, die kör­per­liche oder psy­chis­che Her­aus­forderun­gen darstell­ten.

Die schönsten Abschnitte

Mavora Lakes: North Mavora Lakes Campsite bis Boundary Hut

North Mavo­ra Lake

Der Teil zwis­chen Te Anau nach Queen­stown führt über die Berg­land­schaft der Mavo­ra Lakes. Dieser Abschnitt ist ein­fach zu gehen und befind­et sich zwis­chen Seen und Flüssen, die zum Baden ein­laden. Wun­der­schöne Hüt­ten bieten per­fek­te Orte zum Entspan­nen.

Motatapu Track: Macetown bis Highland Creek Hut bis Glendhu Bay

Aus­blicke auf dem Motat­a­pu Track

Die Strecke zwis­chen Queen­stown und Wana­ka führt über den anspruchsvollen Motat­a­pu Track. Ange­fan­gen bei der Geis­ter­gold­gräber­stadt Mace­town führt der Track hin­auf in die Berg­land­schaft über­halb von Wana­ka. Steile Anstiege und viele Fluss­durch­querun­gen erwarten euch, aber eben­so bildge­waltige Aus­blicke. Nach­dem der erste Tag prak­tisch durch einen Fluss hin­durch führt geht es 600 Höhen­meter steil auf einen ersten Sat­tel hin­auf von wo aus man bere­its das Ziel des Motat­a­pu Tracks, den Lake Wana­ka, in der Ferne schim­mern sehen kann. Auch die näch­sten zwei Tage sind geprägt von viel Auf- und Ab auf die diversen Sät­tel

Breast Hill Track: Lake Hawea zur Pukituhi Hut

Wun­der­schöne Blicke auf den Lake Hawea unter uns

Der Breast Hill Track führt über­halb vom Lake Hawea auf den Breast Hill. Dieser Track ist geprägt von wun­der­schö­nen Tief­blick­en auf den Lak­we Hawea, der den Auf­stieg zum Breast Hill zum wahren Genuss macht.

Two Thumb Track: Ridge Walk bis Stag Saddle

Grat­wan­derung ober­halb von Lake Tekapo

Der Two Thumb Track führt über eine wun­der­schöne Grat­wan­derung ober­halb des Lake Teka­pos zum höch­sten Punkt des Te Araroas — dem Stag Sad­dle auf 1.925m. Auf der anderen Seite geht’s alpin weit­er bis zum Ran­gi­ta­ta Riv­er.

Queen Charlotte Track

Der let­zte Teil oder erste Teil des Te Araroas auf der Südin­sel führt auf dem 70km Queen Char­lotte Track ent­lang durch die spek­takulären Marl­bor­ough Sounds. Die Aus­blicke auf die zahlre­ichen kleinen Bucht­en sind ein wahrer Genuss. Dazu ist der Trail gut aus­ge­baut und ein­fach zu gehen, es gibt immer wieder frisches Essen und das Wet­ter kann einem nicht viel anhab­en. So ist der Queen Char­lotte Track auch her­vor­ra­gend für Anfänger geeignet.

Paekakariki Escarpment Track

Paekakari­ki Esc­par­ment Track

Der Paekakari­ki Escarp­ment Track führt hoch über der Küste mit grandiosem Weit­blick über das Meer bis nach Paekakari­ki. Der Track führt über den High­way und die Schienen der Bahn­lin­ie mit wun­der­schö­nen Blick­en auf den Ozean und Kapi­ti Island bis auf 220m. Der Pfad ist jedoch schmal und dur­chaus aus­ge­set­zt, also nur für schwindel­freie Wan­der­er geeignet. Zwei lange Hänge­brück­en sor­gen eben­falls für ein biss­chen Aufre­gung.

Anspruchsvollste Tage

Diese Abschnitte waren für uns aus unter­schiedlichen Grün­den anspruchsvoll: In psy­chis­ch­er Hin­sicht oder kör­per­lich­er. Schlecht­es Wet­ter, Regen, Kälte, Matsch sor­gen für psy­chisch anspruchsvolle Tage. Es sind Tage an denen man sich fragt warum man das eigentlich alles macht. Man stapft nur vor sich hin und denkt nur noch ans Ankom­men. Aber auch solche Tage gehören zu einem Fer­n­wan­der­weg. Umso mehr kann man die Tage und Abschnitte genießen, die ein­fach per­fekt sind. Außer­dem gab es Abschnitte, die vor allem in kör­per­lich­er Hin­sicht anstren­gend waren. Steile Anstiege und rutschige Abstiege macht­en uns das Leben schw­er.

Deception-Mingha Track: Abstieg von der Goat Pass Hut 

Abstieg im Fluss

Diese Abschnitt von der Goat Pass Hut bis zur Upper Decep­tion Hut ist zwar nur eta 3 km lang, jedoch dauern diese mit zwei Stun­den eine richtige Ewigkeit. Denn es geht direkt durch das Bach­bett des Decep­tion Rivers hinab. Dabei gilt es über große und rutschige Steine zu krax­eln, wobei ich sog­ar gle­ich zweimal in den Fluss falle. Unten vere­inigt sich der Fluss dann mit einem größeren, wo es ähn­lich weit­erge­ht .Immer wieder müssen wir den Fluss durch­queren und klet­tern über große Fels­brock­en an sein­er Seite. Der Fluss ist immer mal wieder tief und seine Strö­mung reißend. Einige Male müssen wir den Rück­tritt antreten, weil sich die Strö­mung als zu stark erweist. Manch­mal ver­lieren wir den schlecht markierten Weg und stellen dann fest, dass wir in der Mitte des Flusses über die Steine gehen müssen. Bei Hochwass­er ist diese Strecke unpassier­bar.

Waiau Pass: Aufstieg von Upper Waiau Forks

Am Waiau Pass

Der Waiau Pass zählt zu den schön­sten aber auch anstren­gend­sten Etap­pen auf dem Te Araroa. Hier geht es aus einem Flusstal steil, fel­sig und aus­ge­set­zt hin­auf. Der Waiau Pass markiert die Gren­ze zum Nel­son Lakes Nation­al­park. So sind von oben sowohl der wun­der­schöne Lake Con­stance zu sehen als auch die Flusstäler hin­ter einem. Während es zuerst an zahlre­ichen Wasser­fällen vor­bei geht wird es mit zunehmender Höhe allmäh­lich alpin­er bis es sog­ar ein paar Krax­el­stellen im I. Grad zu über­winden gilt. Die meiste Zeit ist es aber ohne Han­dein­satz möglich hin­aufzusteigen, wenn auch steil. Schwindel­frei­heit und Trittsicher­heit sind ein absolutes Muss für den Waiau Pass, der sich­lich hin­auf bess­er zu bewälti­gen ist als hinab. Außer­dem sind per­fek­te Bedin­gun­gen nötig, denn der Pass liegt auf 1.870m und Fehler wären fatal.

Takitimu Track: Aparima Hut bis Lower Princhester Hut

Der Abschnitt zwis­chen der Apari­ma Hut und der Low­er Prin­ches­ter Hut ist in zweier­lei Hin­sicht anstren­gend: Zum einen auf­grund der Wegfind­ung durch mannshohes sump­figes Tus­sock­gras und zum anderen weil es den ganzen Tag reg­net. Wo es ohne­hin schon nasse Füße in den tiefen Sumpflöch­ern gibt, kommt die Nässe also auch noch von oben. In der Nacht soll sog­ar ein Zyk­lon über uns hin­weg rauschen und wir sind froh, dass wir für diese Nacht ein Dach über dem Kopf haben. Es ist die erste Hütte in der wir einen Platz find­en und es hätte kein besser­er Zeit­punkt sein kön­nen. In höheren Lagen hat es sog­ar geschneit — bei uns ist es ein­fach nur kalt und nass. Auf­grund dieser ungemütlichen Bedin­gun­gen Tag gibt es an diesem Tag kaum Pausen für uns und wir marschieren eis­ern zur Hütte durch. Dabei gilt es den Weg durch hohes Tus­sock­gras hin­durch zu find­en, was ganz und gar nicht ein­fach ist. Die Weg­markierungsstäbe sind oft deut­lich niedriger als das Gras. Zwis­chen­durch sinke ich immer mal wieder kni­etief in den Sumpf ein. Das let­zte Stück führt dann durch unwegsamen Wald. Der Weg ist rutschig vom Regen und über­all liegen Bäume unnten denen wir hin­durch krabbeln oder über die wir steigen müssen. Kurz vor der Trock­en­heit ver­heißen­den Hütte geht’s dann nochmal so richtig bergauf. Es ist eine wahre Her­aus­forderung bis auf die Knochen durch­nässt mit schw­erem Gepäck auf dem Rück­en über Stock und Stein über Matsch und durch Wald zu marschieren. So geht es nur langsam voran. Dies war ein­er unser­er läng­sten Wan­dertage — ganze 8,5 Stun­den brauchen wir auf den 22,5km auf denen durch das viele Auf und Ab im Wald immer­hin 1.000 Höhen­meter zusam­menkom­men.

Longwood Forest: Von Colac Bay bis Merrivale

Eine von zahlre­ichen Flussquerun­gen im Long­wood For­est

Der Abschnitt durch den Long­wood For­est kostet uns viel Kraft, Zeit und Ner­ven. Wir sind erst drei Tage unter­wegs gewe­sen als es das erste Mal ungemütlich für uns wird. Hier wis­sen wir natür­lich nicht was noch vor uns liegt, aber für den uner­fahre­nen und untrainierten Anfang war es schon genug. Zeitweise ähnelt der Gang durch den Wald eher einem Hür­den­lauf als ein­er Wan­derung. 57km führen uns durch dicht­en, matschi­gen Wald, aber auch auf zwei großar­tige Aus­sicht­spunk­te. Und schließlich ist der Wald auch wun­der­schön, ein wahres Totholz­paradies, reine und nahezu unberührte Natur, was ich zwis­chen meinen Flüchen immer wieder fest­stelle. Statt geplanter zwei Tage brauchen wir drei durch den undurch­dringlichen Wald, der ein schnelles Marschieren ver­hin­dert. Wir iden­ti­fizieren min­destens fünf Arten von Matsch im Long­wood For­est, der uns das Vorankom­men erschw­ert. Oft kom­men wir nicht mehr als einen Kilo­me­ter pro Stunde voran. Das ist glück­licher­weise kein Prob­lem, da wir genug Essen und ein Zelt dabei haben. Die Möglichkeit­en in diesem Wald zu zel­ten sind zwar begren­zt, aber es ist möglich. Das was uns hil­ft bei Laune zu bleiben ist Essen oder nur an Essen denken. Bei ein­er Pause über einem Snick­ers über die Leck­ereien dieser Welt nachzu­denken macht alles bess­er. Und spätestens wenn wir am Abend voll­ge­fut­tert im Zelt liegen ist die Welt wieder in Ord­nung.

Mavora Lakes: Vom Fluss bis zur Campsite am North Mavora Lake

Hänge­brücke über den Mararoa Riv­er. Einziges Bild an diesem Tag. An der Anzahl der Fotos lässt sich die Qual­ität eines Tages immer sehr gut beurteilen.

Dieser Abschnitt gehört wieder zu jenen die allein durch schlecht­es Wet­ter ungemütlich wer­den. Eigentlich geht es san­ft und flach am Maro­ra Riv­er über weichen Wald­bo­den was im Nor­mal­fall ziem­lich angenehm wäre. Dann gelan­gen wir jedoch auch noch in den typ­is­chen neuseeländis­chen Wald­weg, der uns im Auf und Ab über umge­fal­l­ene Bäume und hin­unter zu Flüssen krax­eln lässt. Das hält uns mal wieder ordentlich auf. Dazu reg­net es den ganzen Tag. Ich stelle mal wieder zu spät fest, dass eine Regen­hose die ange­brachtere Klei­dung gewe­sen wäre und werde patschnass. Wir erlauben uns keine Pausen, da es zu nass und eklig ist. Wir wollen nur ankom­men und stapfen so mit tief gebeugtem Kopf vor uns hin. Zu allem Über­fluss ist dies mein Geburt­stag, den wir spon­tan auf den näch­sten Tag ver­schieben, der dann auch alles wieder gut macht — mit schön­stem Wan­der­wet­ter und wun­der­baren Aus­sicht­en auf diese See- und Berg­land­schaft von der wir am heuti­gen Tag rein gar nichts mit­bekom­men haben.

Double Hut bis Comyns Hut: 65 Flussquerungen

Am Clent Hill Sad­dle

Das Wet­ter an diesem Tag auf dem Weg zur Comyns Hut begrüßt uns bere­its unfre­undlich: Es ist kalt und reg­ner­isch. Schon bei der ersten kleinen Flussquerung rutsche ich aus und falle ins Wass­er. Glück­licher­weise geht es danach bergauf damit ich wieder warm und trock­en wer­den kann. Wir steigen hin­auf zum Clent Hills Sad­del auf 1.480m. Kurz davor fängt es an zu schneien und die ver­sproch­ene Aus­sicht ist heute nicht vorhan­den. Das Schlimm­ste ste­ht uns allerd­ings noch bevor. Wir steigen zum Fluss hinab, den wir hin und wieder auch queren müssen. Zuerst sind die Abschnitte zwis­chen den Querun­gen lang genug damit ich meine Füße wieder warm laufen kann bevor es wieder durch eiskaltes Fluss­wass­er geht. Lei­der ändert sich das bald und eine Querung jagt die näch­ste, sodass meine Füße keine Chance haben sich wieder zu erwär­men.

Was an heißen Tagen dur­chaus spaßig ist ist heute der blanke Hor­ror. Irgend­wann kann ich meine Füße nicht mehr spüren und die Kälte kriecht in meinen ganzen Kör­p­er. Die Hütte will auch ein­fach nicht erscheinen obwohl die Tageskilo­me­ter bere­its über­schrit­ten sind, wie so oft. Schließlich kann ich nicht mehr, krame Iso­mat­te und Schlaf­sack her­vor, entledi­ge mich mein­er nassen Hose und Schuhe und krieche hinein um wieder warm zu wer­den. Ich kann auch nichts dage­gen tun, dass mich ein Weinkrampf schüt­telt. Mir ist elendig kalt. Zur Krö­nung haben wir auch kein Gas mehr zum Kochen, weswe­gen es auch ent­fällt an Ort und Stelle das Zelt aufzuschla­gen. Wir schaf­fen es aber noch zur Hütte, wo ich mich endlich aufwär­men kann. Am Ende sind etwa 65 Flussüber­querun­gen gewe­sen. Zusam­men mit dem nach­fol­gen­den Abschnitt ist dies mein schlimm­ster Tag auf dem Trail.

Travers Saddle im Schneesturm

Ver­schneite Upper Tra­vers Hut

Schon beim Auf­stieg im Wald fängt es an zu schneien und blöder­weise entschei­den wir uns dage­gen umzukehren, weshalb uns ein aus­gewach­sen­er Schneesturm am Tra­vers Sad­dle erre­icht. Ober­halb der Baum­gren­ze liegt dick der Schnee, immer wieder sinken wir im frischen Tief­schnee ein. Es geht wahnsin­nig schnell, dass sich an manchen Stellen bis zu einem Meter Schnee auftürmt. Das Vorankom­men ist müh­sam und ich habe das denkbar ungeeigneteste Schuh­w­erk für diese Bedin­gun­gen an: Trail­run­ner mit riesi­gen Löch­ern. Der Schnee klumpt fest an Schuhen und Hosen­beine und meine Hand­schuhe frieren ein.

Das unan­genehm­ste sind die Wind­böen, die stärk­er wer­den je höher wir kom­men. Immer wieder wehen sie uns Schnee ins Gesicht und dro­hen uns umzuw­er­fen. Es bleibt uns nur den Rück­en gegen den Wind zu drehen, sta­bilen Stand zu find­en und zu warten bis sie vorüber sind. Meine Füße und Hände sind kalt und langsam fol­gt auch der Rest des Kör­pers. Wir müssen hin und wieder ste­hen bleiben um unsere Hände zu ver­steck­en um sie wieder etwas aufzu­tauen. Mein Wan­der­part­ner stapft durch den tiefen Schnee voran und versinkt dabei immer wieder bis zur Hüfte im Schnee. Wir haben viel zu wenig an, aber mehr anziehen bedeutet ste­hen bleiben und erst­mal ausziehen um weit­ere Schicht­en anzule­gen. Das will kein­er von uns. Wie der Abstieg auf der anderen Seite aussieht wis­sen wir eben­falls nicht.

Fast oben am Sat­tel weiß ich, dass wir einen Schutz brauchen und warm wer­den müssen. An ein­er einiger­maßen ebe­nen Stelle ver­suchen wir das Zelt aufzubauen, was kaum möglich in dem starken Wind ist. Das Zelt hält aber trotz­dem mit nur drei Herin­gen und wir find­en darin den erhofften Schutz vor dem Wind und der eisi­gen Kälte, die er mit­bringt.

Ich tue etwas wovon ich gehofft habe es niemals tun zu müssen: Ich drücke den Not­fal­l­knopf an meinem Spot. Das Zelt ist voller Schnee und immer wieder treibt der Wind neuen hinein und drückt uns das Zelt gegen die Kör­p­er. Aber das Zelt hält, trotz fehlen­der Abspan­nung, den Böen stand.

So schnell es die Kälte uns erlaubt entledi­gen uns nass­er Sock­en und Schuhe und fum­meln mit tauben Fin­gern Schlaf­sack und Iso­mat­te her­vor. Dann gilt es wieder warm zu wer­den. Wir drück­en uns eng aneinan­der und langsam wird uns wärmer. Erst tauen die Hände auf, später die Füße. Als es uns langsam bess­er geht schmieden wir einen Plan. Uns wird so schnell kein­er helfen kön­nen bei dem Wet­ter, wir müssen uns also selb­st helfen. Die ersten Schritte sind schon getan: Schutz suchen und aufwär­men so gut es geht.

Wir essen einen Haufen Riegel um unseren Kör­pern Energie zuzuführen und gehen alle notwendi­gen Schritte und Her­aus­forderun­gen durch. Wir schaufeln den Schnee so gut es geht aus dem Zelt, ziehen alles an was wir haben, pack­en alles außer Iso­mat­te und Schlaf­sack zusam­men, tauen unsere Hand­schuhe im Schlaf­sack auf. Wir ziehen unsre Eisklumpen gle­ichen­den Schuhe wieder wieder an, was gar nicht mal so ein­fach ist, da sie hart gefroren sind.

Zwis­chen den Schrit­ten wär­men wir uns immer wieder auf. Schließlich fühlen wir uns bere­it. Bengt geht hin­aus, reicht mir die Wan­der­stöcke und ich mache zwei davon am Ruck­sack fest, damit jed­er nur noch einen Stock hat um jew­eils die andere Hand wär­men zu kön­nen. Dann löst er die Zelt­stan­gen her­aus, die ich innen drin ein­packe und gle­ichzeit­ig dafür sorge, dass nichts davon gewe­ht wer­den kann. Als alles abge­baut ist, packe ich den Rest ein und gebe ich die Ruck­säcke nach draußen. Schnell knödeln wir das Zelt zusam­men und stopfen es in meinen Ruck­sack — Abmarsch. Soweit hat alles gut geklappt. Wir stapfen die let­zten Meter zum Sat­tel und dann geht’s hin­unter.

Noch immer wütet der Wind, aber wir sind jet­zt bess­er vor­bere­it­et. Der Abstieg ist erst seicht und wir kom­men bess­er voran als gedacht. Auch Hän­den und Füßen geht es den Umstän­den entsprechend gut. Tapfer kämpfen wir uns durch den tiefen Schnee voran. Hin und wieder gebi­eten uns vereiste Geröllfelder Ein­halt und wir marschieren vor­sichtig voran. Das alles dauert natür­lich lange, keine Ahnung wie lange. Aber irgend­wann erscheint wieder Veg­e­ta­tion und bald darauf auch die Hütte am Wal­drand. Wir sind in Sicher­heit!

Erle­ichtert beziehen wir die leere Hütte und machen Feuer, wär­men uns, trinken heiße Schoko­lade. Alles nochmal gut gegan­gen. Das dümm­ste war sich über­haupt in diese Sit­u­a­tion zu begeben, aber als wir dann drin waren kon­nten wir einen klaren Kopf behal­ten (wenn auch abwech­sel­nd) und gemein­sam richtig gehan­delt. Ich hoffe nur, dass kein­er nach uns sucht. Den SOS Funk habe ich abge­brochen nach­dem wir einen Plan hat­ten und wieder warm wer­den. Kein­er ist ver­let­zt, alle Glied­maßen sind noch dran, nur ein paar Heringe haben wir ver­loren. Unter diesen Umstän­den eine gute Bilanz.

Neusee­lands Wet­ter kann sich sehr schnell verän­dern weshalb es immer gilt ein Auge auf den Wet­ter­bericht zu haben und die Sit­u­a­tion gründlich abzuwä­gen. Das mussten wir heute auf die harte Tour ler­nen.

Hässlichste Tage

Hier find­en sich zwei Abschnitte, die eine Über­legung wert sind sie ein­fach zu über­sprin­gen.

Wakatipu Track: Queenstown bis Arrowtown

Lake Wakatipu 

Von Queen­stown nach Arrow­town geht es ziem­lich unspek­takulär zuerst am Lake Wakatipu bis Frank­ton und dann durch urbane Gebi­ete und größ­ten­teils auf Straßen nach Arrow­town. Dazu ist das Wet­ter auch eher mäßig und die grauen Aus­sicht­en wer­den noch grauer. 28,5 km auf über­wiegend Asphalt tut auch den Füßen ganz und gar nicht gut und am Ende des Tages schmerzen sie so sehr, dass ich nir­gends mehr hin laufen mag und selb­st die Dusche auf den näch­sten Tag ver­schiebe.

16km Road Walk von Bluff

16km ent­lang des High­ways

Zum Glück hal­ten sich die Abschnitte des Road Walk­ings auf dem Te Araroa auf der Südin­sel ziem­lich in Gren­zen. Wenn man aber im Süden anfängt liegt die läng­ste Etappe auf der Straße direkt am Anfang. 16km ent­lang der extrem belebten SH1 sind kein Vergnü­gen. Ziem­lich viele riesige Trucks rasen hier an uns vor­bei. Vor allem die großen mit Baum­stäm­men belade­nen LKWs sind unan­genehm. Der Seit­en­streifen ist meist nicht vorhan­den und es befind­et sich nur ein schmaler Grün­streifen an der Straße auf den wir beim Her­an­brausen der Ungetümer auswe­ichen. Es emp­fiehlt sich nicht diesen Abschnitt bei schlechter Sicht zu gehen und auf jeden Fall knal­lige Far­ben zu tra­gen. Die Sonne bren­nt auf den Asphalt und wir sind froh als wir die Straße nach drei Stun­den Marsch endlich ver­lassen kön­nen.

 

Keine Kommentare

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.