Überschreitung Veitsberg bis zum Thalerjoch

Posted: 23. Juli 2021 by Annika

Die ruhige Über­schre­itung vom Veits­berg über das Frechjoch bis zum Thaler­joch ist eine wun­der­schöne Genuss­tour mit großem Panora­ma. Es han­delt sich dabei nicht um markante Gipfel, sie erheben sich als eher als zah­mer Höhen­rück­en über das Land. Die süd­seit­ige Rund­tour auf der Tirol­er Seite der Bayrischen Voralpen ver­läuft größ­ten­teils auf schmalen Bergp­faden und bietet eine her­rliche Aus­sicht auf Hochkönig und Kaiser bis zu den Hohen Tauern.

Aufstieg zum Veitsberg

Kurz nach dem Park­platz erre­iche ich den Weg­weis­er, der nach links Rich­tung Veits­berg hin­auf leit­et. In mäßiger Stei­gung windet sich die Forststraße bequem bis zur Veits­ber­galm. Ich gehe bis zum oberen Haus hin­ter dem die Forststraße in einen schmalen Wiesenpfad überge­ht, der stel­len­weise in der Wiese ver­schwindet und etwas Ori­en­tierungssinn ver­langt. Dun­kle Wolken brauen sich über mir zusam­men und ich hoffe, dass es nicht anfängt zu reg­nen. Es geht steil hin­auf, was mich ordentlich aus der Puste bringt.

Die ersten schö­nen Aus­sicht­en auf das Tal unter mir und den Kaiser eröff­nen sich hier. Ich erre­iche einen Jagdhochsitz und steige weit­er auf den Rück­en des Veits­bergs. Jet­zt kann ich auch auf die andere Seite blick­en und das Hin­tere Son­nen­wend­joch aus­machen. Der Weg fol­gt nun dem Rück­en durch eine Latschen­gasse bis zum höch­sten Punkt mit großem Gipfelkreuz. Hier zeigen sich weite Teile der Hohen Tauern und des Ziller­tals, die Gipfel des Rofans und Kar­wen­dels und die zack­i­gen Felsen vom Kaiser und Hochkönig.

Überschreitung zum Thalerjoch

Von hier kann ich auch schon die zwei weit­eren Gipfel erken­nen: Frechjoch und dahin­ter das Thaler­joch. Die Gipfel sind alle in etwa gle­ich hoch, erfordern aber ein Auf und Ab zwis­chen ihnen. Vom Gipfel des Veits­berg sind 40 Minuten bis zum Thaler­joch angeschrieben.

Ich über­schre­ite den Gipfel des Veits­bergs und komme auf dem Sat­tel zwis­chen Frechjoch und Veits­berg an, wo man auf einen Abstiegsweg trifft falls man die zwei weit­eren Gipfel nicht mehr mit­nehmen möchte. Wer zum Thaler­joch weit­erge­hen will, kann zwis­chen Frechjoch und Thaler­joch absteigen, allerd­ings wer­den bei der Vari­ante 90 extra Höhen­meter fäl­lig. Das Frechjoch ist schnell erre­icht, die let­zten Meter führen weg­los zu dem kleinen Gipfelkreuz. Viel Aus­sicht hat man auf dem mit Latschen bewach­se­nen Gipfel nicht.

Der weit­ere Weg führt mich wieder bergab zum näch­sten Sat­tel, wo mich einige Kühe neugierig beäu­gen. Die Kühe sind auch die einzi­gen, die ich an einem Mon­ta­gnach­mit­tag hier antr­e­ffe, son­st bin ich völ­lig alleine. Die dun­klen Wolken haben sich mit­tler­weile auch ver­zo­gen und Son­nen­schein erhellt die Szener­ie. Die let­zten Meter zum aus­sicht­sre­ichen Thaler­joch ver­laufen steil durch eine Latschen­gasse und dann ste­he ich glück­lich am drit­ten Gipfel für heute. In der schön­sten Abend­sonne sitze ich am Gipfel und genieße die Aussicht.

Abstieg als Rundtour

Nun geht es wieder zurück in den Sat­tel mit den Kühen und steil über eine Wiese bergab zu ein­er Alm. Von hier geht’s in weit­en Schleifen auf der Forststraße bis zur Thaleralm. Ich gehe bis zum let­zten Haus, hin­ter dem ein schmaler Pfad begin­nt — der Verbindungsweg zwis­chen Thaleralm und Riedebe­nalm. Es gibt sowohl Spuren nach ger­adeaus als auch welche nach links direkt bergauf, wobei der linke der richtige Weg ist. Dieser Verbindungsweg erweist sich als etwas aben­teuer­lich. Stel­len­weise ver­schwindet der Pfad in der Wiese, ein Bach fließt durch den Weg oder es gibt Zäune zu über­steigen. Auch wer­den hier nochmal 90 Höhen­meter fäl­lig, die der Weg mit seinem Auf und Ab über Almgelände fordert. Es erin­nert mich an biss­chen an den Te Araroa auf der Nordinsel, wo ich Far­mgelände in einem ewigen Auf und Ab gequert habe.

Es gibt auch eine Vari­ante über die Forststraße, aber auch da gilt es die Höhen­meter zu über­winden und es ist weit­er zu gehen, aber sicher­lich beque­mer. Beim let­zten Auf­schwung erblicke ich noch ger­ade so das Poschi ein­er Gams, dann ist sie ver­schwun­den. Kurz darauf kann ich schon Kuh­glock­en hören und weiß, dass die Zivil­i­sa­tion nicht mehr weit sein kann. Und richtig — kurz nach dem Erre­ichen der Kühe erblicke ich die Riedebenalm.

Hier geht es nun nicht rechts auf der Forststraße hin­unter, son­dern bis zur Alm, hin­ter der ein weit­er­er schmaler Pfad begin­nt und steil in den Wald leit­et. Teil­weise ist der Weg aus­ge­waschen, schrot­tig, führt durch hohes Gras und über­quert zahlre­iche Bach­läufe. Hier kom­men auch die Brem­sen her­aus und ärg­ern mich. Der Weg führt fast bis ganz nach unten und nur der let­zte Kilo­me­ter wird auf ein­er nur leicht bergab führen­den Forststraße ver­bracht. Einen Abzweig nach rechts ignoriere ich, denn hier würde man direkt in den Ort Rieden­berg kom­men, was sich eventuell für eine Einkehr im dor­ti­gen Gasthaus eignen würde. Dann müsste man aber an der Straße zurück­ge­hen. Ich bleibe auf der Forststraße und erre­iche kurz darauf den Parkplatz.

Diese lohnenswerte Runde bietet alles was mein Herz hüpfen lässt: Große Aus­sicht­en, eine schöne Über­schre­itung und viel Sonne.


FAKTEN ZUR TOUR
Wan­derung Veits­berggruppe — Veits­berg (1.787m), Frechjoch (1.789m), Thaler­joch (1.775m)
Gehzeit: 4:30h (2:40h Auf­stieg, 1:50h Abstieg)
Höhen­meter: 980 hm
Aus­gangspunkt: Park­platz Läng­tal vor Rieden­berg bei Landl (992m)
Schwierigkeit: T2 — Bergwandern

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