Wien: Von tanzenden Pferden im prachtvollen Wien

Posted: 30. November 2013 by Annika

Die Innere Stadt (auch 1. Bezirk genan­nt, denn Wien beste­ht aus 23 Bezirken)  ist nicht nur der älteste Teil der öster­re­ichis­chen Haupt­stadt, son­dern auch der spek­takulärste. Hier wartet hin­ter nahezu jed­er Ecke eine Attrak­tion. Die Anzahl der Museen und Sehenswürdigkeit­en ist immens. Dabei ist die Innere Stadt über­schaubar: Sie ist klein­er als der Englis­che Garten in München. Die Bezirke teilen die Stadt nicht nur in geografis­ch­er, son­dern auch in sozialer Hin­sicht. Oft — wenn auch nicht immer — ist mit ihnen ein gesellschaftlich­er oder finanzieller Sta­tus verbunden.

Von tanzenden Pferden

Wir früh­stück­en dekadent im opu­len­ten Café Mozart, bevor wir uns zur Spanis­chen Hofre­itschule in der Hof­burg auf­machen. Die Hofre­itschule ist welt­berühmt für ihre weißen Lip­pizan­er­heng­ste. Die ele­gan­ten Tiere tanzen zu klas­sis­ch­er Musik ein Pfer­de­bal­let, während das Pub­likum unter schim­mern­den Kro­n­leuchtern von Säulen getra­ge­nen Balko­nen aus in die Manege blickt. Die Vor­führung ist wirk­lich beein­druck­end, ich erfülle mir damit eine Art Kind­heit­straum und der Anblick der tanzen­den Pferde ist einmalig.

Die Hof­burg, von vie­len ver­schiede­nen Architek­ten gestal­tet und seit dem 13. Jh. regelmäßig umge­baut, ist das let­zte sicht­bare Sym­bol des öster­re­ichis­chen Kaiser­re­ichs. Sie war Res­i­denz der Hab­s­burg­er. Neben den römis­chen Ruinen (einst eine Art Bor­dell für Sol­dat­en), der Schatzkam­mer, zahlre­ichen Museen und Gärten.

Naturhistorisches Museum

Wir schlen­dern durch die Hof­burg und stat­ten dem Naturhis­torischen Muse­um einen Besuch ab. Ohne weit­eres hät­ten wir hier den ganzen Tag ver­brin­gen kön­nen. Es gibt zahlre­iche Tier­prä­parate, einige Exponate zur Evo­lu­tion des Men­schens und eine aktuelle und aufwüh­lende Ausstel­lung über das Arten­ster­ben. Das gesamte Muse­um ist auch architek­tonisch ein Augen­schmaus, eben­so wie das Café oben.

Wien bei Nacht

Als wir von Wis­sen geschwängert wieder hin­aus­treten, dunkelt es draußen schon. Wir laufen über das Par­la­ment, das mit griechis­chen Säulen gegenüber vom Volks­garten thront. Das riesige Rathaus ste­ht daneben. Ein bunter und über­laufen­er Wei­h­nachts­markt befind­et sich auf dem Platz davor.

Wir gehen Aben­dessen Beim Cza­ak, ein authen­tis­ches Beisl in der Inneren Stadt um ein Wiener Schnitzel zu essen um dann wieder in die Innen­stadt zurück zu gehen. Beisln sind ein­ma­lige Wiener Insti­tu­tio­nen, die schlichte Wirtshäuser mit Holztäfelung, Kachelöfen, ein­fachen Tis­chen und herzhaftem Essen.

Über dem Stephansplatz inmit­ten der Innen­stadt thront der prachtvolle gotis­che Stephans­dom. Der Wiener Stephans­dom ist ein Meis­ter­w­erk der gotis­chen Architek­tur und das Wahrze­ichen der Stadt. An Ort und Stelle stand schon seit dem 12. Jh. eine Kirche, von der Orig­i­nal­struk­tur ist jedoch auf das Riesen­tor und die Hei­den­türme — bei­de im roman­is­chen Stil — wenig übrig geblieben.

Spittelberg

Wir gön­nen uns einen Chai Lat­te bei Star­bucks und machen uns dann auf zum Vier­tel Spit­tel­berg. Kleine süße Wei­h­nachtsmärk­te befind­en sich in den engen kopf­steingepflasterten Gassen. Die meis­ten Stände haben schon geschlossen als wir durch die Gassen schlen­dern, aber wir find­en noch einen feucht­fröh­lichen munteren Glüh­we­in­stand in einem Hinterhof.

Votivkirche

Am Mor­gen gehen wir zur Votivkirche,deren große Bunt­glas­fen­ster ein fan­tastis­ches Far­ben­spiel auf die Wände wer­fen, im Nord­west­en der Stadt um uns dort der Free Tour anzuschließen, die sich für mich schon in vie­len europäis­chen Städten bewährt hat.

Wiener Universität

Lei­der find­et die Free Tour aktuell nicht statt, weshalb wir weit­er zum Uni­ver­sität­shaupt­ge­bäude gehen. Die Wiener Uni­ver­sität wurde bereist 1365 gegrün­det, ihre wun­der­schö­nen Arkaden aus der Neo­re­nais­sance oder aus dem Neo­barock stam­mend. In der Mitte ein schönes Atri­um mit diversen Büsten großer Köpfe an den Wän­den ringsrum.

Stephansdom

Wir lan­den wieder am Stephansplatz und wir schauen uns den mächti­gen Stephans­dom von innen an um dann den Süd­turm des Doms zu erklimmen.

Der Süd­turm ist 136,7m hoch und 343 Stufen führen schwindel­er­re­gend über eine enge Wen­del­treppe nach oben. Hier bietet sich ein Panoram­ablick über die Däch­er der Inneren Stadt, lei­der jedoch nur von innen durch die Fenster.

Rund um den Stephans­dom befand sich auf dem heuti­gen Stephansplatz früher ein Fried­hof. Doch als in den 1730er-Jahren Pest- und Grippe-Epi­dem­nien Europa heim­sucht­en, wurde der Fried­hof geschlossen. Kün­ftig wur­den die Toten in neuen Grab­stät­ten unter dem Stephans­dom beerdigt. Heute liegen hier die sterbliche Über­reste tausende Pestopfer in einem Mas­sen­grab begraben. Zudem sind Urnen mit Orga­nen der Hab­s­burg­er bestat­tet (es war Sitte sie in mehrere Teile zu “zer­legen” und in ver­schiede­nen Kirchen aufzube­wahren) sowie die Leich­name von Kardinälen.

Apfelstrudel und Ankeruhr

Im Lieblingscafé Sig­mund Freuds, dem Café Korb, lässt sich ein köstlich­er Apfel­strudel genießen (behauptet sog­ar das Time Mag­a­zine). Auf Wien ältestem Platz ste­ht die Ankeruhr. In zwölf Stun­den durch­laufen die Fig­uren ein­mal die Uhr und zeigen dabei auf ein­er lin­earen sta­tis­chen Minu­te­nanzeige die genaue Zeit an. Um 12 Uhr mit­tags paradieren alle Fig­uren zu passender Orgel­musik. Wir laufen weit­er bis zum Ufer der Donau, in die in der Däm­merung die Lichter der Stadt bluten.

Verzaubert am Prater

Von hier aus fahren wir bis zum Prater, der sich aus zwei Park­flächen zusam­menset­zt, dem Wurstel­prater und dem Unteren Prater. Währen der Untere Prater ein grünes Waldgelände ist, ist der Wurstel­prater ein großer Vergnü­gungspark mit Achter­bah­nen und Karus­sells. Die Tick­ets für die Fahrgeschäfte bewe­gen sich zwis­chen 1 bis 5€. Außer DEM Riesen­rad Wiens, ein mod­ernes Wahrze­ichen der Stadt, und 65m hoch.

Wir verzicht­en auf den teuren Spaß und fahren ein­fach mit dem anderen Riesen­rad, von wo aus wir eben­falls einen grandiosen Blick über den Prater UND auf das Wiener Riesen­rad haben. Wir schlen­dern über den nächtlichen Prater, wo viele Buden schon geschlossen ist und die Atmo­sphäre gespen­stisch schön ist, essen Suppe im Brot (coole Erfind­ung: sog­ar der “Deck­el” ist ess­bar) und machen zum Abschluss eine Kettenkarussellfahrt.

Keine Kommentare

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.