Malaysia: Unterwasserwelten bei den Mantanani Islands

Posted: 4. Oktober 2014

Man­tanani Islands

 

Wieder wer­den wir mor­gens im Minibus abge­holt und fahren ca. 1,5h Rich­tung Nor­den, was ich mal wieder größ­ten­teils ver­schlafe. Heute geht’s mir endlich bess­er, dafür geht’s Alex nicht gut.

Die Man­tanani Islands beste­hen aus drei kleinen Inseln und gel­ten als schönes Tauchre­vi­er. Eine der weni­gen noch verblieben­den Pop­u­la­tio­nen von Seekühen lebt in den Rif­f­en um die Inseln.

Wir steigen mit einem Haufen Chi­ne­sen in ein großes Boot. In Chi­na sind ger­ade Ferien und die wer­den zum Reisen genutzt. Die See ist rau und uns wird mit­geteilt, dass wir den Trip wegen Schlechtwet­ter eventuell abbrechen müssen. Wir hof­fen das Beste und es geht schauke­lig zu den Inseln. Auf der Fahrt wer­den wir klatschnass, da wir etwas ungün­stig sitzen und uns die Gis­cht voll trifft. Auf den Man­tanani Islands bekom­men wir unsere Schnorchelaus­rüs­tung und dann geht’s schon raus zum ersten Schnorchel­gang. Ich bin aufgeregt, ich bin noch nie im Leben geschnorchelt! Ich habe ein biss­chen Angst vor Fis­chen und weiß deshalb noch nicht wie das wohl sein wird. Ich habe absichtlich auf Tauchen verzichtet um mich langsam an die Unter­wasser­welt ranzu­tas­ten und auszupro­bieren ob mir das taugt. Es stellt sich her­aus, dass ich mir umson­st Sor­gen gemacht habe. Es ist atem­ber­aubend! Am Anfang habe ich noch etwas Schwierigkeit­en mit dem Schnorchel-Equip­ment, aber mit der Zeit habe ich den Bogen raus. Es ist wie eine andere Welt da unten, so sur­re­al für mich. Ich fand Fis­che bish­er nie beson­ders span­nend, aber hier unten gehören sie hin, das ist ihre Welt und sie ist wun­der­schön. Ich bestaune all die bun­ten Fis­che, die Korallen, Seesterne und Seeanemo­nen. Ich bin ein­fach begeis­tert. Nach etwa 45 Minuten geht’s weit­er zum zweit­en Schnorchelst und hier bekom­men wir viele Clowns­fis­che zu sehen, die ihre Seeanemo­nen vertei­di­gen. Es ist nicht tiefer als 5m hier, man braucht gar nicht unbe­d­ingt run­terzu­tauchen um viel zu sehen. Teil­weise ist das Riff sehr nah, vielle­icht nur einen Meter unter uns und wir müssen auf­passen uns nicht an den schar­fkanti­gen Korallen zu ver­let­zten. Nur Seekühen begeg­nen wir heute lei­der nicht.

Inter­es­sant ist, dass Chi­ne­sen im All­ge­meinen nicht schwim­men kön­nen. Sie schnorcheln also mit Schwimmwest­en und Ret­tungsrin­gen an nur ein­er Stelle, was ein recht amüsan­ter Anblick ist. Zurück zum Boot wer­den sie in ihren Ret­tungsrin­gen vom einem der Skip­per „geschleppt“. Es muss gar nicht so ein­fach sein die Über­win­dung zu find­en ins Wass­er zu gehen, wenn man gar nicht schwim­men kann. Obwohl man mit den Flossen eigentlich kaum unterge­hen kann, wäre das für die Psy­che sich­er nicht beruhi­gend ohne Schwimmweste rauszuge­hen. Warum haben Chi­ne­sen keinen Schwim­munter­richt in der Schule?! Eine gewisse Sinnhaftigkeit des schulis­chen Schwim­munter­richts kann man ja nicht leug­nen.

Wir kom­men immer zulet­zt an Board, ich kön­nte ewig draußen bleiben. Erst beim zweit­en Schnorchel­gang wird mir etwas kalt, aber das Meer ist ziem­lich warm. Nor­maler­weise find­et der zweite Schnorchel­trip erst nach dem Mit­tagessen statt, aber auf­grund des insta­bilen Wet­ters wurde er vorge­zo­gen. Wir fahren zurück zur Insel, wo es Mit­tagessen gibt, und unter­hal­ten uns dabei mit einem Bel­gi­er und sein­er chi­ne­sis­chen Fre­undin, die bei­de in Peking wohnen. Auch sie kann nicht schwim­men und hat einiger­maßen Angst vor Wass­er. Sie erzählen uns, dass sie schon gestern herkom­men woll­ten, aber die kom­plette Tour auf­grund des Wet­ters abge­sagt wurde. Wir haben also ziem­lich Glück! Es fängt bald an zu reg­nen und bald stellt sich her­aus, dass der Wind aufge­frischt hat und wir erst­mal nicht zurück­kehren kön­nen. Eventuell müssen wir sog­ar hier über­nacht­en. Wir sind froh uns nur für den Ein­tagestrip entsch­ieden zu haben. Aber nach ein­er Weile kön­nen wir doch auf­brechen. Es wird eine stür­mis­che Rück­fahrt, dies­mal bleiben wir aber trock­en, denn wir sitzen auf der richti­gen Seite. Hohe Wellen lassen das Boot heftig schaukeln, ein paar der Chi­ne­sen müssen erbrechen oder kreis­chen bei ein­er hohen Welle auf. Ich schlafe nach ein­er Weile ein.

Zurück am Pier ziehen wir uns was trock­enes an und fahren dann zurück nach Kota Kin­a­balu. Wir über­legen was wir mor­gen machen und entschei­den uns dafür zu den Inseln vor den Toren von Kota Kin­a­balu zu fahren, die im Tunku Abdul Rah­man-Nation­al­park zusam­menge­fasst sind. Eine Fähre bringt einen in kurz­er Zeit hinüber und auch hier kann man wun­der­bar schnorcheln. Ja, ich bin jet­zt heiß auf Schnorcheln! :) Zwar haben die Riffe sehr unter der Dyna­mit­fis­cherei gelit­ten, aber es gibt trotz­dem noch schöne Stellen, beson­ders vor Pulau Sapi. Heute essen wir ganz lang­weilig bei Piz­za Hut zu Abend und suchen in dem großen Einkauf­szen­trum nach Postkarten. Asien hat’s nicht so mit Postkarten, aber in einem Sou­venirgeschäft find­en wir dann ein Paket mit annehm­baren Postkarten­mo­tiv­en.

Merken

1 Kommentar

  • Michael 30. Juli 2015 at 16:10

    Schön­er Bericht, schöne Fotos. Schnorcheln wurde schon vor ein paar Jahren eine Lei­den­schaft — und auf Man­tanani kon­nte ich im Vor­jahr drei wun­der­schöne Tage ver­brin­gen: weit genug weg von den ganzen Tages-Touris­ten, direkt bei ein­er der Fis­ch­er-Fam­i­lien im Dorf.

    Reply

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.