Tibet: Lhasa, das buddhistische Zentrum zwischen den Bergen

Posted: 14. September 2015

Tibet — ein Ort, von dem jed­er eine Vorstel­lung hat. Eine Vorstel­lung von den höch­sten Bergen der Welt, von bud­dhis­tis­chen Klöstern und eine wage Vorstel­lung von einem Leben unter chi­ne­sis­ch­er Besatzung. Ein tibetis­ch­er Spruch lautet “The more you trav­el, the more you see and hear”. Wir wollen für uns selb­st sehen was Tibet wirk­lich aus­macht. Und wenn die Tibeter nicht reisen dür­fen um mehr zu sehen und zu hören, dann wollen wir ein biss­chen von der Außen­welt nach Tibet brin­gen. West­lich­er Touris­mus ist in diesem Sinne ein gutes Mit­tel um Zeug­nis von diesem wun­der­baren und doch so trau­ri­gen Land abzugeben. Lei­der wer­den wir aus Bud­get-Grün­den nur drei Tage lang die heilige Stadt Lhasa erkun­den. Lhasa ist ein sehr spir­itueller Ort, wo tausende tibetis­che Pil­ger die Tem­pel besuchen und umrun­den — immer­hin das Herz des tibetis­chen Bud­dhis­mus.

Seit 1965 ste­ht Tibet offiziell unter chi­ne­sis­ch­er Führung, von den Chi­ne­sen die “friedliche Befreiung Tibets” genan­nt, was scham­loser­weise ger­ade erst groß als 50 Jahre Befreiung gefeiert wurde. Dabei kann man keineswegs von ein­er friedlichen Befreiung Tibets sprechen. Tausende Men­schen wur­den getötet, tibetis­che Klöster zer­stört. Die dun­klen Zeit­en sind etwas heller gewor­den, indem viele Klöster wieder errichtet wur­den und eine begren­zte religiöse Frei­heit einge­führt wurde.

Anreise nach Lhasa
Unser Flug nach Lhasa geht sehr früh am Mor­gen, weshalb wir bere­its um 3 Uhr nachts auf­ste­hen müssen. Wir nehmen ein Taxi zum Flughafen, das schnell gefun­den ist. Die Fahrt dauert auf den leeren Straßen nur 20 Minuten. Ich schlafe im Taxi ein, am Flughafen und dann im Flugzeug — das frühe Auf­ste­hen fordert seinen Trib­ut. Schon bald sehen wir aus dem Fen­ster die schneebe­deck­ten Gipfel des Himalayas. In nur zwei Stun­den kom­men wir in Lhasa, der Haupt­stadt Tibets an. Wir gehen durch die Sicher­heit­skon­trollen und müssen unser Tibet Per­mit zeigen. Unser Fahrer erwartet uns mit einem Namenss­child vor dem Flughafen und legt uns weiße Tüch­er um den Hals.

Dann fahren wir in etwa ein­er Stunde nach Lhasa. Der Weg führt uns über bre­ite Flusstäler und an Bergen vor­bei und hin­durch. Ein­mal wer­den wir noch auf dem Weg kon­trol­liert, dann erre­ichen wir Lhasa und kön­nen erste Blicke auf den gewalti­gen Pota­la Palast erhaschen, der über der Stadt trohnt. Der west­liche Teil der Stadt sieht nicht anders aus als die anderen chi­ne­sis­chen Städte die wir bish­er besucht haben, aber dann gelan­gen wir in den tibetis­chen Teil der Stadt. Hier ändert sich das Stadt­bild, denn die Häuser sind im tibetis­chen Stil erbaut. Wir hal­ten an ein­er Met­zgerei wo ger­ade ganze gehäutete Yaks ver­laden wer­den. Ein Mann holt uns von der Straße ab und führt uns durch ver­schlun­gene, aut­ofreie Gassen zu unserem Guest­house inmit­ten vom wuseli­gen tibetis­chen Bark­hor Vier­tel.

Bark­hor ist das verbliebene tibetis­che Vier­tel, das nur noch 4% der gesamten Stadt aus­macht. Der Rest ist chi­ne­sisch. Vor 1950 gab es nur eine kleine Stadt, die vor dem Pota­la Palast lag und eine zweite kleine Stadt um den Jokhang Tem­pel herum — der Bark­hor. Ursprünglich eine Stadt mit ins­ge­samt 20.000 bis 30.000 Ein­wohn­ern hat die Stadt nun eine halbe Mil­lion Ein­wohn­er, wobei die meis­ten davon Chi­ne­sen sind. Die größe der Stadt hat sich in den let­zten 20 Jahren ver­dop­pelt. Lhasa hat sich in den let­zten 20 Jahren ver­mut­lich mehr verän­dert als in den tausend Jahren zuvor.

Erste Erkun­dung Lhasas
Wir schlafen für zwei Stünd­chen im Hos­tel und ent­deck­en dann, dass man von der hiesi­gen Dachter­rasse einen fan­tastis­chen Blick über die Alt­stadt und bis zum Jokhang Tem­pel und dem Pota­la Palast hat. Dann gehen wir hin­aus um Lhasa zu erkun­den. Unser Hotel liegt in ein­er Seit­en­straße, die zur Kora um den Jokhang Tem­pel führt, welch­er als ein­er der heilig­sten Orten im tibetis­chen Bud­dhis­mus gilt. Die Kora ist eine Pil­gerung um den Tem­pel und wird immer im Uhrzeigersinn durchge­führt. Um sie zu betreten müssen wir erst durch eine der zahlre­ichen chi­ne­sis­chen Sicher­heit­skon­trollen, die vor allem den Tibetern gel­ten… Wir wollen zum Bark­hor Platz und fol­gen dem Pil­ger­weg bis zum New Man­dala Restau­rant, das eine Dachter­rasse hat. Wir rei­hen uns zwis­chen den Pil­gern ein.

Einige Gläu­bige knien nieder und streck­en sich auf dem Boden aus, leg­en die Stirn an den Boden und fal­ten die Hände. Dann gehen sie eine Kör­per­länge voran und leg­en sich wieder hin. Am Ende haben sie so die kom­plette Kora bewältigt. Einige haben eine ganz schwarze Stirn vom Boden. Viele tra­gen dabei Holz­plat­ten an den Hän­den und Schürzen um sich vor dem Schleifen auf dem Boden zu schützen. Die meis­ten Pil­ger gehen aber um die Kora und tra­gen Handge­betsmühlen und Gebets­ket­ten in den Hän­den. Um uns herum bre­it­et sich der Rauch und Duft der Rau­chopfer in weißen Öfen aus. Das alles erzeugt eine mys­tis­che Atmo­sphäre. Die Läden ringsrum verkaufen religiöse Artikel für den Pil­ger, der son­st schon alles hat. Alles geht in eine Rich­tung. Nur die chi­ne­sis­chen Sicher­heit­skräfte und das Mil­itär bewegt sich absichtlich und Marschkom­man­dos brül­lend in die falsche Rich­tung. Diese Respek­t­losigkeit macht uns wütend.

Wir erre­ichen den Bark­hor Platz und den Ein­gang vom Jokhang Tem­pel, wo viele Pil­ger beten. Hier legt man sich eben­falls nieder und betet in Rich­tung des Tem­pels. Wir gehen auf die Dachter­rasse des New Man­dala Restau­rants, wo es neben tibetis­chem Essen auch nepale­sis­ches und indis­ches gibt. Von der Dachter­rase haben wir einen weit­en Blick auf den Bark­hor Platz und den Jokhang Tem­pel. Der faszinierende Blick ist jedoch getrübt.

Auf jedem Haus wehen chi­ne­sis­che Fah­nen, die Sicher­heit­skon­trollen, der Anblick des Mil­itärs, das auf einem Dach Übun­gen vol­lzieht und ein Pro­pa­gandafilm, der auf einem großen Screen vor dem Platz läuft, und glück­liche und stolze Tibeter vor chi­ne­sis­chem Fah­nen zeigt hin­ter­lässt gemis­chte Gefüh­le. An ein­er Ecke des Bark­hor Platzes gibt es eine Fil­iale der chi­ne­sis­chen Fast­food­kette Dicos, die man sich echt hätte klem­men kön­nen. So ist man in Lhasa stets hin und her geris­sen — Zwis­chen Faszni­ta­tion für diesen spir­ituellen Ort und zum anderen dem Ärg­er über das Unver­ständ­nis und die Respek­t­losigkeit der Chi­ne­sen.

Erkun­dung des Bark­hors, dem tibetis­chen Vier­tel Lhasas
Nach dem Mit­tagessen fol­gen wir der Lone­ly Plan­et Walk­ing Tour durch den Bark­hor. Wir gehen zurück auf die Kora um dann von ihr abzu­biegen. Wir kom­men an Geschäften vor­bei, die Dried Curds, Fleisch, Brot und vieles mehr feil­bi­eten. Die Pro­duk­te erin­nern an die Mon­golei, eine Küh­lung gibt es nicht. Wir besuchen den Trom­sikhang Markt, eine Halle in der es wirk­lich alles gibt und an rus­sis­che Shop­ping Malls erin­nert, und das kleine tantrische Col­lege Gyüme Trat­sang, das einst über 500 Mönche bei­hei­matete und ein sehr wichtiges Kloster war. Während der Kul­tur­rev­o­lu­tion Maos wurde das Kloster stark geplün­dert, es leben aber nun wieder einige Mönche hier.

Wir gehen weit­er zum Kar­mashar Tem­pel, dem Haup­torakel in Lhasas — man opfert ihm Tsam­pa und Bier. Es ist ein dun­kler Tem­pel, der jedoch sehr atmo­sphärisch ist. Wir gehen zum Lhasa Vil­lage Crafts, was sich in einen Innen­hof mit vie­len Handw­erk­ern, die Fig­uren für die Tem­pel bauen, befind­et. Hier gibt es auch einen Sou­venir­shop, der schöne handgemachte Pro­duk­te anbi­etet. Obwohl wir ein Bon­bon bekom­men, kaufen wir nichts.

Wir gelan­gen in das Mus­lim­is­che Vier­tel, wo die Frauen Kopftüch­er tra­gen und die Män­ner Kap­pen. Ich werde wohl etwas irri­tiert angeschaut, weshalb ich mir meine warme Jacke überziehe um meine Schul­tern zu verdeck­en. Das ist vielle­icht sog­ar unan­genehmer als anges­tar­rt zu wer­den, aber ich mag nicht respek­t­los erscheinen.

Wir besuchen die kleine Lho Rig­sum Lhakhang Kapelle. Am Ein­gang sitzt ein Mann, der unaufhör­lich Mantras wieder­holt. Im Inneren der Kapelle ist eine Kora um eine Tsep­ame Stat­ue umringt von vier Bod­hisattvas. Die Kora ist nur wenige Meter lang, der Gang ist eng und dunkel. Wir umrun­den die Kapelle drei mal, um uns herum hören wir die Mantras der Pil­ger, die hier mit ihren Handge­betsmühlen ent­lang wan­dern. Das ist sehr inten­siv und nach kurz­er Zeit med­i­ta­tiv und ein biss­chen wie ein Trip. Man wird schnell davon ein­genom­men.

 

Erster Besuch am Pota­la Palast
Dann gehen wir vor zum Pota­la Palast vor, der sich etwa 2km west­lich vom Bark­hor befind­et. Wir kaufen Postkarten und füllen unser Bargeld bei ein­er Bank auf. Neben­bei stöbern wir in zahlre­ichen Sport- und Out­doorgeschäften nach Schuhen für mich Suche nach Schuhen für mich, da ich meine ja unfrei­willig in Cheng­du zurück­ge­lassen habe. Die Wan­der­schuhe wer­den auf die Dauer ganz schön warm. Meine Füße sind aber zu groß für die asi­atis­che Auswahl in den Läden. Dabei stürze ich recht spek­takulär über einen Stein, fliege durch die Luft und komme auf meinem recht­en Knie auf, was sehr schmerzhaft ist. Das Gehen ist etwas erschw­ert und der Schreck sitzt tief. Ich muss mich erst­mal set­zen. Ich war total abge­lenkt von einem Schild, sodass ich nicht nach unten geschaut habe, was immer eine schlechte Idee in Asien ist. Hans-Guck-in-die-Lüfte sind hier sehr ver­let­zungs­ge­fährdet.

Wir gehen durch eine Sicher­heit­skon­trolle auf das Gebi­et vom Pota­la Palast. Auch um den Pota­la Palast herum gibt es eine Kora. Sie ver­läuft an ein­er Mauer rund um den Palast und bein­hal­tet sehr viele Gebetsmühlen, die wir alle drehen bis uns der rechte Arm schmerzt. Wir genießen die Blicke von der Rück­seite des Pota­la Palasts über einen See, der eben­falls sehr ein­drucksvoll ist, wenn auch nicht so ein­drucksvoll wie der Blick von vorne.

Einst lag vor dem Pota­la Palast die kleine Stadt Shöl, nun gibt es hier einen riesi­gen Tianan­men-ähn­lichen Platz mit einem 35m hohen Mon­u­ment für die “Befreiung” Tibets mit großen Bild­nis­sen von Mao und seinen Nach­fol­gern. Ein Hohn, direkt gegenüber vom Pota­la Palast. Tribü­nen von der großen Feier zum 50-jähri­gen Jubiläum der “Befreiung” Tibets erzählen noch von der Parade let­zter Woche.

Wir gehen zurück zum Bark­hor Platz um uns zum Aben­dessen zu begeben. Wir wählen das Lhasa Kitchen Restau­rant aus. Ich esse Kartof­fel Momos (eine Art Dumpling), was sehr leck­er ist. Dazu gibt es Käs­esuppe und Yak-Brot, eine Art Kebab. Außer­dem Masala Tee und Lhasa Bier, das von der höchst gele­ge­nen Brauerei der Welt stammt. Ich über­prüfe hier mein Knie und stelle fest, dass es dick angeschwollen ist. Wir laufen über die Kora zurück. Die Gebäude und Gassen sind hell erleuchtet, was den Häusern einen gold­e­nen Glanz gibt. Noch immer beten Pil­ger vor dem Tem­pel und Rauch steigt auf. Zurück im Hotel ver­sor­gen wir mein Knie und gehen zu Bett. Wir sind ganz schön müde von dem lan­gen Tag.

Das Drepung Kloster
Um 9:30 Uhr erwartet uns unser Guide Kor­ma am Guest­house. Er ist Tibeter, 24 Jahre alt und bere­its ver­heiratet. Er kommt aus ein­er Stadt zwei Stun­den ent­fer­nt von Lhasa. Früher hat er Yaks in seinem Dorf gehütet. Er wird uns die näch­sten zwei Tage Orte zeigen an die wir ohne Guide nicht gelan­gen kön­nen. Dazu gehören der Jokhang Tem­pel, der Pota­la Palast und die zwei Klöster Drepung und Sera. Außer uns beste­ht die Gruppe nur noch aus Mark, einem Englän­der, der ger­ade in Chi­na arbeit­et. Mark hat einen ziem­lich coolen Job: Er wird an alle möglichen Orte der Welt geschickt, bish­er schon 168 Län­der, um dort die Kosten für den Lebens­stan­dard zu ermit­teln, was für Fir­men gebraucht wird, die ihre Mitar­beit­er ins Aus­land schick­en und deren Spe­sen berech­nen müssen. So ist er etwa 6 Monate des Jahres in der Welt unter­wegs.

Wir gehen wieder durch die wirren Gassen vom tibetis­chen Vier­tel bis zur Straße, wo unser Fahrer uns erwartet. Zuerst fahren wir zum Pota­la Palast, wo wir unsere Tick­ets für mor­gen reservieren, was drin­gend nötig ist. Es gibt ein Besucher­lim­it pro Tag und feste Zeit­en, die einge­hal­ten wer­den müssen. Unser Zeit­fen­ster begin­nt mor­gen um 13 Uhr.

Wir fahren weit­er zur Drepung Monastery, die etwa 8km west­lich der Innen­stadt liegt, die am Fuße eines Berges liegt. Sie war einst eine der weltweit größten Klöster. Glück­licher­weise hat der Großteil dieses Klosters die Kul­tur­rev­o­lu­tion der Chi­ne­sen über­lebt und es leben wieder ca. 600 von einst 7.000 Mönchen hier. Dreprung wurde 1416 von einem Schüler des Thongkha­pas Jamyang Chö­je gegrün­det und bei­hei­matete schon nach einem Jahr über 2.000 Mönche. Ein Jahrhun­dert später errichtet der zweite Dalai Lama einen Palast hier, der von nun an allen bis zum fün­ften Dalai Lama die poli­tis­che und religiöse Basis bietete.

Das Gelände ist riesig und das Kloster wirkt mehr wie eine kleine Stadt. Man fol­gt auch hier wieder ein­er Kora im Uhrzeigersinn. Hier kön­nen wir die Wohn­räume der ersten Dalai Lamas sehen. Das wichtig­ste Gebäude im Kloster ist die Ver­samm­lung­shalle, die mit Thang­ka Malereien deko­ri­ert ist und von 180 Säulen gestützt wird. Hier find­en sich viele religiöse Stat­uen, darunter welche von fünf der Dalai Lamas. Pil­ger durch­wan­dern die vie­len Räume, in der Hand Ther­moskan­nen voll heißer But­ter um die Kerzen aufzufüllen, die aus But­ter sind.

Das Fotografieren kostet hier 20 Yuan, die wir im Unwis­sen zahlen, dass für jede noch so kleine Halle neu bezahlt wer­den muss. So ist man bei den vie­len Kapellen und Hallen schnell mehr Geld los als der Ein­tritt kostet. Das Englisch von Kor­ma ist nicht per­fekt, weshalb es schw­er fällt ihm zu fol­gen. Dazu kommt unser Unwis­sen des kom­plex­en Bud­dhis­mus und sein­er zahlre­ichen wichti­gen Fig­uren und Leg­en­den. Die vie­len Namen ver­schwim­men schnell.

Wir gelan­gen in eine Halle wo jed­er ein weißes Tuch für 1 Yuan erste­ht und dieses kurz darauf bei ein­er Stat­ue ablegt. Da der aktuelle Dalai Lama abwe­send ist, wird er mit weißen Tüch­ern sym­bol­isiert.

Beim Weg aus dem Tem­pel hin­aus sehen wir ein paar Tibeter, die etwa zwei Meter vor einem Loch in der Wand ste­hen. Sie zie­len, schließen die Augen und gehen mit aus­gestreck­tem Fin­ger auf das Loch in der Wand zu. Wer es trifft, dessen Leben befind­et sich auf dem recht­en Pfad. Kein­er schafft es, sie nehmen es mit Humor. Es soll sym­bol­isieren wie schw­er es ist ein Leben auf dem recht­en Pfad zu führen.

Wir fahren wieder zurück in die Innen­stadt, nehmen dabei noch drei ältere tibetis­che Pil­ger aus einem weit ent­fer­nt liegen­den Dorf mit, die sich in Lhasa nicht ausken­nen. Die Mit­tagspause ver­brin­gen wir im New Man­dala Restau­rant. Hät­ten wir das gestern schon gewusst, wären wir gestern woan­ders hinge­gan­gen :)

 

Sera Monastery
Am Nach­mit­tag ste­ht die Sera Monastery auf dem Pro­gramm. Dieses Kloster befind­et sich 5km nördlich von der Innen­stadt Lhasas. Die Bevölkerung von ein­st­mals 5.000 Mönchen wurde um 90% reduziert und noch immer wer­den Gebäude repari­ert. Das Sera Kloster wurde 1419 von einem weit­eren Schüler Tsongkha­pas gegrün­det. Wir besuchen die Hauptver­samm­lung­shalle mit ihren riesi­gen Thang­ka-Malereien und großen Stat­uen.
In einem Innen­hof debat­tieren junge Mönche, wom­it sie täglich ein paar Stun­den am Nach­mit­tag ver­brin­gen. Es dient der Übung und Wieder­hol­ung bes­timmter The­men den Bud­dhis­mus betr­e­f­fend.

Sie debat­tieren immer paar­weise — ein­er sitzt und der andere ste­ht. Der Sitzende stellt eine Frage, die der ste­hende beant­worten muss. Sie debat­tieren heftig, Stim­men wer­den gehoben und es wird wild gestikuliert. Zur Argu­men­ta­tionsvertärkung klatschen die ste­hen­den Mönche in die Hände, was eine Ganzkör­per­be­we­gung ist. Dabei schwin­gen sie ihre Gebets­ket­ten um den Arm. Manche Paare disku­tieren so heftig, dass ihnen die Anspan­nung ins Gesicht geschrieben ste­ht. Andere lachen und haben Spaß daran. Schade, dass wir nicht ver­ste­hen kön­nen worüber sie debat­tieren. Wir beobacht­en sie lange und gehen dann zum Aus­gang des Tem­pels zurück. Auf dem Weg erk­lärt Kor­ma uns, dass es ver­schiedene Mönche gibt: Debat­tierende, die immer im Kloster leben, solche die hin­aus gehen und medi­tierende Mönche. Zwei von Kor­mas Brüdern sind Mönche, ein­er geht hin­aus, der andere medi­tiert und lebt in ein­er Höh­le. Man kann jed­erzeit Mönch wer­den und in ein Kloster ein-, aber auch wieder aus­treten.

Alte Fels- und Steinze­ich­nun­gen
Wir wer­den an unserem Hotel abge­set­zt und wir machen uns alleine zum Chag­po Ri im Lokhang-Vier­tel auf. Wir laufen wieder Rich­tung Pota­la Palast und müssen etwas suchen bis wir die alten Fels- und Steinze­ich­nun­gen am Chag­po Ri find­en. Chag­po Ri ist ein klein­er Berg, an dessen Fuße sich die Fels- und Steinze­ich­nun­gen von Bud­dhas, Beschützern und anderen Got­theit­en befind­en. Manche von den über 5.000 Zeich­nun­gen sind mehr als 1.000 Jahre alt. Manche von ihnen sind frisch bemalt, andere bere­its verblasst, sodass nur noch die Kratzer im Stein sicht­bar sind. Die größte Zeich­nung ist mehrere Meter hoch und zeigt Tsep­ame.

Es gibt auch eine große Stu­pa, auf tibetisch Chörten genan­nt. Viele Stein­plat­ten sind hier zu ein­er großen Pyra­mide aufgeschichtet. Wir gehen an der Fel­swand mit den Zeich­nun­gen ent­lang. Ab und zu ist ein klein­er Schrein zu sehen wo Opfer­gaben darge­bracht wer­den. Wir umrun­den den Chörten und drehen die Gebetsmühlen. Es ist friedlich und ruhig hier, am Abend ist hier nichts mehr los und der Son­nenun­ter­gang zaubert eine mys­tis­che Stim­mung. Wir begeg­nen nur drei Pil­gern, die wir fre­undlich mit einem “Tashi Delek” grüßen.

Auf dem Weg zurück zur Straße kom­men wir an Handw­erk­ern vor­bei die bud­dhis­tis­che Fig­uren und tibetis­che Schriftze­ichen in Stein­plat­ten ritzen. Wir gehen zurück zum Pota­la Palast, der hell erleuchtet ist. Mit­tler­weile ist es dunkel gewor­den und wir schauen den Palast von einem kleinen Aus­sicht­spunkt neben der Straße an. Wie die Sar­dinien in der Dose ste­hen die Chi­ne­sen hier dicht gedrängt darauf. Wir erhaschen trotz­dem ein paar schöne Blicke auf den großen Palast. Wir gehen noch Aben­dessen, was gar nicht so ein­fach ist, denn viele Restau­rants haben bere­its geschlossen. Schließlich kehren wir im Tibet Steak House ein, wo es mehr als nur Steak gibt. Zum Beispiel mega leckere Käse­mo­mos.

 

Der Jokhang Tem­pel
Zum Früh­stück besorgt Alex warmes Brot mit ein­er Honigfül­lung und Dried Curds, die es auch hier wieder gibt. Im Gegen­satz zur Mon­golei sind sie hier aber stein­hart und brauchen ewig im Mund bis sie genießbar wer­den. Und dann schmeck­en sie wie alte Led­er­schuhe. Am Mor­gen besuchen wir mit Kor­ma den Jokhang Tem­pel, dem zen­tralen Heilig­tum im tibetis­chen Bud­dhis­mus. Am Mor­gen ist hier sehr viel los: Zahlre­iche Pil­ger beten vor dem Tem­pel, schw­er­er Rauch, der aus den weißen stu­pa-för­mi­gen Öfen ringsrum auf­steigt, erfüllt die Luft rund um den Tem­pel. Vor dem Tem­pel wartet eine lange Schlange Pil­ger auf Ein­lass um die Tem­pel-Kora zu gehen. Wir zahlen im Gegen­satz zu ihnen Ein­tritt und kom­men schnell in den Tem­pel hinein. Im Tem­pel selb­st herrscht großes Gedränge. Zahlre­iche Pil­ger ziehen an den Wän­den ent­lang und durch die kleinen Kapellen. Dazu noch vor allem chi­ne­sis­che Touris­ten­grup­pen.

Wir betreten nur die wenig­sten Kapellen auf­grund dieser Fülle von Men­schen. In der Mitte der Halle ste­ht die wichtig­ste Bud­dhas­tat­ue in Tibet, dahin­ter eine tausendarmige Chen­re­sig-Stat­ue (Aval­okites­vara). Der Tem­pel wurde im 7. Jahrhun­dert von einem tibetis­chen König erbaut. Viel inter­es­san­ter als all das ist aber die Atmo­sphäre in dem Tem­pel. Trotz dem Gedränge ist es wun­der­schön, das Licht fällt durch die Vorhänge in die Hallen, das Murmeln der Pil­ger hallt hin­durch, der säuer­liche But­tergeruch ihrer Ther­moskan­nen liegt in der Luft und die ganze Stim­mung ist sehr inten­siv. Vom Dach des Tem­pels hat man eine schöne Aus­sicht über die Innen­stadt — lei­der getrübt durch den direk­ten Blick auf eine chi­ne­sis­che Mil­itär­gruppe, die ger­ade Nahkampfübun­gen durch­führen. In der Kul­tur­rev­o­lu­tion wurde viel im Inneren des Jokhang Tem­pels geplün­dert, Teile vom Tem­pel wur­den als Schweinestall ver­wen­det.

Wir haben nun etwas Zeit bis zur Mit­tagspause und wollen ins Hotel zurück um die Spe­icherkarte mein­er Kam­era zu wech­seln. Vorher gehen wir noch mit Kor­ma zu dem Sou­venir-Geschäft sein­er Schwest­er, die ist aber ger­ade nicht da. Wir schauen noch ein biss­chen rum bis wir uns erst ein­mal ver­ab­schieden. Auf dem Weg zurück zum Hotel ver­laufen wir uns aber und kom­men erst nach langer Suche dort an und damit zu spät zum verabre­de­ten Zeit­punkt für’s Mit­tagessen. Irgend­wie sieht immer alles anders aus — jede Tageszeit verän­dert alles kom­plett und wir gehen regelmäßig an unser­er Abzwei­gung vor­bei. Es ist schw­er in diesem Gewusel die Ori­en­tierung zu behal­ten. Außer­halb der Kora sehen alle Straßen gle­ich aus. Nicht schlimm, wir haben genug Zeit. Wir essen in der Lhasa Kitchen Mit­tag bis wir zum Pota­la Palast auf­brechen.

Der Pota­la Palast
Der Palast wurde von einem tibetis­chen König im 7. Jahrhun­dert gebaut. Der fün­fte Dalai Lama hat dann nochmal ange­baut und seit­dem ist es der Sitz der Dalai Lamas, zumin­d­est bevor die Chi­ne­sen den aktuellen Dalai Lama ver­trieben haben. Der Palast beste­ht aus einem roten und einem weißen Bere­ich und hat mehr als 1.000 Räume. Der fün­fte Dalai Lama hat den weißen Palast 1645 erbauen lassen und ist daraufhin von der Drepung Monastery hier­her gezo­gen. Der rote Palast kam später und wurde erst 12 Jahre nach dem Tod des fün­ften Dalai Lamas fer­tig gestellt. In den 12 Jahren wurde sein Tod geheimge­hal­ten bis der rote Palast tat­säch­lich fer­tig gestellt war und sein Kör­p­er dort begraben wurde. Was auch immer sie 12 Jahre lang mit dem Leich­nam angestellt haben…

Seit­dem war der Pota­la Palast die Heimat der fol­gen­den Dalai Lamas. Zumin­d­est bis im späten 18. Jahrhun­dert der Nor­bu­l­ing­ka Som­mer­palast gebaut und der Pota­la Palast nur noch zu ein­er Win­ter­res­i­denz wurde. Der Pota­la Palast ist auch Sitz der tibetis­chen Regierung und mit seinen Kapellen, Schulen, Gefäng­nis­sen und Gräbern der Dalai Lamas war er wie eine eigene Welt. Während der Auf­stände gegen die Chi­ne­sen in 1959 wurde der Palast glück­licher­weise nur leicht beschädigt. Auch während der Kul­tur­rev­o­lu­tion wurde der Palast ver­schont, da der chi­ne­sis­che Pre­mier­min­is­ter Zhou Enlai eigene Trup­pen geschickt hat um den Palast zu beschützen. Der Palast wurde 1980 wieder eröffnet.

Wir gehen die vie­len Stufen hin­auf zum Palast, den man nur für eine Stunde besuchen darf, was recht wenig Zeit für das große Gelände ist auf dem man zweifel­los auch einen ganzen Tag ver­brin­gen kön­nte. Erst auf halbem Weg hin­auf kauft man die tat­säch­lichen Tick­ets, die wir tags zuvor reserviert haben. Zuerst besuchen wir den weißen Bere­ich, wo der Dalai Lama gelebt habt. Wir sehen Wartesäle wo sich die Gäste vor ein­er Audienz mit dem Dalai Lama aufge­hal­ten haben, den Audien­zraum selb­st, den Thron­raum, seinen Medi­tion­sraum. Sein Schlafgemach das nur von drei Men­schen betreten wer­den darf: Dem Dalai Lama selb­st, seinem Meis­ter und der “Putzfrau”.

Unser Führer Kor­ma erk­lärt uns die Geschichte bis 1959, über alles was danach passiert ist, kann er nicht sprechen. Die chi­ne­sis­chen Führer erzählen ihre Ver­sion der Geschichte. Er kann seine Ver­sion nicht erzählen, da er dafür ins Gefäng­nis kom­men kön­nte. Hier gibt es zu viele Ohren die mithören. Auch schon am Jokhang Tem­pel hat man gemerkt wie sehr er junge Mann unter der chi­ne­sis­chen Beset­zung lei­det. Der Anblick der chi­ne­sis­chen Sol­dat­en und Sicher­heit­skon­trollen ist ihm ver­has­st.

Im roten Palast sehen wir die Throne ver­gan­gener Dalai Lamas und ihre reich­lich pom­pösen Gräber. Beson­ders ist hier das Grab des fün­ften Dalai Lama zu erwäh­nen. Es beste­ht aus mehreren Ton­nen Gold. Wir sehen reich verzierte Mod­elle, soge­nan­nte drei­di­me­nionale Man­dalas von den drei tantrischen Got­theit­en der Gel­ug­pa Ord­nung. Sie sind Medi­tion­skarten für den Geist. Dieser Bre­ich des Palasts ist religiösr als der weiße. Wir kom­men an Stat­uen von Göt­tern, Beschtzern und Bud­dhas vor­bei. Außer­dem gibt es Stat­uen von den ver­stor­be­nen Dalai Lamas welche nach ihrem Tod ange­fer­tigt wer­den.

Wenn der 14. Dalai Lhama ster­ben sollte, wird es keine Stat­uen und Bilder von ihm hier geben. Hat er über­haupt einige Chance einen Nach­fol­ger zu bes­tim­men? Die chi­ne­sis­che Regierung muss die Wahl des Nach­fol­gers abnick­en, was sie sich­er nicht tun wer­den, da der Dalai Lhama als Ter­ror­ist propagiert wird. Das heißt wohl, dass der Dalai Lhama keine andere Wahl hat, als jeman­den außer­halb Tibets zu bes­tim­men, den die chi­ne­sis­che Regierung nicht anerken­nen wird… Er selb­st hat sog­ar gesagt, dass es gar keinen Dalai Lama mehr geben wird.

Wir sprechen kurz mit einem Mönch, er ken­nt München und Deutsch­land, hat Tibet aber noch nie ver­lassen. Frage Kor­ma ob Tibeter wenig­stens nach Chi­na reisen dür­fen, immer­hin gehört Tibet ja offiziell zu Chi­na, er verneint. Ich werde unglaublich trau­rig. Mit­ten im Glanz dieses Palassts wer­den wir von de bit­teren Gegen­wart einge­holt. Wir fra­gen uns ob je wieder ein Dalai Lama in diesen Hallen wohnen wird. Nun kom­men wir ans Ende des Palasts und die Stunde ist vor­bei. Wir gehen die Trep­pen des Palasts hin­unter und lassen das Gese­hene auf uns wirken.

Der Palast ist ein Wun­der­w­erk von Architek­tur und man kann kaum die Augen von diesem riesi­gen Bauw­erk wen­den. Und den­noch wirkt er sehr leb­los im Ver­gle­ich zum Jokhang Tem­pel. Der Palast liegt wie im Schlaf da, ist mit­tler­weile nur noch Muse­um. Ständig wird man daran erin­nert, dass der Dalai Lama von den Chi­ne­sen ver­trieben wurde. Es ist iro­nisch, dass nun so viele Chi­ne­sen den Palast durch­wan­dern und bestaunen während die vor­ange­gan­gen Gen­er­a­tio­nen ver­sucht­en ihn zu zer­stören. Ange­blich wer­den ihnen von ihnen Führern erzählt, dass der Palast von Chi­ne­sen erbaut wurde.

Nor­bu­l­ing­ka
Wir fahren nach Nor­bu­l­ing­ka, dem Som­mer­palast des Dalai Lamas. Der siebte Dalai Lama grün­dete den ersten Som­mer­palast in Nor­bu­l­ing­ka, was “Schmuck­park” bedeutet. Der 13. Dalai Lama baute dann drei weit­ere Paläste und der 14. Dalai Lama, also der aktuelle, baute den Neuen Som­mer­palast. Der 14. Dalai Lama floh von hier in 1959 verklei­det als Tibetis­ch­er Sol­dat. Alle Paläste wur­den beim Angriff der Chi­ne­sen beschädigt während 30.000 Tibeter den Som­mer­palast vertei­digten um das Leben ihres spir­ituellen Führers zu schützen. Zuerst besichti­gen wir den Palast des acht­en Dalai Lamas, wo 65 Thangkas hän­gen. Wenn ein Thang­ka wirk­lich soviel wert ist, wie Kor­ma sagt, dann müssen hier Mil­lio­nen hän­gen.

Wir kom­men an ein­er kleinen Bühne vor­bei, wo jährlich die tibetis­che Oper aufge­führt wird. Darüber gibt es ein kleines Fen­ster, von dem aus der Dalai Lama die Oper ver­fol­gen kon­nte ohne selb­st gese­hen zu wer­den. Beson­ders beein­druck­end ist aber der Neue Som­mer­palast vom 14. Dalai Lama. Hier gehen wir durch seinen Audien­zraum, der mit einem Wandgemälde verziert ist, der die Geschichte Tibets in 301 Szenen darstellt. Es fol­gen die pri­vat­en Gemäch­er des Dalai Lamas — sein Medi­tion­sraum und das Schlafz­im­mer. Alles wurde so belassen wie der Dalai Lama es hin­ter­lassen hat inkl­suive dem alten Sow­jet Radio neben seinem Bett. Komisch, die chi­ne­sis­chen Touris­ten hier herumwan­dern zu sehen, obwohl der Dalai Lama in ihren Augen ein Ter­ror­ist ist.

Ausklang unseres Tibet-Besuchs
Wir fahren zurück nach Bark­hor und trinken einen Milch­tee in einem kleinen Lokal, das Kor­ma uns zeigt. Er verkehrt hier öfter und ken­nt viele Leute. Über­haupt scheint er die halbe Stadt zu ken­nen, immer wieder hält er für ein großes “Hal­lo” an. Wir ver­ab­schieden uns von Kor­ma und gehen zum Jokhang Tem­pel zurück. Nun wollen wir ein Fake Thang­ka kaufen, also statt einem echt­en Gemälde nur einen Druck davon. Wir find­en ein schönes, was preis­lich mehr als erschwinglich ist im Gegen­satz zu den echt­en Thangkas. Wir gehen ins Hotel zurück und auf dem Weg find­en wir tat­säch­lich ein paar bil­lige Schuhe, die an meine riesi­gen Füße passen. So ist das Prob­lem erst­mal gelöst und ich kann aus meinen dick­en Wan­der­schuhen steigen.

Wir machen uns nochmal auf den Weg und trinken einen Masala-Tee auf der Dachter­rasse vom New Man­dala um das Treiben auf dem Bark­hor Platz beobacht­en und ein paar Postkarten schreiben zu kön­nen. Dann begeben wir uns zum Aben­dessen in ein anderes Restau­rant. Wir begeg­nen ein­er jun­gen, weit­gereis­ten Chi­nesin mit der wir ins Gespräch kom­men. Sie weiß gar nicht, dass man eine spezielle Erlaub­nis benötigt, wenn man als Nicht-Chi­nese nach Tibet reisen möchte und eine Tour braucht. Heute war sie an einem schö­nen See 2h außer­halb Lhasas und rät uns hinz­u­fahren. Sie kann es gar nicht glauben, dass wir Lhasa nicht ver­lassen dür­fen ohne arrang­ierten Trans­port. So sieht man wieder das enge Welt­bild, das den Chi­ne­sen ver­mit­telt wird, obwohl sie gebildet sind und ver­reisen.

Danach wollen wir nochmal die Kora um den Jokhang Tem­pel laufen, was uns von allem am meis­ten beein­druckt hat. Sich einzurei­hen in die tibetis­chen Pil­ger ist immer wieder ein Erleb­nis. Wir kaufen noch zwei Dosen­bier und set­zen uns auf die Dachter­rasse unseres Hotels und sehen hinüber zum hell erleuchteten Pota­la Palast und dem Jokhang Tem­pel. So endet unser let­zter Abend in Lhasa. Die Reise hier­her hat sich defin­i­tiv gelohnt. Trotz der Schat­ten­seit­en, die wir hier erlebt haben, hin­ter­lässt die Haupt­stadt Tibets einen tiefen Ein­druck bei uns.

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WIE MAN NACH TIBET KOMMT
Aktuell ist es Touris­ten nur möglich Tibet im Rah­men ein­er gebucht­en Tour zu besuchen, was sowohl Guide und Fahrer umfasst. Nur in Lhasa kann man sich auch ohne Guide frei bewe­gen, außer­halb von Lhasa benötigt man für jeden Tag Guide, Fahrer und ein festes Touren­pro­gramm, von dem nicht abgewichen wer­den darf. Lhasa ist dadurch noch rel­a­tiv gün­stig, außer­halb Lhasas belaufen sich die Kosten für solch eine Tour allerd­ings auf ca. 150 Euro pro Tag. Ver­schiedene Organ­i­sa­tio­nen lassen sich über das Inter­net kon­tak­tieren um eine Tour zu arrang­ieren. Wir haben Tibet Nam­chen gewählt.

Inner­halb ein­er Grup­pen­tour, die aus ein­er angenehmen Größe von nur drei Per­so­n­en beste­ht, bezahlen wir nur 265 USD pro Per­son. Wenn man zeitlich flex­i­bel ist, ist es immer gün­stiger sich mit anderen Per­so­n­en zusam­men­zuschließen bzw. sich ein­er Grup­pen­tour anzuschließen. Die Tourenor­gan­i­sa­tion küm­mert sich um das TTB (Tibet Trav­el Per­mit) für einen, ohne das man nicht nach Tibet gelan­gen kann.

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